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Kanton Schwyz - Behörden - Sicherheit, Polizei - Kantonspolizei - Prävention - Kriminalstatistiken - 2009

Kriminalstatistik 2009

Mehr Straftaten, aber hohe Aufklärungsrate

Im vergangenen Jahr ist die Anzahl aller verübter Straftaten leicht angestiegen. Zwar musste die Kantonspolizei Schwyz zu weniger Gewaltdelikten ausrücken, doch stiegen die Zahlen bei den Einbruchsdelikten leicht und den Betäubungsmitteldelikten stark an. Jugendliche begingen im Jahr 2009 deutlich mehr Delikte. Eine Verschiebung ist bei den Regionen festzustellen. In der Region Innerschwyz wurden mehr Delikte verübt als in den Jahren zuvor.

Die Kriminalstatistik des Kantons Schwyz (KRISTA) enthält die wichtigsten statistischen Angaben über die begangenen Delikte, welche unter das Strafgesetzbuch, das Betäubungsmittelgesetz, die Ausländergesetzgebung sowie die Bundesnebengesetze fallen. Vervollständigt wird die Auflistung durch die Eingliederung weiterer Daten, wie Selbsttötungen, Angaben zu registrierten schweizerischen oder ausländischen Tatverdächtigen, usw.

Die Kriminalstatistik dient dazu, Tendenzen zu erkennen und zu interpretieren. Den Behörden, der Wissenschaft und den Medien werden eine Fülle von Informationen vermittelt, die mitunter als Arbeits- und Entscheidungsgrundlage dienen. Da jedoch der Polizei nicht alle Straftaten gemeldet werden, sind die Dunkelziffern zu berücksichtigen, weshalb die Kriminalstatistik letztlich nur eine Annäherung an die Verbrechenswirklichkeit darstellt.

Gesamtschweizerische polizeiliche Kriminalstatistik (PKS)

Die Daten der Kantonspolizei Schwyz wurden in der gesamtschweizerischen polizeilichen Kriminalstatistik erstmals einheitlich durch das Bundesamt für Statistik bewirtschaftet. Definitionen, Erfassungs- und Auswertemodalitäten wurden vereinheitlicht. Damit sind die Daten schweizweit vergleichbar. Neu werden vor allem auch der Organisationsgrad, das Tatmotiv, der Schädigungsgrund und die Opfer-Täter Beziehung beachtet. Ausserdem gibt es eine neue Zählweise, wonach nicht mehr die Anzahl Fälle, sondern die Straftaten gezählt werden. Dies führt bei einzelnen Straftaten zu einem sprunghaften Anstieg. Da die Kriminalstatistik eine Rapportstatistik ist, erscheint ein Ereignis erst dann, wenn es rapportiert wurde. Dies kann zu zeitlichen Verzögerungen in der Erfassung führen.

Die Zahlen vor dem Jahr 2008 können nur bedingt mit den Zahlen der KRISTA 2009 verglichen werden. Um Tendenzen bei allen Straftatbeständen objektiv erkennen zu können, müssen die nachfolgenden zwei bis drei Jahre abgewartet werden.

Anzahl erfasster Straftaten + 4.6 %

Die Jahresstatistik 2009 zeigt einen leichten Anstieg der erfassten Delikte gegenüber dem Vorjahr. Dieser Anstieg bestätigt den steigenden Trend der letzten Jahre. Im Jahr 2009 wurden im Kanton Schwyz insgesamt 7’138 Delikte gemäss Strafgesetzbuch, Betäubungsmittelgesetz, Ausländergesetzgebung und Bundesnebengesetzen erfasst, was gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 327 Straftaten (+ 4.6 %) entspricht. Eine Zunahme lässt sich insbesondere bei Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (+ 58.0 %) sowie gegen Bundesnebengesetze (+ 6.0 %) feststellen. Die meisten Delikte können auch heuer wieder den Bereichen Vermögen (50.0 %) und Delikte gegen die Freiheit (13.8 %) zugeordnet werden.

Die Aufklärungsrate der Kantonspolizei Schwyz (53.1 %) liegt in allen Bereich über dem gesamtschweizerischen Durchschnitt, z. B. bei Delikten gemäss Strafgesetzbuch bei 38.0 % gegenüber schweizweit 27.5 %. Im Berichtsjahr wurden die polizeilichen Ermittlungen zu vier Tötungsdelikten abgeschlossen. In allen vier Fällen konnte die Täterschaft überführt und dem Verhöramt des Kantons Schwyz überwiesen werden.

Anzahl Diebstähle, Ein- und Aufbrüche + 4.7 %

Die Diebstahlszahlen sind um 70 auf 1’559 angestiegen (+ 4.7 %) und die Zahl der Ein- und Aufbrüche ist um 55 auf 617 Delikte (+ 9.7 %) ebenfalls angewachsen.

Veruntreuung, Betrug und Konkursdelikte - 8.4 %

Abgenommen haben im Bereich der Delikte gegen das Vermögen die Betreibungs- und Konkursdelikte um fünf auf acht Delikte (- 38.4 %) sowie die Veruntreuungen und Betrugsdelikte gesamthaft um vier auf 90 (- 4.2 %).

