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Kanton Schwyz - Behörden - Sicherheit, Polizei - Kantonspolizei - Prävention - Kriminalstatistiken - 2010

Polizeiliche Kriminalstatistik 2010

Weniger Straftaten - markanter Rückgang der Einbrüche

Im vergangenen Jahr ist die Anzahl aller verübter Straftaten leicht zurückgegangen. Zwar musste die Kantonspolizei Schwyz leicht mehr Gewalt- und Betäubungsmitteldelikte feststellen, doch wurden markant weniger Einbruchsdelikte verzeichnet. Jugendliche sowie Ausländer begingen im Jahr 2010 deutlich weniger Delikte. Eine erneute Verschiebung ist bei den Regionen festzustellen. In der Region Innerschwyz wurden leicht mehr Delikte verübt als in den Jahren zuvor.

1 Anzahl erfasster Straftaten - 7.6 %

Die PKS SZ 10 zeigt eine leichte Abnahme der erfassten Delikte gegenüber dem Vorjahr. Diese Abnahme steht dennoch nicht ausserhalb des langfristig steigenden Trends der letzten Jahre. Im Jahr 2010 wurden im Kanton Schwyz insgesamt 6’589 Delikte gemäss Strafgesetzbuch, Betäubungsmittelgesetz, Ausländergesetzgebung und Bundesnebengesetzen erfasst, was gegenüber dem Vorjahr einer Abnahme von 549 Straftaten (- 7.6 %) entspricht.

Eine Zunahme lässt sich insbesondere bei Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (+ 14.0 %), die Ausländergesetzgebung (+ 33.0 %) sowie gegen Bundesnebengesetze    (+ 13.0 %) feststellen. Die meisten Delikte können auch heuer wieder den Bereichen Vermögen (45.6 %) und Delikte gegen die Freiheit (10.5 %) zugeordnet werden.

Die Aufklärungsrate der Kantonspolizei Schwyz von 55.0 % liegt in allen Bereichen über dem gesamtschweizerischen Durchschnitt, zum Beispiel bei Delikten gemäss Strafgesetzbuch bei 35.0 % gegenüber schweizweit 29.1 %. Im Berichtsjahr wurden die polizeilichen Ermittlungen zu drei Tötungsdelikten abgeschlossen. In allen drei Fällen konnte die Täterschaft überführt und dem Verhöramt (neu: Staatsanwaltschaft) des Kantons Schwyz überwiesen werden.

2 Anzahl Diebstähle, Ein- und Aufbrüche - 21.1 %

Die Diebstahlszahlen sind um 240 auf 1’319 gesunken (- 15.3 %). Auch die Zahl der Ein- und Aufbrüche hat um 219 auf 398 Delikte (- 35.4 %) markant abgenommen.

3 Veruntreuuung, Betrug und Konkursdelikte +/- 0.0 %

Abgenommen haben die Delikte gegen das Vermögen und die Veruntreuungen um eines auf 19 Delikte (- 5.0 %) sowie die Betrugsdelikte um zwei auf 79 Tatbestände (- 2.4 %). Bei den Betreibungs- und Konkursdelikten war eine Zunahme um drei auf elf (+38.0 %) zu verzeichnen.

4  Leib und Leben, Sexualdelikte, Raub, Brandstiftungen

Bei den Delikten gegen Leib und Leben hat sich der gleichbleibende Trend der Vorjahre bestätigt. So war bei den Tötungsdelikten eine Abnahme zu verzeichnen, nämlich um eines auf drei Delikte (- 25.0 %). In zwei Fällen handelte es sich um vollendete Delikte. Sämtliche Tötungsdelikte konnten aufgeklärt werden. Bei den vorsätzlichen Körperverletzungen wurde der Trend der letzten Jahre, der eine leichte Abnahme aufzeigte, nicht bestätigt. So stiegen diese um 17 auf 147 Delikte (+ 13.0 %) an. Der in den letzten Jahren beobachtete kontinuierliche Rückgang bei den Raubüberfällen hat sich auch heuer bestätigt. Dies nachdem im Berichtsjahr die Raubüberfälle um eines auf zehn Delikte (- 9.0 %) abnahmen. Die seit 2000 erkennbare, leicht sinkende Tendenz bei den Sexualdelikten hat sich auch heuer bestätigt. Die Anzahl der Übergriffe im Bereich der sexuellen Integrität hat um 19 auf 58 Delikte (- 24.6 %) abgenommen. Auch die Anzahl der Vergewaltigungen ist von fünf auf drei (- 40.0 %) zurückgegangen. Die Zahl der Brandstiftungen ist markant um 13 auf 6 Delikte gefallen und liegt wie im Jahr 2006 so tief wie noch nie in den letzten zehn Jahren.

