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Kanton Schwyz - Behörden - Sicherheit, Polizei - Kantonspolizei - Prävention - Kriminalstatistiken - 2012

Mehr Straftaten – Zunahme bei den Delikten des Strafgesetzbuches sowie gegen das Betäubungsmittelgesetz

Im Jahr 2012 ist die Anzahl aller verübter Straftaten angestiegen. Die Kantonspolizei Schwyz stellte mehr Delikte des Strafgesetzbuches und deutlich mehr Betäubungsmitteldelikte fest. Hingegen nahm die Zahl der Einbruchsdelikte leicht ab. Jugendliche begingen auch im Jahr 2012 deutlich weniger Delikte. Eine erneute deutliche Verschiebung ist bei den Regionen festzustellen. In der Region Ausserschwyz wurden mehr Delikte verübt als in den Jahren zuvor.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik des Kantons Schwyz enthält die wichtigsten statistischen Angaben über ie der Kantonspolizei Schwyz bekannten Delikte, welche unter das Strafgesetzbuch, das Betäubungsmittelgesetz, die Ausländergesetzgebung sowie die Bundesnebengesetze fallen. Vervollständigt wird die Auflistung durch die Eingliederung weiterer Daten, wie Selbsttötungen, Angaben zu registrierten schweizerischen oder ausländischen Tatverdächtigen, usw.

Die Kriminalstatistik dient dazu, Tendenzen zu erkennen und zu interpretieren. Den Behörden, der Wissenschaft und den Medien werden eine Fülle von Informationen vermittelt, die mitunter als Arbeits- und Entscheidungsgrundlage dienen mögen. Da jedoch der Polizei nicht alle Straftaten gemeldet werden, sind die Dunkelziffern zu berücksichtigen, weshalb die Kriminalstatistik letztlich nur eine Annäherung an die Verbrechenswirklichkeit darstellt.

1 Anzahl erfasster Straftaten +4.9%

Die Kriminalstatistik 2012 zeigt eine Zunahme der erfassten Delikte gegenüber dem Vorjahr. Diese Zunahme steht innerhalb des langfristig steigenden Trends der letzten Jahre. Im Jahr 2012 wurden im Kanton Schwyz insgesamt 6‘545 Delikte gemäss Strafgesetzbuch, Betäubungsmittelgesetz, Ausländergesetzgebung und Bundesnebengesetzen erfasst, was gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 349 Straftaten (+ 4.9 %) entspricht.

Eine Zunahme lässt sich insbesondere bei Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (+ 13.1 %) sowie gegen das Strafgesetzbuch (+ 4.0 %) feststellen. Delikte gegen die Ausländergesetzgebung blieben beinahe unverändert (+ 1 Delikt) während die Delikte gegen Bundesnebengesetze (+ 2.0 %) zugenommen haben. Die meisten Delikte können auch im 2012 wieder den Bereichen Vermögen (50.7 %), Betäubungsmitteldelikte (16.0 %) und Delikte gegen die Freiheit (11.3 %) zugeordnet werden.

Die erhöhte Aufklärungsrate der Kantonspolizei Schwyz von 54.7 % liegt in allen Bereichen über dem gesamtschweizerischen Durchschnitt, zum Beispiel bei Delikten gemäss Strafgesetzbuch bei 41.5 % gegenüber schweizweit 27.2 %. Im Berichtsjahr wurden die polizeilichen Ermittlungen zu vier Tötungsdelikten abgeschlossen. In allen Fällen konnte die Täterschaft überführt und der Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz überwiesen werden.

 2 Anzahl Diebstähle, Ein- und Aufbrüche +2.2%

Die Diebstahlszahlen sind um 33 auf 1’513 angestiegen (+ 2.2 %). Hingegen ist die Zahl der Ein- und Aufbrüche um 35 auf 379 Delikte (- 8.4 %) leicht zurückgegangen. Die Einbrüche in Mehrfamilienhäuser sind um 26 auf 108 Delikte gestiegen, bei den Einbrüchen in Einfamilienhäuser ist die Zahl um 5 Delikten auf insgesamt 87 angstiegen.

3 Betrug und Konkursdelikte +63.8%

Äusserst markant zugenommen haben die Delikte gegen das Vermögen. Leicht stieg die Anzahl der Betrugsdelikte um 12 auf 156 Tatbestände (+ 8.4 %) an. Bei den Betreibungs- und Konkursdelikten war eine überaus markante Zunahme um 92 auf 111 (+ 484.2 %) zu verzeichnen.

4 Geldwäscherei +533.3%

Während in der Vorperiode noch sechs Delikte wegen Geldwäscherei zu verzeichnen waren, so ist im letzten Jahr die Anzahl dieser Delikte um 32 auf 38 Delikte (+ 533.3 %) massiv angestiegen.

5     Leib und Leben, Sexualdelikte, Raub, Brandstiftungen

Bei den Delikten gegen Leib und Leben hat sich der Trend der Vorjahre bestätigt. Die Anzahl der Tötungsdelikten sank um zwei auf vier Delikte (- 33.3 %). In einem Fall handelte es sich um ein vollendetes Delikt. Sämtliche Tötungsdelikte konnten aufgeklärt werden. Bei den vorsätzlichen Körperverletzungen wurde entgegen dem Trend der letzten Jahre, der eine Abnahme aufzeigte, eine starke Zunahme verzeichnet. So stiegen diese um 17 auf 128 Delikte (+ 15.3 %). Zugenommen haben insbesondere die schweren Körperverletzungen von zwei auf zwölf Delikte (+ 600.0 %). Der in den letzten Jahren beobachtete kontinuierliche Rückgang bei den Raubüberfällen hat sich auch heuer bestätigt. Im Berichtsjahr nahmen die Raubüberfälle leicht um zwei auf 15 Delikte (- 11.7 %) ab. Die seit 2002 erkennbare, stetig sinkende Tendenz bei den Sexualdelikten hat sich heuer nicht bestätigt. Die Anzahl der Übergriffe im Bereich der sexuellen Integrität hat um 19 auf 72 Delikte (+ 41.2 %) zugenommen, dagegen ist die Anzahl der Vergewaltigungen von sechs auf fünf Delikte (- 16.6 %) zurückgegangen. Die Zahl der Brandstiftungen ist um ein auf vier Delikte gefallen und liegt so tief wie noch nie in den letzten zehn Jahren.

