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Kanton Schwyz - Privatpersonen - Bildung, Schulen, Sport - Volksschulen - Unterricht - ICT - ICT auf der Sekundarstufe I

ICT auf der Sekundarstufe I

Integrierter ICT-Einsatz auf der Sekundarstufe IComputer und Internet sind heute sowohl in der Berufswelt als auch im Alltag kaum mehr wegzudenken. Darum wird auch anerkannt, dass eine umfassende Medienkompetenz ein entscheidendes Bildungsziel für Kinder und Jugendliche des 21. Jahrhunderts darstellt. Dies wird auch vom ICT-Lehrplan gefordert, der in den meisten Zentralschweizer Kantonen in den letzten Jahren verbindlich eingeführt worden ist.
Trotzdem scheint es noch lange nicht üblich zu sein, dass Schülerinnen und Schüler auf der Sekundarstufe I regelmässig den Computer im Unterricht nutzen und sich mit medienpädagogischen Fragen auseinandersetzen können. In einer schweizweiten Studie von 2007 gaben beispielsweise nur 17% von 336 zufällig ausgewählten Lehrpersonen der Sekundarstufe I an, dass sie ihre Schülerinnen und Schüler mehrmals wöchentlich im Unterricht mit ICT arbeiten lassen. Und über ein Viertel der ca. 1’000 befragten Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse des Kanton Schwyz gaben im Jahr 2009 an, dass sie seltener als einmal im Monat oder gar nie mit Computern im Unterricht arbeiten würden. Damit bleiben nicht nur vielfältige Möglichkeiten zur Bereicherung des Unterrichts mit neuen Medien ungenutzt, die Schülerinnen und Schüler werden auch nicht optimal auf ihre künftige Arbeits- und Lebenswelt vorbereitet. Die Gründe für diese zögernde Umsetzung des ICT-Lehrplans und für den relativ seltenen Einsatz von Computern im Unterricht sind vielfältig. Neben der teilweise immer noch unzureichenden ICT-Ausstattung in den Schulzimmern und den mangelnden digitalen Lerninhalten trägt auf der Sekundarstufe I insbesondere auch das Fachlehrpersonensystem seinen Teil dazu bei: Bei mangelnder Koordination zwischen den Lehrpersonen einer Klasse bleibt es häufig unklar, welche Lehrpersonen in welchem Fach welche Lernziele des ICT-Lehrplans umsetzen. Oft werden die ICT-Lernziele auch der Informatiklehrperson abdelegiert, obschon der Lehrplan neben der gezielten und systematischen Schulung von ICT-Kompetenzen im Fach „Informatik" klar auf der Anwendung und Nutzung der ICT in allen Fächern aufbaut.

Umsetzungshilfe für den Lehrplan ICT auf der Sekundarstufe I

Wie bei allen fächerübergreifenden Themen wird der Einsatz von ICT im Unterricht darum zunehmend als Aufgabe einer umfassenden Schul- und Organisationsentwicklung angesehen, die von der Schulleitung initiiert und begleitet werden muss. Um Schulleitungen und ICT-Verantwortliche von Schulen bei dieser anspruchsvollen Aufgabe zu unterstützen, hat das Regionalsekretariat BKZ in Zusammenarbeit mit der ICT-Fachberatergruppe Zentralschweiz eine Wegleitung mit Empfehlungen herausgegeben, die Hilfestellung zur Koordination und Optimierung des integrierten ICT-Einsatzes auf der Sekundarstufe I bietet. Dazu werden „best practice“ Beispiele dokumentiert und konkrete Instrumente beschrieben.

Die Wegleitung "ICT-Integration auf der Sekundarstufe I" beinhaltet Hilfestellungen in folgenden fünf Bereichen:

1. Koordination der ICT-Integration in den verschiedenen Fächern der Sekundarstufe I
2. Anforderungskriterien im ICT-Bereich für Lehrpersonen der Sekundarstufe I
3. Instrumente zur Erfassung der ICT-Kompetenzen von Lehrpersonen
4. Begleitende Massnahmen auf Schulebene - Steuerung der internen Weiterbildung im ICT-Bereich
5. Instrumente für die Beurteilung der Massnahmen zur Umsetzung des ICT-Lehrplans
Literaturempfehlungen und eine Übersicht über die verschiedenen Instrumente runden die Wegleitung ab. Besonders hilfreich ist, dass Instrumente auch als Worddokumente heruntergeladen werden können (vgl. Instrumente auf ZEBIS)