5 Häusliche Gewalt - 6.9 %

Im Bereich „Häuslicher Gewalt“ waren 160 Straftaten zu verzeichnen. Das sind zwölf Delikte weniger (- 6.9 %), als im Vorjahr. In den meisten Fällen kam es zu Tätlichkeiten, Drohungen oder einfachen Körperverletzungen. Die Kantonspolizei rückte weitere 111 Male aus, ohne dass ein Straftatbestand erfüllt war.

6. Betäubungsmitteldelikte + 14.0 %

Im Berichtsjahr war eine starke Zunahme der Anzahl von Anzeigen wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz um 113 auf 938 Delikte (+ 14.0 %) zu verzeichnen. Dabei handelte es sich mehrheitlich um Personen, die wegen des Konsums angezeigt wurden. Auch in der Sicherstellung von Betäubungsmitteln konnten im vergangenen Jahr höhere Mengen verzeichnet werden. In 64 Fällen, 31 mehr als im Vorjahr, wurde wegen Handel ermittelt.

7 Ermittelte Straftäter - 8.9 %

Die Gesamtzahl der ermittelten Straftäter (Einzelfallzählweise = 1 Beschuldigter verübt eines oder mehrere Delikte) sank um 150 auf 1’520 (- 8.9 %). 556 Personen waren Jugendliche (Mehrfachzählweise = ein Beschuldigter pro Delikt). Dies entspricht einer Jugendquote von 17.5 %, welche sich damit um 35.2 % reduziert hat. 1’139 der ermittelten Straftäter (Mehrfachzählweise) waren ausländischer Staatsangehörigkeit. Dies entspricht einem Anteil von 35.8 %. Im Vorjahr lag die Ausländerquote noch bei 46.0 %. 183 Jugendliche (Mehrfachzählweise) waren ausländischer Nationalität, was einer Quote von 32.9 % entspricht.

Regionale Verteilung verschiebt sich leicht nach Innerschwyz

Die regionale Verteilung der Straftaten hat sich erneut leicht zum Nachteil von Innerschwyz verschoben. Von allen im Jahr 2010 im Kanton Schwyz verübten Straftaten entfielen 47.7 % (47.5 %) auf den inneren und 52.3 % (52.5 %) auf den äusseren Kantonsteil, welcher die Bezirke March, Höfe und Einsiedeln sowie die vier Gemeinden Rothenthurm, Unteriberg, Oberiberg und Alpthal umfasst. In den Bezirken Küssnacht (-12.9 %), Gersau (- 5.1 %), Schwyz (- 8.4 %), Höfe (- 3.1 %) sowie March (- 19.1 %) war eine deutliche Abnahme der Anzahl Delikte zu verzeichnen. Im Bezirk Einsiedeln stiege diese Zahlen entgegen dem kantonalen Trend um 4.2 %.

9 Allgemein

  • Eine weiterhin konsequente Spurensicherung und Auswertung gewährleistete den Erfolg in der polizeilichen Ermittlungstätigkeit. So wurden 41 (46) Täter aufgrund von DNA-Spuren sowie 43 (88) aufgrund von Dakty- und Schuhspuren überführt.
  • Im Jahr 2010 nahmen sich 23 (21) Menschen das Leben. Leider musste ein Drogentoter (1) verzeichnet werden.
  • Mit 936 (1’270) Straftaten im Bereich von Sachbeschädigungen wurde eine Abnahme von 334 Taten verzeichnet. 15.5 % (24 %) der Sachbeschädigungen konnten aufgeklärt werden.
  • Durch die Aufnahme ihrer Kontrolltätigkeit auf den internationalen Zügen und ihrem Posten auf dem Bahnhof Goldau wurden durch das Grenzwachtkorps bedeutend mehr Personen zur strafrechtlichen Weiterbearbeitung an die Kantonspolizei Schwyz übergeben. Dies hat dazu geführt, dass die Anzahl Delikte aus dem Bereich der Ausländergesetzgebung im Bezirk Schwyz von 92 auf 201 (+ 118 %) angestiegen ist.
  • Die Kantonspolizei ermittelte im vergangenen Jahr in keinem Fall (1) mehr wegen des Verdachts des Menschenhandels.

10 Schwerpunkte 2011

Die Umsetzung erster Erfahrungen mit der Schweizerischen Strafprozessordnung sowie mögliche Zusammenarbeitsformen mit benachbarten Polizeikorps, werden die Kantonspolizei Schwyz im kommenden Jahr beanspruchen. Aber auch das konsequente Vorgehen bei Jugendgewalt, das Eindämmen der Einbruchsdelikte im Wohnbereich und von Raubdelikten, Aktionen im Betäubungsmittelbereich sowie das verdeckte Vorermitteln im Internet bilden Schwerpunkte polizeilichen Handelns.

Kantonspolizei Schwyz
Information

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Florian Grossmann
Chef Information und Prävention
Kantonspolizei Schwyz
Telefon +41 41 819 28 19