6 Häusliche Gewalt -0.5%

Im Bereich „Häuslicher Gewalt“ waren 183 Straftaten zu verzeichnen. Das ist ein Delikt weniger (- 0.5 %), als im Vorjahr. In den meisten Fällen kam es zu Drohungen, Tätlichkeiten oder einfachen Körperverletzungen. Die Kantonspolizei rückte in weiteren 115 (im Vorjahr 96) Fällen aus, ohne dass ein Straftatbestand erfüllt war.

7 Betäubungsmitteldelikte +13.1%

Im Berichtsjahr war eine deutliche Zunahme der Anzahl von Anzeigen wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz um 122 auf 1‘050 Delikte (+13.1 %) zu verzeichnen. Dabei handelte es sich mehrheitlich um Personen, die wegen des Konsums angezeigt wurden. In der Sicherstellung von Betäubungsmitteln konnten die Mengen der Vorjahren deutlich nicht erreicht werden. In 41 Fällen, zwei mehr als im Vorjahr, wurde wegen Handel ermittelt.

8 Ermittelte Straftäter +11.4%

Die Gesamtzahl der ermittelten Straftäter (Mehrfachzählweise = ein Beschuldigter pro Delikt). stieg deutlich um 358 auf 3’504 (+ 11.4 %). 499 Personen und damit 26 Personen weniger (- 5.5 %) waren Jugendliche (Mehrfachzählweise).Dies entspricht einer Jugendquote von 14.2 %. 1’520 der ermittelten Straftäter (Mehrfachzählweise) waren ausländischer Staatsangehörigkeit. Dies entspricht einem Anteil von 43.4 %. Im Vorjahr lag die Ausländerquote noch bei 44.9 %. 153 Jugendliche (Mehrfachzählweise) waren ausländischer Nationalität, was einer Quote von 30.7 %, entgegen 35.1 %, im Vorjahr entspricht.

9     Regionale Verteilung  Ausserschwyz / Innerschwyz

Die regionale Verteilung der Straftaten hat sich heuer zum Nachteil der Ausserschwyz verschoben. Von allen im Jahr 2012 im Kanton Schwyz verübten Straftaten entfielen 45.8 % (43.4 %) auf den inneren und 56.6 % (54.2 %) auf den äusseren Kantonsteil, welcher die Bezirke March, Höfe und Einsiedeln sowie die vier Gemeinden Rothenthurm, Unteriberg, Ober­iberg und Alpthal umfasst. Einzig im Bezirk March (-0.2 %) war eine leichte Abnahme der Anzahl Delikte zu verzeichnen. Im Bezirk Küssnacht (+ 8.5 %), Höfe (+ 14.9 %), Einsiedeln  (+ 1.5 %), Schwyz (+ 0.7 %) sowie Gersau (+4.2 %) stiegen die Deliktszahlen an.

10    Allgemein

§ Eine weiterhin konsequente Spurensicherung und Auswertung gewährleistete den Erfolg in der polizeilichen Ermittlungstätigkeit. So wurden 51 (46) Täter aufgrund von DNA-Spuren sowie 45 (29) aufgrund von Dakty- und Schuhspuren überführt.

§ Im Jahr 2012 nahmen sich 19 (27) Menschen das Leben. Wiederum musste ein Drogentoter (1) verzeichnet werden.

§ Mit 960 Straftaten im Bereich von Sachbeschädigungen wurde eine Zunahme von 34 Taten (+ 3.6 %) verzeichnet. 25.8 % (14.5 %) der Sachbeschädigungen konnten aufgeklärt werden.

§ Durch die Aufnahme ihrer Kontrolltätigkeit auf den internationalen Zügen und ihrem Posten auf dem Bahnhof Goldau wurden durch das Grenzwachtkorps 2010 bedeutend mehr Personen zur strafrechtlichen Weiterbearbeitung im Bezirk Schwyz an die Kantonspolizei Schwyz übergeben. Wie bereits im 2011 ging diese Zahl erneut zurück. Die Anzahl Delikte aus dem Bereich der Ausländergesetzgebung im Bezirk Schwyz gingen von 172 auf 148 (- 13.9 %) zurück.

§ Die Kantonspolizei ermittelte auch im vergangenen Jahr in keinem Fall mehr wegen des Verdachts des Menschenhandels.

11 Schwerpunkte 2013

Die Erarbeitung und Umsetzung möglichen Zusammenarbeitsformen mit benachbarten Polizeikorps – z.B. mit der Zuger Polizei im Bereich IT-Forensik (Sicherstellung und Auswertung von digitalen Daten) sowie Sonderelektronik - werden die Kantonspolizei Schwyz im kommenden Jahr beanspruchen. Aber auch das konsequente Vorgehen bei Jugendgewalt, das Eindämmen der Einbruchsdelikte im Wohnbereich und von Raubdelikten, Aktionen im Betäubungsmittelbereich sowie das verdeckte Vorermitteln im Internet bilden Schwerpunkte polizeilichen Handelns.