Grundlagen
Luft ist ein kostbares Gut. Täglich nehmen wir mit der Atemluft den lebensnotwendigen Sauerstoff auf und ziehen zu diesem Zweck in einem durchschnittlichen Leben 300 Millionen Liter Luft in unsere Lungen. Leider gelangen dabei auch kleinere oder grössere Mengen an Luftschadstoffen in unseren Körper.
Vision gesunde Luft
Gesunde Luft für alle, heisst das erklärte Ziel aller Bemühungen der Luftreinhaltung. Gesetzlich festgehalten ist dies in der Luftreinhalte-Verordnung. Diese hält fest, dass Menschen, Tiere, Pflanzen, ihre Lebensgemeinschaften und Lebensräume sowie der Boden vor schädlichen oder lästigen Luftverunreinigungen geschützt werden müssen.
Neben dieser Vorgabe, hat die Schweiz sich in internationalen Protokollen verpflichtet, ihre Schadstoffemissionen auch über die LRV-Ziele hinaus weiter zu reduzieren. Dies entspricht dem Vorsorgeprinzip aus der Umweltschutzgesetzgebung.
Wie entstehen Luftverunreinigungen
Die Luft ist zwar unsichtbar, im Normalfall geruchlos und besteht im Wesentlichen aus den Gasen Stickstoff und Sauerstoff. Was sich auf den ersten Blick so unscheinbar präsentiert ist im Realfall ein komplexes Gemisch von Dutzenden von Gasen, von Flüssigkeitströpfchen und schwebenden Festkörpern von geringer Grösse, sogenannten Partikeln.
Gasförmige Luftverunreinigungen entstehen vor allem bei Verbrennungsprozessen, beim Gebrauch von Chemikalien aber auch bei natürlichen Atmungs- und Stoffwechselprozessen in der Natur. Typische Quellen sind demnach der Verkehr, die Energiegewinnung und industrielle und gewerbliche Arbeitsprozesse.
Die drei wichtigsten Leitschadstoffe sind der Feinstaub (PM10), das Ozon und die Stickoxide. Die Emissionen von Schwefeldioxid, Mitte der 80ziger Jahre wichtiger Luftschadstoff, wurden inzwischen so weit reduziert, dass man hier von einem Paradebeispiel einer lufthygienischen Sanierung sprechen kann. Seit einigen Jahren werden die Ammoniakemissionen zunehmend wichtiger, da sie neben ihrem Beitrag zur Versauerung und zur Eutrophierung von Ökosystemen eine Rolle bei der Entstehung von Feinstaub spielen.
Feinstaub entsteht ebenfalls bei Verbrennungsprozessen, bei mechanischem Abrieb und durch Aufwirbelung z.B. von Strassenstaub. Typische Quellen sind der Verkehr, industrielle und gewerbliche Prozesse, das Verbrennen von Grünabfällen im Freien und natürliche Quellen wie Stürme. Staubteilchen variieren in ihrer chemischen Zusammensetzung stark und weisen Grössen von einem Zehntel bis einem Millionstel eines Millimeters auf. Man unterscheidet zwischen der Erfassung von Staubniederschlag und Schwebestaub (Feinstaub), auch PM10 genannt.
Wer leidet unter den Schadstoffen
Der Mensch, Hauptproduzent dieser Schadstoffe, leidet auch am meisten unter dieser Fracht. Dies vor allem durch Entzündungsprozesse und Reizreaktionen von Lunge und Schleimhäuten unserer empfindlichen Sinnesorgane. Bei starker Belastung mit Partikeln nimmt auch das Herz-Kreislaufsystem Schaden.
Auch Tiere und Pflanzen werden geschädigt. Vor allem bei Kulturpflanzen, wie Weizen, Tabak oder Klee treten Ernteverluste durch Einwirkung von Ozon auf.
Ganze Ökosysteme werden durch das Auswaschen (verschmutzter Regen) der Luftschad-stoffe geschädigt. Ein typischer Fall ist die Versaurung von Waldböden und Seen.
