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Kanton Schwyz - Behörden - Umwelt, Natur, Landschaft - Umweltschutz - Oberflächengewässer - Interne Links - Ökomorphologie-Resultate

Ökomorphologische Beurteilung der Fliessgewässer

Verschiedenste Faktoren sind wichtig

Natürlich fliessende Bäche und Flüsse weisen eine Reihe ökologisch bedeutsamer Eigenschaften auf. Neben einer guten Wasserqualität sind die Vielfalt an verschiedenen Strukturen, die Dynamik des Abflusses und Führung von Feststoffen, die Längsvernetzung und die Wechselwirkung mit der Umgebung für die verschiedensten Lebewesen von immenser Bedeutung.
Zur Gewinnung von Landwirtschafts- und Siedlungsland wurden viele Bäche kanalisiert oder gar eingedolt. Zudem werden die Fliessgewässer vielseitig genutzt. Dadurch sind die ökologisch bedeutenden Eigenschaften verändert und wertvolle Lebensräume für viele Lebewesen stark beeinträchtigt worden oder gingen ganz verloren.
Die Unwetter im August 2005 haben zudem deutlich gezeigt, dass die Fliessgewässer genügend Raum benötigen. Bäche mit einer natürlichen Struktur und genügend Platz können das Hochwasser zurückhalten und Spitzen brechen, so dass weniger Schäden entstehen. Leider fliessen viele Bäche heute in einem künstlichen Kanal.

Untersuchungen der Schwyzer Fliessgewässer

Der Kanton Schwyz hat im Rahmen einer gesamtschweizerischen Untersuchung die Ökomorphologie von rund 1'600 km Fliessgewässer kartiert. Darunter versteht man die natürlichen und künstlichen Strukturen eines Fliessgewässers und seiner unmittelbaren Umgebung. Verschiedene ökologisch bedeutsame Merkmale, die den ökomorphologischen Zustand des Gewässers oder einzelner Abschnitte möglichst repräsentativ widerspiegeln, wurden nach der Methode der Ökomorphologie Stufe F des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) beurteilt. Diese Untersuchung zeigt die Naturnähe und die Defizite der Fliessgewässer des Kantons grafisch auf. Damit können der Handlungsbedarf abgeschätzt und Renaturierungen geplant werden.

Zustand der Schwyzer Bäche
72% der insgesamt bewerteten Fliessgewässer weisen einen natürlichen/naturnahen oder nur leicht beeinträchtigten Zustand auf. 12% sind stark beeinträchtigt, 8% fliessen in einem künstlichen Bett und 8% gar eingedolt unter dem Boden.
Im Wald sind 4/5 der untersuchten Bachstrecken natürlich/naturnah oder wenig beeinträchtigt. Ein anderes Bild zeigt sich im Siedlungsgebiet. Hier sind 78% stark beeinträchtigt, naturfremd oder eingedolt. Deutlich besser ist die Situation im Landwirtschaftsgebiet. Aber auch hier sind rund 1/3 der Bäche stark verbaut oder gar eingedolt.
Insgesamt wurden 5700 künstliche Hindernisse für Fische und Kleintiere kartiert. Der mittlere Abstand zwischen zwei Hindernissen beträgt lediglich knapp 260 m. Weitere Resultate finden Sie in den unten aufgeführten Berichten.

Notwendige Massnahmen
Die Untersuchung hat gezeigt, dass mehr als ein Viertel der Fliessgewässer in einem ungenügenden Zustand sind. Zudem verhindern viele künstliche Durchgängigkeitsstörungen die Ausbreitung von Fischen und anderen Kleintieren. Revitalisierungen sind mehr als wünschenswert.

Anhand der ökomorphologischen Daten wird zukünftig der für den Hochwasserschutz und die ökologischen Funktionen der Fliessgewässer notwendige Raumbedarf ausgeschieden. Zudem werden die Fliessgewässer auf ihr Revitalisierungspotential hin untersucht. Ziel ist es, Bäche aufzuwerten, bei denen eine Revitalisierung oder Renaturierung machbar, sinnvoll und mit vergleichsweise kleinem Aufwand zu erreichen ist.

Publikationen:

 

 

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