Nachhaltigkeit
Der Begriff der Nachhaltigkeit entspringt ursprünglich der Waldwirtschaft und verlangt, dass nur soviel Holz geschlagen werden darf, wie der Wald nachwachsen lässt. Mit dem dem Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ vom Club of Rome, dem Brundtland Bericht, der Nachhaltigkeit in die Weltentwicklung einbrachte und der Lancierung der Agenda 21 an der UNO Konferenz in Rio 1992 wurde Nachhaltigkeit zu einem Inbegriff der Jahrtausendwende.
Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, welche die heutigen Bedürfnisse des Menschen zu decken vermag, ohne für künftige Generationen die Möglichkeit zu schmälern, ihre eigenen Bedürfnisse zu decken.
Die drei Eckpfeiler der Nachhaltigkeit sind die Umwelt, die Gesellschaft und die Wirtschaft. Diese drei Kapitalien sollten zukünftigen Generationen ungeschmälert übergeben werden können. In einer starken Nachhaltigkeit darf dabei keines der Kapitalien auf Kosten der anderen wachsen. In der Realität wächst allerdings das wirtschaftliche Kapital noch immer auf Kosten des Umweltkapitals. Dabei ist gerade das Umweltkapital dasjenige, dessen Verluste oft kaum in menschlichen Zeitskalen umkehrbar sind.
Nachhaltigkeit International
Gemeinsam mit 181 anderen Staaten verpflichtete sich die Schweiz 1992 am Erdgipfel von Rio de Janeiro, sowohl national wie auch international Strategien für eine nachhaltige Entwicklung zu entwerfen und umzusetzen. Eine internationale Zusammenarbeit ist im Angesicht der zunehmenden Globalisierung der einzig gehbare Weg. Regelmässige Erfolgkontrollen und Zustandsberichte der einzelnen Länder sollen die Fortschritte öffentlich ersichtlich und vergleichbar machen. Eine Übersicht über die Nachhaltigkeitsstrategien verschiedener Länder findet man auf http://www.nachhaltigkeit.info.
Nachhaltigkeit National
Der Bundesrat hat 2002 die zweite Strategie für eine nachhaltige Entwicklung herausgegeben. Der Bund übernimmt dabei Aufgaben der Koordination aller politischen Ebenen, der Wirtschaft und die Thematisierung verschiedener Aspekte der Nachhaltigkeit in der WTO. Nicht zuletzt muss der Bund in seinem eigenen Handeln eine Vorbildfunktion übernehmen.
Die Handlungsfelder der Strategie für nachhaltige Entwicklung 2002 sind:
- Wirtschaftspolitik und Service Public
- Finanzpolitik
- Bildung, Forschung und Technologie
- Gesellschaftliche Kohäsion
- Gesundheit
- Umwelt und natürliche Ressourcen
- Raum- und Siedlungsentwicklung
- Mobilität
- Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung
- Methoden und Instrumente
Erklärungen und konkrete Massnahmen zu diesen Handlungsfeldern finden sich auf der Homepage des ARE.
Nachhaltigkeit Regional
Die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung im Kanton Schwyz ist bisher erst in Ansätzen erfolgt. Die Lebensgrundlage "Umwelt", zu der auch unser voralpines Gebiet gehört, wird nach wie vor bei vielen Entscheidungsprozessen nicht oder nur am Rand berücksichtigt. Die Entscheide beachten nebst den wirtschaftlichen oder finanziellen Interessen die sozialen oder ökologischen Anliegen oft zu wenig. Die öffentliche Hand hat hier eine Vorbildfunktion und zudem sehr viele Aufträge zu erteilen, sodass gerade die Gemeinden entscheidend für die Entstehung einer nachhaltigen Entwicklung sind. Unter dem Motto: "Global denken und lokal handeln" ergeben sich auch im Kanton Schwyz Handlungsbereiche. In erster Linie ist ein sparsamer Umgang mit unseren Ressourcen gefragt. Von Bedeutung ist, dass alle politischen und behördlichen Entscheide auch bezüglich dem Kriterium der Nachhaltigkeit hinterfragt werden. Entsprechende Richtlinien und Programme sind kantonal und kommunal zu erarbeiten.
Die Gemeinde Sattel hat als erste Kommune im Kanton Schwyz erste Schritte zur Erarbeitung einer Agenda 21 unternommen. So wurde im Herbst 1998 der Beitritt zum Gemeindenetzwerk "Allianz in den Alpen" beschlossen - ein Projekt für die nachhaltige Entwicklung des Alpenraums. In zehn Handlungsfeldern wie Tourismus, Landwirtschaft, Bergwald, Energie, Raumplanung, Naturschutz und Landschaftspflege werden Projekte entwickelt und realisiert.
Weitere Gemeinden, Altendorf und Illgau, sind dem Beispiel der Gemeinde Sattel gefolgt und haben so einen Grundstein für einen wirtschaftlich, ökologisch und sozial erstklassigen Kanton gelegt.
Auskunft:
Urs Eggenberger
041 819 20 35