Lebenszyklus von Schadstoffen
Die Schadstoffe werden bodennah (Verkehr) oder über einen Kamin über Dach (Verbrennungsprozesse) in die Luft gepustet (Emission).
Von dort breiten sie sich einerseits durch Luftbewegungen (Konvektion) und andererseits durch Eigenbewegung (Diffusion) aus. Dieser Ausbreitungsvorgang (Transmission) wird begleitet von einer chemischen Umwandlung entweder durch Lichteinwirkung, durch Reaktion mit anderen Gasen und Partikeln oder einer Kombination dieser Prozesse.
Am Ort, wo Sie Ihre Wirkung entfalten (Immissionen) sind sie demnach u.U. bereits weit bewegt worden und haben sich chemisch verändert. Die Endstation der meisten Luftschadstoffe ist der Boden, wo sie vor allem über die natürliche Auswaschung durch den Regen hingelangen.
Entstehung und Eigenschaften des Sommersmog
Beim Sommersmog handelt es sich um eine Luftverschmutzung, die durch so genannte Vorläufersubstanzen (im Wesentlichen Stickoxid und flüchtige organische Verbindungen) hervorgerufen wird, welche sich unter intensiver Sonnenbestrahlung chemisch verändern. Ozon ist der wichtigste Schadstoff, der durch diese fotochemische Reaktion entsteht, und dient als Referenz für die Beurteilung der Belastung durch Sommersmog. Gleichzeitig entstehen auch noch andere Schadstoffe wie zum Beispiel Formaldehyd, Peroxyacetylnitrat (PAN) und Salpetersäure. Die Bildung von Sommersmog und die damit einhergehende hohe Ozonkonzentration sind Anzeichen einer übermässigen Verschmutzung der Atmosphäre, die sich sowohl auf die menschliche Gesundheit und die Vegetation als auch auf Sachgüter und auf das Klima schädigend auswirkt.
Entstehung und Eigenschaften des Wintersmogs
In den letzten Jahren hat der Feinstaub insbesondere im Flachland und im Winter zu Problemen geführt. Die dichte Besiedelung und ein stark befahrenes Strassennetz trugen dort einerseits zu hohen Emissionen bei. Zum Anderen sorgten sogenannte Inversionslagen dafür, dass die belastete Luft kaum zirkulieren konnte und die Schadstoffe sich in den unteren Schichten immer weiter anreicherten. (Bei Inversionen liegt kalte Luft unter wärmeren, was durch Nebel begünstigt wird und deshalb im Herbst/Winter vermehrt auftritt. Da die kälteste Luft die schwerste ist, bleibt sie in dieser Situation, ähnlich einem See, im Flachland liegen). Zu bedenken ist allerdings, dass Feinstaub das ganze Jahr über in die Luft ausgestossen wird und eine sparsame Fahrweise sich nicht nur im akuten Fall einer Inversionslage anbietet.
Massnahmen gegen Luftverschmutzung
Die LRV regelt vor allem die Anforderungen an stationären Anlagen, wie Hausfeuerungen und industrielle Anlagen. Dabei gibt sie Grenzwerte vor und regelt die Kontrolle der Einhaltung.
Zusätzlich erstellen der Bund und die Kantone in regelmässigen Abständen Massnahmenpläne für diejenigen Bereiche, wo die Immissionsgrenzwerte der LRV überschritten sind. Dazu erstellen Sie Emissionskataster, um festzustellen welches die entsprechenden Hauptverursacher sind.
Ausserdem kann jeder von uns etwas dazu beitragen, dass die Luft weniger belastet ist. Das gute liegt nämlich nahe. Weniger ist oft mehr. Wenn auch Sie mitmachen, mitdenken und mit diskutieren geht es der Luft besser.
Auskunft:
Rainer Jakoby
041 819 20 30
Peter Kirchhoff
041 819 16 32
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