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Deponien Typ B

Deponien des Typs B: Standort, Bau, Betrieb, Abschluss und Nachsorge

Die Anforderungen an Standort, Bau, Betrieb, Abschluss und Nachsorge von Deponien des Typs B sind in der Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (Abfallverordnung, VVEA) beschrieben. Hier werden nur die wichtigsten Merkmale wiedergegeben:

Anforderungen an den Standort

Deponien dürfen weder in Grundwasserschutzzonen und -arealen noch in einem überschwemmungs-, steinschlag-, rutschungs- oder besonders erosionsgefährdeten Gebiet errichtet werden. Sie dürfen auch nicht über nutzbaren unterirdischen Gewässern liegen. Deponien des Typs B können jedoch in Randgebieten von nutzbaren unterirdischen Gewässern errichtet werden, wenn sie mindestens 2 m über dem natürlichen, zehnjährigen Grundwasserhöchstspiegel liegen.

Der Untergrund und die Umgebung müssen so beschaffen sein, dass die Deponie langfristig stabil bleibt (Setzungen) und dass das Grundwasser langfristig nicht beeinträchtigt wird. Im Randgebiet von nutzbaren unterirdischen Gewässern muss eine 2 m mächtige, weitgehend homogene, natürliche geologische Barriere mit einem mittleren Durchlässigkeitsbeiwert (k) von 1.0 x 10-7 m/s vorhanden sein oder es muss eine 60 cm mächtige, künstliche Schutzschicht aus unverschmutztem Material mit einem k-Wert von 1.0 x 10-8 m/s in drei Lagen eingebracht werden.

Anforderungen an den Bau

Deponien des Typs B müssen ein Minimalvolumen von 100‘000 m3 aufweisen. Kleinere Deponien können mit Zustimmung des BAFU bewilligt werden, wenn dies aufgrund der geografischen Gegebenheiten sinnvoll ist. Eine Entwässerung muss gemacht werden, wenn sie zur Sicherstellung der Stabilität der Deponie nötig ist oder wenn die Deponie im Randgebiet von nutzbaren unterirdischen Gewässern liegt. Das Abwasser der Deponie muss jederzeit frei mit einem Gefälle von mindestens 2 Prozent abfliessen können. Probenahmen, Mengenmessungen und die Behandlung oder Ableitung des Abwassers in eine Reinigungsanlage müssen möglich sein.

Anforderungen an den Betrieb

Für den Betrieb einer Deponie des Typs B muss der Inhaber:

  • über ein vom Kanton genehmigtes Betriebsreglement verfügen
  • jedem Anlieferer die Deponieordnung und das geltende Einzugsgebiet bekanntgeben
  • entsprechend ausgebildetes Personal beschäftigen
  • die Zulassung der Abfälle kontrollieren
  • dafür sorgen, dass nur zugelassene Abfälle abgelagert werden
  • eine Mengenbuchhaltung über die abgelagerten Abfälle inkl. deren Herkunft führen
  • dafür sorgen, dass ausserhalb der Öffnungszeiten keine Abfälle abgelagert werden
  • die offenen Betriebsflächen möglichst klein halten
  • gegebenenfalls periodische Kontrollen und allenfalls Beprobungen (Sickerwasser, Grundwasser) durchführen
  • alle 10 Jahre prüfen, ob die Deponie dem Stand der Technik entspricht und die nötigen Anpassungen vornehmen.

Zugelassene Abfälle (Anhang 5 Ziffer 2 VVEA)

  • Auf Deponien des Typs A zugelassene Abfälle
  • Bau- und Produktionsabfälle, soweit sie nicht durch andere Abfälle verschmutzt sind, wie z.B: Flach- und Verpackungsglas, Ausbauasphalt mit weniger als 250 mg PAK/kg, mineralische Abfälle mit gebundenen Asbestfasern, andere Bauabfälle, die zu mindestens 95 Gewichtsprozent aus Steinen oder gesteinsähnlichen Bestandteilen bestehen, sofern stofflich verwertbare Anteile vorgängig entfernt wurden.
  • Verglaste Rückstände unter bestimmten Voraussetzungen (vgl. Anhang 5 Ziffer 2.2 VVEA)
  • Andere Abfälle, die zu mehr als 95 Prozent des Trockengewichts aus gesteinsähnlichen Bestandteilen bestehen und die Grenzwerte nach Anhang 5 Ziffer 2.3 VVEA nicht überschreiten.

Anforderungen an den Abschluss und die Nachsorge

Wenn keine Abfälle mehr abgelagert werden, ist die Oberfläche mit einer rekultivierbaren Deckschicht mit genügendem Gefälle zu versehen, naturnah zu gestalten und entsprechend der Nachnutzung zu begrünen oder zu bepflanzen. Eingedolte Gewässer im Bereich der Deponie müssen ausgedolt und um die Deponie herum geleitet werden.

Die Bodenfruchtbarkeit muss während 5 Jahren nach Abschluss der Deponie überwacht werden.

Die gesamte Anlage, insbesondere die allenfalls vorhandenen Entwässerungsanlagen müssen nach Abschluss der Deponie des Typs B während der gesamten Nachsorgephase, mindestens aber während 5 Jahren, kontrolliert und gewartet werden. Gegebenenfalls sind während dieser Zeitspanne auch periodische Kontrollen des gefassten Sickerwassers und des Grundwassers durchzuführen.

 

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