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Kanton Schwyz - Behörden - Sicherheit, Polizei - Kantonspolizei - Prävention - Kriminalstatistiken - 2006

Kriminalstatistik 2006

Markante Zunahme der Anzahl erfasster Straftaten

Unverändert hohe Anzahl bei den Delikten gegen Leib und Leben, Zunahme im Bereich der Kleinkriminalität. Die Kriminalstatistik des Kantons Schwyz enthält die wichtigsten statistischen Angaben über die begangenen Delikte, welche unter das Strafgesetzbuch oder das Betäubungsmittelgesetz fallen, die Selbsttötungen sowie Angaben zu registrierten schweizerischen oder ausländischen Tatverdächtigen. Es sind mehrheitlich die Daten der letzten neun Jahre, von 1998 bis 2006, aufgeführt. Der Aufbau entspricht den Ausgaben früherer Jahre.

Die Kriminalstatistik soll dazu dienen, Tendenzen zu erkennen und zu interpretieren. Den Behörden, der Wissenschaft und den Medien werden eine Fülle von Informationen vermittelt, die mitunter als Arbeits- und Entscheidgrundlage dienen mögen. Da jedoch der Polizei nicht alle Straftaten gemeldet werden, sind die Dunkelziffern zu berücksichtigen, weshalb die Kriminalstatistik letztlich nur eine Annäherung an die Verbrechenswirklichkeit darstellt.

 

Anzahl erfasster Straftaten + 10.2 %
Die Jahresstatistik 2006 zeigt, dass die erfassten Delikte gegenüber dem Vorjahr und dem allgemeinen Trend deutlich angestiegen sind. Im Jahr 2006 wurden im Kanton Schwyz insgesamt 5’391 Delikte gemäss Strafgesetzbuch und Betäubungsmittelgesetz erfasst, was gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 500 Straftaten (+ 10.2 %) entspricht. Die Zunahme liegt hauptsächlich im Anstieg im Bereich der Kleinkriminalität. Während 2005 nur 32.7 % aller Delikte diesem Bereich zugeordnet werden mussten, so sind es 2006 bereits 42.1 %. Damit wurde seit Einführung der Kriminalstatistik der höchste Stand ausgewiesener und erfasster Straftaten deutlich übertroffen.

Anzahl Diebstähle, Ein- und Aufbrüche - 4.7 %
Auffallend ist die beinahe unverändert hohe Anzahl von Delikten bei den Diebstählen, die lediglich um 93 (- 4.7 %) auf 1''850 sanken. Hingegen ist die Zahl der Ein- und Aufbrüche um 43 (+ 5.0 %) auf 893 Delikte angestiegen.

Veruntreuung, Betrug und Konkursdelikte +/- 0.0 %
Abgenommen haben im Bereich der Delikte gegen das Vermögen die Veruntreuung um 10 (- 27.2 %) auf 16 Delikte, hingegen stiegen die Betrugsdelikte um acht (+ 13.7 %) auf 66 an.

Leib und Leben, Sexualdelikte, Brandstiftungen
Bei den Delikten gegen Leib und Leben wurden die Vorjahreszahlen unterschiedlich bestätigt, so waren bei den Tötungsdelikten eine Abnahme um zwei (- 40.0 %) auf drei Delikte, aber bei vorsätzlichen Körperverletzungen eine leichte Zunahme um drei (+ 2.9 %) auf 106 Delikte zu verzeichnen. Der in den letzten Jahren beobachtete kontinuierliche Anstieg bei den Raubüberfällen hat sich auch heuer nicht bestätigt. So nahmen auch im Berichtsjahr die Raubüberfälle äusserst markant um elf (- 57.8 %) von 19 auf acht Delikte ab. Die seit 1999 erkennbare, leicht sinkende Tendenz bei den Unzuchtsdelikten hat sich auch heuer erneut nicht bestätigt. Die Anzahl der Übergriffe im Bereich der sexuellen Integrität ist um zehn (+ 32.2 %) auf 41 Delikte angestiegen. Eine starke Zunahme war bei den Vergewaltigungen zu verzeichnen, die von fünf auf acht (+ 60.0 %) anstiegen. Die Anzahl der Brandstiftungen sank weiterhin um sieben (- 53.8 %) von 13 auf sechs. Dies ist in den letzten neun Jahren der tiefste zu verzeichnende Wert und er bestätigte die sinkende Tendenz.

