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Kanton Schwyz - Unternehmen - Arbeit, Gewerbeaufsicht - Arbeitslosenversicherung - Kurzarbeitsentschädigung

Kurzarbeitsentschädigung

Was ist Kurzarbeit?

Kurzarbeit bedeutet die vorübergehende Reduktion der Arbeitszeit oder die gänzliche Einstellung der Arbeit der Mitarbeiter eines Betriebes. Es handelt sich um einen unternehmerischen Entscheid aufgrund der wirtschaftlichen Situation des betreffenden Betriebs (Nachfragerückgang). Wesentlich ist, dass die Arbeitsverträge nicht aufgelöst werden (d.h. dass der Arbeitgeber weiterhin seinen arbeitsvertraglichen Verpflichtungen, insbesondere der Lohnzahlungspflicht, nachkommen muss).
In gewissen Fällen kann, falls die gesetzlichen Vorschriften erfüllt sind, von der Arbeitslosenversicherung Kurzarbeitsentschädigung ausgerichtet werden.

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein?

  • Allgemeine wirtschaftliche Einflüsse zwingen zur Einführung von Kurzarbeit;
  • Die der Kurzarbeit unterstellten Arbeitsplätze bleiben erhalten;

Der Arbeitsausfall:

  • ist unvermeidbar;
  • ist vorübergehend;
  • entspricht pro Abrechnungsperiode mindestens 10% der Normalarbeitszeit aller Arbeitnehmer des Betriebes oder einer Betriebsabteilung (organisatorische Einheit mit eigenen personellen und technischen Mitteln) nach Abzug aller bezahlten und unbezahlten Abwesenheiten;
  • ist nicht branchen-, berufs- und betriebsüblich und wird nicht durch saisonale Beschäftigungsschwankungen verursacht;
  • bezieht sich auf Arbeitnehmende mit einem Arbeitsverhältnis von unbestimmter Dauer;
  • ist nicht auf betriebsorganisatorische Massnahmen zurückzuführen;
  • fällt nicht mit Feiertagen, Betriebsferien oder Arbeitstagen unmittelbar vor und nach Feiertagen bzw. Betriebsferien zusammen;
  • ist nicht auf einen kollektiven Arbeitsstreit zurückzuführen.

Wer hat Anspruch auf Entschädigung?

  • Alle Arbeitnehmenden, die für die Arbeitslosenversicherung, ALV beitragspflichtig sind oder
  • die obligatorische Schulzeit zurückgelegt haben und das das Mindestalter für die AHV-Beitragspflicht noch nicht erreicht haben.

Keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung haben Arbeitnehmer:

  • deren Arbeitsausfall nicht bestimmbar oder deren Arbeitszeit nicht ausreichend kontrollierbar ist;
  • die in der Geschäftsleitung des Betriebes eine mitbestimmende Rolle spielen, sowie ihre mitarbeitenden Ehegatten oder eingetragene Partner;
  • die in einem gekündigten Arbeitsverhältnis stehen, wobei unerheblich ist, welche Vertragspartei gekündigt hat;
  • die mit der Kurzarbeit nicht einverstanden sind (in diesem Fall müssen sie nach Arbeitsvertrag entlöhnt werden);
  • die im Auftrag einer Organisation für Temporärarbeit eingesetzt werden;
  • die in der Lehre sind;
  • die in einem zeitlich befristeten Arbeitsverhältnis stehen.
  • Arbeitnehmende, deren Arbeitsausfall auf eine kollektive Arbeitsstreitigkeit zurückzuführen ist;
  • Arbeitnehmende, die von einer fremden Firma zugemietet worden sind.

Vorgehen

Voranmeldung

Sie müssen die geplante Kurzarbeit mindestens 10 Tage vor deren Beginn beim Amt für Arbeit (AFA), Abteilung Arbeitsmarkt, mit den Formularen „Voranmeldung von Kurzarbeit“ und „Zustimmung zur Kurzarbeit“schriftlich ankündigen. Die Formulare sind vollständig auszufüllen, und die jeweils gestellten Fragen sind umfassend zu beantworten.

Am Ende jedes Monats (Abrechnungsperiode)

Unabhängig davon, ob der Entscheid beim Amt für Arbeit (AFA), Abteilung Arbeitsmarkt, vorliegt oder dieser Ihrerseits angefochten wurde, muss der Entschädigungsanspruch innert drei Monaten nach Ablauf der Abrechnungsperiode bei der gewählten Arbeitslosenkasse geltend gemacht werden. Dazu sind die Formulare „Abrechnung von Kurzarbeit“, „Antrag auf Kurzarbeitsentschädigung“, „Stundenrapporte“, eine Lohnliste (Grundlohn muss ersichtlich sein) sowie eine Kopie der vom Arbeitnehmer unterzeichneten Lohnabrechnung, Jahressollstunden, aufgeteilt auf die einzelnen Monate, und allenfalls „Bescheinigungen über Zwischenbeschäftigung“ einzureichen. Es empfiehlt sich, einen Einzahlungsschein mitzuliefern.
Der Anspruch verfällt, wenn er später als drei Monate nach dem Ende der entsprechenden Kontrollperiode geltend gemacht wird.

Welches sind Ihre Verpflichtungen als Arbeitgeber?

Sie müssen:

  • den betroffenen Arbeitnehmern 80% des Verdienstausfalles am ordentlichen Zahltagstermin auszahlen (max. versicherter Verdienst beachten);
  • die Kurzarbeitsentschädigung für die Karenztage übernehmen; 1. bis 6. Abrechnungsperiode sind je 2 Karenztage und von der 7. bis zur 12. Abrechnungsperiode je 3 Karenztage zu übernehmen;
  • während der Kurzarbeit die vollen gesetzlichen und vertraglich vereinbarten Sozialversicherungsbeiträge übernehmen (AHV, IV, EO, ALV, Unfallversicherung, berufliche Vorsorge usw.);
  • nach jedem Monat die Entschädigungsansprüche Ihrer Arbeitnehmer bei der Arbeitslosenkasse geltend machen (bei Versäumung der Drei-Monats-Frist können die entstehenden Kosten nicht auf die Arbeitnehmer abgewälzt werden);
  • die Auskunfts- und Meldepflicht zugunsten der Arbeitslosenkasse und der Behörden erfüllen;
  • der Arbeitslosenkasse alle wichtigen Fakten für die Abrechnungsperiode und zur Berechnung der Entschädigung mitteilen;
  • Ihre Arbeitnehmer informieren, dass sie eine provisorische Beschäftigung suchen müssen, falls die Arbeitseinstellung länger als einen Monat dauert;
  • die betrieblichen Unterlagen während 5 Jahren aufbewahren und auf Verlangen der Ausgleichsstelle vorlegen.

Übrigens: Der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung bleibt bestehen, wenn Sie mit Zustimmung des Amtes für Arbeit (AFA) die ausfallende Arbeitszeit zur Weiterbildung der betroffenen Arbeitnehmer verwenden.

Wo können Sie sich zusätzlich Informieren?

Beim Amt für Arbeit (AFA), Abteilung Arbeitsmarkt;

Bei Ihrer Arbeitslosenkasse für alle Fragen, welche die Abrechnungen betreffen.

Weiterführende Informationen zum Thema "Kurzarbeitsentschädigung":
seco Formulare für Arbeitgeber

Auf der Homepage von Ludwig Brusa (ombrusoft) finden Sie verschiedene Formulare im Excel-Format