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Messtätigkeit

Um feststellen zu können, wo die Belastung der Luft mit Schadstoffen zu hoch ist, werden Messungen der Luftqualität durchgeführt. Dabei verwendet man ein breites Instrumentarium von hochkomplexen Messgeräten bis hin zur baumbewohnenden Flechte.

 

 

Warum wird gemessen?

Die Luftreinhalte-Verordnung (LRV) schreibt für bestimmte Schadstoffe Immissionsgrenzwerte vor. Durch gezielte Immissionsmessungen werden die Schadstoffkonzentrationen überwacht. Überschreitet ein bestimmter Schadstoff regelmässig die Grenzwerte,  legen die Behörden Massnahmen im Massnahmenplan fest. Durch die Umsetzung des Massnahmenplans wird eine Reduktion der Luftschadstoffbelastung unter die Grenzwerte angestrebt.

Nebst dem gesetzlichen Auftrag gezielt Schadstoffe zu messen, ist die Untersuchung der Wirkung von Luftschadstoffen auf Lebewesen eine spannende Herausforderung. Dafür bieten sich biologische Zeigerorganismen (z.B. baumbewachsenden Flechten) an, die auf den Schadstoffmix in einem bestimmten Gebiet reagieren.

Die Messung als Information zur Gesundheitsvorsorge ist eine weitere interessante Motivation. Dabei wird ersichtlich, wo man sich zur aktuellen Zeit besser nicht aufhält und wo man gute Luft erwarten darf. Dafür braucht man „schnelle Messgeräte“, sogenannte Monitoren, und eine effiziente Informationsstruktur wie das Internet, damit die Daten vom Messpunkt direkt an die Server übermittelt werden.

Wie wird gemessen?

Für rasche Resultate (Information) und genaue, zeitaufgelöste Messreihen (Ursachenermittlung) braucht man empfindliche und komplexe Messgeräte, sogenannte schadstoffspezifische Monitoren. Diese können einzeln betrieben werden, sind aber in der Regel zu Gruppen zusammengefasst, an eine aufwändige Versorgungsstruktur gekoppelt und mit einem Messsystem für Wind und Wetter ergänzt.

Für einfachere Messungen ohne beschränkte Zeitauflösung (einige Tage bis Wochen) und Genauigkeit genügen auch passive Sammelsysteme. Damit können grossflächig Aussagen zur Langzeitentwicklung einer bestimmten Schadstoffimmission gemacht werden. Ein klassisches Beispiel dafür sind die Passivsammler für Stickoxide.

Eine Stichprobenmessung ist besonders dann sinnvoll, wenn die Messung über einen längeren Zeitraum Auskunft gibt und flächendeckend durchgeführt werden kann. Dafür ist die Bioindikation bestens geeignet. Die Zeigerorganismen ermöglichen eine Beurteilung der Luft nach der Wirkung der Schadstoffzusammensetzung vor Ort. Eine weit verbreitete Methode ist die Kartierung von baumbewohnenden Flechten.

Wo wird gemessen?

Die Fragestellung gibt sowohl den Messort als auch die Messmethode vor:

a) Sollen im Wesentlichen die Immissionen gemessen werden, die von einer oder einigen wenigen grossen Quellen stammen, so sollte nahe an der Quelle und zeitauflösend gemessen werden. Beispiele dafür sind Messstandorte an Autobahnen oder solche in der Nähe grosser Anlagen wie internationale Flughäfen, Zementwerke, Kehrrichtverbrennungsanlagen etc.

b) Sollen mittels einer Modellierung oder einer Verallgemeinerung flächendeckende Aussagen gemacht werden, so bietet es sich an, Immissionskategorien zu bilden und Standorttypen auszuscheiden. An diesen Standorten kann stellvertretend für alle vergleichbaren Bereiche im betrachteten Gebiet gemessen werden.

c) Soll mittels einer Messung eine flächendeckende Aussage gemacht werden, so muss ein Netz von Messstellen errichtet werden, das feinmaschig genug ist, um kleinräumige wesentliche Änderungen der Luftqualität zu registrieren. Aus Kostengründen kommt hier fast ausschliesslich die Bioindikation mit Flechten zum Zuge.

Messungen im Kanton Schwyz

Der Kanton Schwyz misst seit 1989 Luftschadstoffe. Nach einer Zeit von Basiserhebungen (1989-1991, 1996-1997) und einer Zeit von Trenderhebungen für Stickstoffdioxid und Ozon (1991-1998) schloss sich der Kanton Schwyz mit den Zentralschweizer Kantonen zu einem Messverbund zusammen und ist seit 1999 am Betrieb des interkantonalen Luft-Messnetzes „in-LUFT“ beteiligt. Dieses Messnetz arbeitet nach dem Prinzip der Verallgemeinerung von Standorttypen und bietet aktuelle wie auch vergangene Informationen und Messresultate an.

Ergänzend zu den chemischen und physischen Messungen, sind in den Jahren 1997, 2001 und 2004 mit Wiederholungen in den Jahren 2008, 2009 und 2013 auch je eine ca. 20 km² abdeckende Flechtenkartierung in verschiedenen Regionen des Kantons durchgeführt worden.

 

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