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Kanton Schwyz - Behörden - Umwelt, Natur, Landschaft - Umweltschutz - Wärmenutzung - Wärmenutzung aus Untergrund und Grundwasser

Wärmenutzung aus Untergrund und Grundwasser

Von der Oberfläche bis zum Kern der Erde nimmt die Temperatur stetig zu.  Dieser thermische Wärmefluss wird Geothermie genannt. Die obersten 20 bis 30 Meter des Untergrundes stehen mehrheitlich im Einfluss der Sonnenenergie. Dieser Bereich ist den Schwankungen der Jahreszeiten ausgesetzt.

 

 

Möglichkeiten der Wärmenutzung aus dem Erdinnern

Die genannten Wärmequellen der Erde und der Sonne können zur Energiegewinnung genutzt werden. Geothermie wird mittels Erdwärmesonden aus dem Erdinnern gewonnen. Die im oberflächennahen Grundwasser gespeicherte Sonnenenergie wird mittels Grundwasser -Wärmepumpen entzogen.

Weitere allgemeine Informationen zur Wärmenutzung sind in der Vollzugshilfe "Wärmenutzung aus Boden und Untergrund" zu finden.

Wärmenutzungskarte

Die ursprüngliche Karte der Nutzungsgebiete für Erdwärmesonden und Grundwasser-Wärmenutzungen aus dem Jahr 2004 wurde im Herbst 2013 von Grund auf überarbeitet. In der neuen Wärmenutzungskarte wird anhand einer Ampel-Signatur (rot-orange-grün-blau) für sämtliche Flächen ersichtlich, welche Nutzung an welchem Standort zulässig ist.

Innerhalb roter Flächen sind keinerlei Wärmenutzungen zugelassen, da die gegenwärtige Nutzung oder der Schutz der Fläche dies nicht zulässt (z.B. Schutzzonen, Strassen, Gewässerraum, Wald). Erdwärmesonden in orangen Gebieten sind nur mit weiteren Abklärungen möglich (z.B. Tiefenbeschränkungen, belastete Standorte, Planungsperimeter). In grünen Flächen ist die Wärmenutzung aus Untergrund und Grundwasser grundsätzlich zulässig. Die für Grundwassernutzung freigegebenen, jedoch für Erdwärmesonden gesperrten Flächen, sind neu blau gekennzeichnet.

Ab einem Massstab von 1:15'000 sind alle bewilligten Erdwärmesonden-Anlagen und Grundwassernutzungen ersichtlich. Zusätzlich ist eingetragen, bei welchen Bohrungen geologische Profile vorhanden sind. Bei einzelnen Erdwärmesonden-Anlagen stehen zusätzliche Informationen, wie die Bohrtiefe, die Felstiefe, der Betriebsstatus oder das Bewilligungsdatum der Anlage zur Verfügung. Die Grundwasserwärmenutzung wird mit einem roten Quadrat gekennzeichnet. Auch hier werden zusätzliche Informationen (geförderte Wassermenge, Betriebsstatus oder Rückgabe des entnommenen Grundwassers) veröffentlicht.

Die aktualisierte Wärmenutzungskarte ist online im GeoPortal des Kantons Schwyz oder via Kurzlink www.sz.ch/WNK verfügbar.  

Erdwärmesonden

Erdwärmesonden nutzen den geothermischen Wärmefluss im Fels oder Festgestein. Pro Laufmeter Sonde kann in der Schweiz mit einer Leistung von etwa 40 Watt gerechnet werden. Somit lässt sich mit einer Sonde von etwa 120 Meter Tiefe ein Einfamilienhaus heizen. Erdwärmesonden sind nur in Gebieten ohne nutzbaren Grundwasserträger zulässig. Sollten oberflächlich geringe Mengen Grundwasser vorhanden sind, muss dieser Bereich der Bohrung zwingend mit einer Schutzverrohrung ausgestattet werden.