Natürlich ist es nicht die Idee, nun sämtliche Instrumente in der eigenen Schule einzusetzen.Jede Schule soll aufgrund einer Analyse ihrer ICT-Situation selbst entscheiden,mit welchen Massnahmen sie den „Hebel“ für eine bessere Koordination und Optimierung des Computereinsatzes ansetzen möchte. Wegweiser "ICT-Integration auf der Sekundarstufe I"  [PDF, 991 KB]

Informatik wird zum Fach "Medien und Informatik" auf der Sekundarstufe I

Der Erziehungsrat hat anlässlich seiner Sitzung vom 30. November 2012 beschlossen, das bisherige Fach „Informatik“ auf der Sekundarstufe I in Richtung einer umfassenden Medienbildung neu auszurichten (ERB vom 30. Nov. 2012  [PDF]). Das Zeitgefäss für das Fach „Informatik“ auf der Sekundarstufe I soll weiterhin für die Förderung der Medienkompetenz erhalten bleiben und als eigenständiges Fach bestehen bleiben. Die Volksschule des Kantons Schwyz trägt damit der hohen Bedeutung einer umfassenden Medienkompetenz Rechnung: Medienbildung soll auf der Sekundarstufe I – zusätzlich zur integrierten Anwendung von ICT im Unterricht – als eigenes Fach vermittelt werden.
Für das neue Fach „Medien und Informatik“ sieht die Lektionentafel der Sekundarstufe I künftig (2018/19) je eine Lektion in der 7., 8. und zwei Lektionen als Wahlfach in der 9. Klasse vor.

Das Fach "Medienbildung" soll neu eine dreifache Zielsetzung haben (in Anlehnung an den neuen Lehrplan 21):

  • Die Schülerinnen und Schüler sollen ICT nutzen und gezielt anwenden können. Hierzu gehört auch die Erweiterung und Vertiefung ihrer ICT-Anwendungskompetenzen, die sie in der Primarstufe (integrativ) aufgebaut haben. Im Fach „Medienbildung“ lernen sie systematisch, Texte zu bearbeiten und zu gestalten, Präsentationen aufzubauen und vorzuführen, gezielt im Internet zu recherchieren und die gefundenen Inhalte kritisch zu beurteilen (Informationskompetenz). Sie lernen, ihre Daten zu verwalten und vor Verlust und Missbrauch zu schützen. Diese Schulung bietet die Grundlage für die Anwendung in allen anderen Fächern.
  • Die Schülerinnen und Schüler sollen sich im Sinne der Medienbildung mit Medien und ICT auseinandersetzen. Dies umfasst zum einen eine kritische Reflexion ihrer eigenen Nutzung und deren Wirkungen, zum andern aber auch die Thematisierung der Funktion und Bedeutung der Medien für unsere Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik (z.B. Manipulation, technische Abhängigkeit, Medien als vierte Gewalt). Sie können Risiken bei der Nutzung von Medien erkennen (Datenschutz, Gefährdung der Privatsphäre, Cybermobbing, Schuldenfallen, Sucht usw.) und entsprechend vorsichtig handeln. Gleichzeitig sollen sie befähigt werden, die ICT zur Kommunikation und Kooperation zu nutzen und ihre eigene Gedanken, Meinungen, Erfahrungen in eigenen Beiträge unter Einbezug der geltenden Gesetze, Regeln und Wertesysteme auch einer Öffentlichkeit verfügbar zu machen.
  • Die Schülerinnen und Schüler sollen einen Einblick in den Fachbereich der Informatik erhalten. Sie sollen Grundprinzipien und Konzepte der (automatischen) Informationsverarbeitung verstehen und dieses Wissen in ihrer derzeitigen und zukünftigen Lebenswelt nutzen können, sodass sie auch die raschen Veränderungen des Produktwissens im Bereich Informatik besser bewältigen können. Ähnlich wie der Chemieunterricht einen Einblick in den stofflichen Aufbau unserer Welt bietet, sollen Schülerinnen und Schüler einen Einblick in den Aufbau der informationellen Welt (in Form von Datenstrukturen und Programmabläufen) erhalten und sich z.B. mit Fragen auseinandersetzen: Warum liefern Suchmaschinen in weniger als einer Sekunde erste Resultate? Wie speichert ein Computer Bilder und Töne? usw.
    (vgl.  ICT-Strategie an den Volksschulen des Kantons Schwyz  [PDF] S. 25 f.).