Häusliche Gewalt + 8.7 %
Die Ausrückungen Jahr 2006 infolge „Häuslicher Gewalt“ stiegen um zwölf (+ 8.7 %) von 137 auf 149 Fälle an. Während in 138 (135) Fällen (+ 11.2 %) Männer als Täter ermittelt werden konnten, so stieg der Anteil der Frauen erneut um sieben (+ 14.8 %) auf 54 Fälle an. In 52 (42) Fällen standen Täter/innen und in 26 (24) Fällen Opfer bei der Auseinandersetzung unter Alkohol- oder Medikamenteneinfluss. 23 (30) Personen mussten inhaftiert oder in polizeilichen Gewahrsam genommen werden.

Betäubungsmitteldelikte + 11.1 %
Die Anzeigen wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz stiegen um 36 (+ 11.1 %) von 322 auf 358. Entgegen dieser Entwicklung ist die Menge der beschlagnahmten illegalen Drogen, insbesondere von Marihuana und Hanf-Pflanzen, markant eingebrochen. Dies wird auf die Tätigkeit der Kantonspolizei zurückzuführen sein, die in den letzten Jahren konsequent gegen die Anbieter und Produzenten, insbesondere von Hanf-Indooranlagen, vorgegangen ist. Ebenso deutlich ist die Abnahme der Anzeigen gegen Personen wegen Handelns von 23 auf 10, wo hingegen die Anzeigen wegen Handel und Konsum leicht von 24 auf 27 anstiegen. Deutlich ist hingegen die Zahl der reinen Konsumenten, die von 339 auf 436 (+ 28.6 %) anstieg.

Ermittelte Straftäter + 19.0 %
Die Gesamtzahl der ermittelten Straftäter stieg klar um 191 (+ 19.0 %) von 1‘002 auf 1‘193 an. 340 Personen waren jünger als 18 Jahre. Dies entspricht einer erneuten Zunahme der Jugendquote von 27.6 % auf 28.5 %. 646 der ermittelten Straftäter waren ausländischer Staatsangehörigkeit. Dies entspricht einem Anteil von 54.2 %, im Vorjahr lag die Ausländerquote noch bei 60.9 %. Dies gründet hauptsächlich in der markanten Zunahme ermittelter Personen mit Schweizer Nationalität, nämlich von 394 auf 547, was ein Anstieg um + 38.8 % bedeutet.

Regionale Verteilung Ausserschwyz Innerschwyz
Die regionale Verteilung der Straftaten hat sich zum leichten Nachteil der Innerschwyz verschoben, liegt aber im normalen Bereich. Von allen im Jahre 2006 im Kanton Schwyz verübten Straftaten entfielen 43 % (41) auf die Sicherheitspolizeiregion Innerschwyz und 57 % (59) auf die Sicherheitspolizeiregion Ausserschwyz (Erklärung: die Sicherheitspolizeiregion Ausserschwyz umfasst die Bezirke March, Höfe und Einsiedeln sowie die vier Gemeinden Rothenthurm, Unteriberg, Oberiberg und Alpthal).

Allgemein
Das Schwergewicht in der Verbrechensbekämpfung für das Jahr 2006 lag in der Aufklärung von Delikten gegen Leib und Leben sowie von Ein- und Aufbrüchen und in der Schliessung illegaler Hanf-Indooranlagen. Eine konsequente DNA-Spurensicherung und -Auswertung gewährleisteten den Erfolg in der polizeilichen Ermittlungstätigkeit. So wurden 38 (32) Täter aufgrund von DNA-Spuren überführt.