Leib und Leben, Sexualdelikte, Raub, Brandstiftungen

Bei den Delikten gegen Leib und Leben hat sich der gleichbleibende Trend der Vorjahre bestätigt. So war bei den Tötungsdelikten die erwartete markante Abnahme zu verzeichnen, nämlich um fünf auf vier Delikte (- 55.5 %). In allen vier Fällen handelte es sich um unvollendete Delikte. Sämtliche Tötungsdelikte konnten aufgeklärt werden. Bei den vorsätzlichen Körperverletzungen wurde der Trend der letzten Jahre, der eine leichte Abnahme aufzeigte, bestätigt. So sanken diese um 24 auf 130 Delikte (- 15.6 %). Der in den letzten Jahren beobachtete kontinuierliche Rückgang bei den Raubüberfällen hat sich auch heuer bestätigt. Dies nachdem im Berichtsjahr die Raubüberfälle um drei Delikte auf elf Delikte (- 21.4 %) abnahmen. Die seit dem Jahr 2000 erkennbare, leicht sinkende Tendenz bei den Unzuchtsdelikten hat sich auch heuer bestätigt. Die Anzahl der Übergriffe im Bereich der sexuellen Integrität ist um drei auf 77 Delikte (- 3.7 %) zurückgegangen. Hingegen stieg die Anzahl der Vergewaltigungen von drei auf fünf  Delikte (+ 66.6 %). Die Anzahl der Brandstiftungen, welche von sieben auf 19 (+ 171.4 %) angestiegen sind, liegen über der in den letzten Jahren beobachteten, leicht steigenden Tendenz.

Häusliche Gewalt - 5.4 %

Im Bereich „Häusliche Gewalt“ waren 175 Straftaten zu verzeichnen. Dies waren zehn Delikte weniger (- 5.4 %) als im Vorjahr. In den meisten Fällen kam es zu Tätlichkeiten,  Drohungen oder einfacher Körperverletzung. Die Kantonspolizei rückte weitere 117 Male aus, ohne dass ein Straftatbestand erfüllt war.

Betäubungsmitteldelikte + 58.3 %

Im Berichtsjahr war eine starke Zunahme der Anzahl von Anzeigen wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz um 304 auf 825 Delikte (+ 58.3 %) zu verzeichnen. Dabei handelte es sich mehrheitlich um Personen, die wegen des Konsums angezeigt wurden. Auch in der Sicherstellung von Betäubungsmitteln konnten im vergangenen Jahr höhere Mengen verzeichnet werden. In 33 Fällen, 15 mehr als im Vorjahr, wurde wegen Handel ermittelt.

Ermittelte Straftäter + 20.0 %

Die Gesamtzahl der ermittelten Straftäter (Einzelfallzählweise = 1 Beschuldigter verübt eines oder mehrere Delikte) stieg erneut um 279 auf 1’670 (+ 20.0 %). 1’044 Personen waren Jugendliche (Mehrfachzählweise = 1 Beschuldigter pro Delikt). Dies entspricht einer Jugendquote von 27.0 %, welche damit um 24.8 % angestiegen ist. 1’969 der ermittelten Straftäter (Mehrfachzählweise) waren ausländischer Staatsangehörigkeit. Dies entspricht einem Anteil von 50.9 %. Im Vorjahr lag die Ausländerquote noch bei 45.0 %. 593  Jugendliche (Mehrfachzählweise) waren ausländischer Nationalität, was einer Quote von 56.8 % entspricht.

Regionale Verteilung Ausserschwyz - Innerschwyz

Die regionale Verteilung der Straftaten hat sich leicht zum Nachteil der Innerschwyz verschoben. Von allen im Jahre 2009 im Kanton Schwyz verübten Straftaten entfielen 47.5 % (41.2 %) auf den inneren und 52.5 % (58.8 %) auf den äusseren Kantonsteil, welcher die Bezirke March, Höfe und Einsiedeln sowie die vier Gemeinden Rothenthurm, Unteriberg, Oberiberg und Alpthal umfasst. In den Bezirken Gersau (+ 31.0 %) und Schwyz (+ 29.0 %) war eine deutliche Zunahme der Anzahl Delikte zu verzeichnen. In der March stieg sie um 1.8 %. Im Bezirk Einsiedeln sanken diese Zahlen um 28.7 %, im Bezirk Höfe um 7.4 % und im Bezirk Küssnacht um 5.1%.

Allgemein 

  • Eine weiterhin konsequente Spurensicherung und Auswertung gewährleistete den Erfolg in der polizeilichen Ermittlungstätigkeit. So wurden 46 (32) Täter aufgrund von DNA-Spuren sowie 88 (40) aufgrund von Dakty- und Schuhspuren überführt.
  • Im Jahr 2009 nahmen sich 21 (14) Menschen das Leben. Leider musste ein Drogentoter (0) verzeichnet werden.
  • Mit 1'270 (1’358) Straftaten im Bereich von Sachbeschädigungen wurde eine Abnahme von 88 Taten verzeichnet. 24 % (17 %) der Sachbeschädigungen konnten aufgeklärt werden.
  • In einem Fall (12) ermittelte die Kantonspolizei wegen des Verdachts des Menschenhandels.
  • Entgegen den letzten drei Jahren wurde 2009 in keinem Fall wegen Geldwäscherei ermittelt.

Schwerpunkte 2010

Die Akkreditierung des Kriminaltechnischen Dienstes sowie die Umsetzung der Schweizerischen Strafprozessordnung, die per 1. Januar 2011 in Kraft tritt, werden die Kantonspolizei Schwyz im kommenden Jahr beanspruchen. Aber auch das konsequente Vorgehen bei Jugendgewalt, das Verhindern und Aufklären der Einbruchsdelikte im Wohnbereich, nachhaltige Aktionen im Betäubungsmittelbereich und die Aufklärung von Raubdelikten sowie die Aufklärung von Brandstiftungen bilden Schwerpunkte polizeilichen Handelns.