Das Bewilligungsverfahren umfasst die folgenden Schritte:

  • Kostenlose und unverbindliche telefonische Vorabklärung beim Amt für Umweltschutz
    (Tel. 041 819 20 35); bei positivem schriftlichen Bescheid:
  • Einreichen des Baugesuches über die Gemeinde (Formulare Z01, Z02 und Situationsplan der Bohrstandorte)
  • Bewilligung gemäss Gewässerschutzgesetz
  • Bohrung der Erdsonde und Installation Wärmepumpe
  • Datenblatt Erdwärmesonden (Formular Z02a) erfassen und dem Amt für Umweltschutz einreichen, zusammen mit Bohrrapport und allfälligem geologischen Bohrprofil

Grundwasser-Wärmenutzungen (und/oder -Kältenutzungen)

Eine Grundwasser-Wärmenutzung ist ab vier Wohneinheiten oder ab 50 kW Leistung bewilligungsfähig. Für die Wärmenutzung kommen nur Grundwassergebiete in Frage, in denen eine Trinkwassergewinnung nicht oder nicht mehr möglich ist (z. B. bereits überbaute Gebiete).

Grundwasser-Wärmepumpen erfordern eine regierungsrätliche Konzession, die Federführung des Verfahrens liegt beim Amt für Wasserbau. Nähere Informationen finden Sie hier.

Das Bewilligungs- respektive Konzessionsverfahren wird wie folgt abgewickelt:

  • Kostenlose und unverbindliche telefonische Vorabklärung beim Amt für Umweltschutz (Tel. 041 819 20 35); bei positivem schriftlichen Bescheid:
  • Einreichen des Gesuches für eine Sondierbohrung via Gemeinde (Formulare Z01, Z03 und Situationsplan der Entnahme- und Rückgabestelle)
  • Bewilligung für die Sondierbohrung
  • Durchführung der Sondierbohrung, inkl. Pumpversuch, Wasseranalyse durch einen ausgewiesenen Hydrogeologen
  • Einreichung des Konzessionsgesuches samt hydrogeologischem Bericht via Gemeinde (Formular Z06)
  • Öffentliches Auflageverfahren durch das Amt für Wasserbau
  • Konzessionserteilung durch den Regierungsrat

Erdkollektoren, Energiekörbe, Energiepfähle

Diese Systeme nutzen die von der Erdoberfläche aufgenommene Sonnenwärme. Sie werden vorab für Einfamilienhäuser und kleine Mehrfamilienhäuser eingesetzt. Erdkollektoren und Energiekörbe können ausserhalb einer Grundwasserschutzzone S2 grundsätzlich überall eingesetzt werden, sofern der Flurabstand zum mittleren Grundwasserspiegel mindestens zwei Meter beträgt.

Ist für eine Baute aus geotechnischen Gründen (Setzungsgefahr) eine Pfahlfundation erforderlich, können Energiepfähle eingesetzt werden.

Das Bewilligungsverfahren umfasst die folgenden Schritte:

  • Kostenlose und unverbindliche telefonische Vorabklärung beim Amt für Umweltschutz (Tel. 041 819 20 35); bei positivem schriftlichen Bescheid:
  • Einreichen des Baugesuches über die Gemeinde (Formulare Z01, Z02 und Situationsplan)
  • Bewilligung gemäss Gewässerschutzgesetz

 

Auskunft

Bezirke Gersau, Küssnacht und Schwyz:
Andri Moll
041 819 20 41

Bezirke Einsiedeln, Höfe und March:
Christoph Kraft
041 819 20 33

Formulare

Formular Z02

Formular Z03

Formular Z06

→ Alle weiteren Formulare zu Baugesuchen können online
über die
 Baugesuchszentrale bezogen werden!

Merkblätter

Übersicht über die wichtigsten Kältemittel

Faktenblatt Bohrschlamm (KVU-Ost)

Anhang Erdwärmesonden

Links

Vollzugshilfe "Wärmenutzung aus Boden und Untergrund" (BAFU)

Fachvereinigung Wärmpumpen Schweiz