Direkt zum Inhalt springen

Acceskeys

Kanton Schwyz - Behörden - Sicherheit, Polizei - Kantonspolizei - Prävention - Kriminalstatistiken - 2014

Weniger Straftaten – markante Abnahme bei den Delikten gemäss Strafgesetzbuch und bei den Betäubungsmitteldelikten

Im vergangenen Jahr ist die Anzahl aller verübten Straftaten im Kanton Schwyz stark zurückgegangen. Die Kantonspolizei stellte deutlich weniger Delikte gemäss Strafgesetzbuch und bei den Betäubungsmittelstraftaten fest. Ebenso nahm die Zahl der Einbruchsdelikte stark ab. Jugendliche begingen im Jahr 2014 weniger Delikte, dennoch stieg die Jugendquote leicht an. Die Ausländerrate stieg deutlich an. Eine erneute markante Verschiebung ist bei den Regionen festzustellen. In der Region Ausserschwyz wurden mehr Delikte verübt als im Jahr zuvor. Dennoch ist die Sicherheitslage im Kanton Schwyz im schweizweiten Vergleich gut.

Straftaten

Im Jahr 2014 wurden im Kanton Schwyz insgesamt 5‘931 Delikte gemäss Strafgesetzbuch, Betäubungsmittelgesetz, Ausländergesetzgebung und Bundesgesetzgebung erfasst, was gegenüber dem Vorjahr einer markante Abnahme von 1‘234 Straftaten (- 17.2%) entspricht.

Leib und Leben

Bei den Delikten gegen Leib und Leben mussten wiederum 298 Delikte (2013: 298) verzeichnet werden. Die Aufklärungsquote liegt bei 92.3% (2013: 86.6%). Im Jahr 2014 verzeichnete die Kantonspolizei Schwyz kein vollendetes Tötungsdelikt. Von den fünf versuchten Tötungsdelikte
(+ 25.0%) konnten deren drei aufgeklärt werden. Bei den vorsätzlichen Körperverletzungen stieg die Deliktszahl auf 120 Straftaten (+ 3.4%). Die vorsätzlichen schweren Körperverletzungen stiegen von sechs auf elf Delikte an. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 91.7% (2013: 84.5%). Der in den letzten Jahren kontinuierliche Rückgang von Raubüberfällen hat sich wiederum bestätigt. Nach dem letztjährigen statistischen Ausreisser sanken die Raubüberfälle markant um 17 auf sechs Delikte (- 73.9%).

Vermögen

Die Delikte gegen das Vermögen sind markant gesunken. So wurden 2'997 Straftaten verzeichnet, was eine Abnahme um - 17.2% bedeutet. Die Abnahme ist insbesondere auf die geringeren Deliktszahlen bei den allgemeinen Diebstählen sowie den Einbruchdiebstählen zurückzuführen. Zugenommen haben die Betrugsdelikte um + 19.8% auf 115 Straftaten (2013: 96). Die Gesamtaufklärungsquote bei den Vermögensdelikten liegt bei 22.5% (2013: 24.2%).

Die Zahl der Ein- und Aufbrüche ist um 137 auf 417 Delikte gesunken. Dies bedeutet eine Abnahme um 24.7%. Die Aufklärungsquote sank auf 12.2% (2013: 20.0%). Dies ist darauf zurückzuführen, dass im 2014 weniger Einbruchsserien aufgeklärt werden konnten.

Mit 923 Straftaten im Bereich von Sachbeschädigungen wurde eine Abnahme von 144 Taten (-13.5%) verzeichnet. 17.1% (2013: 21.5%) der Sachbeschädigungen konnten aufgeklärt werden.

Sexuelle Integrität

Die seit 2011 erkennbare Tendenz eines steten leichten Ansteigens bei den Sexualdelikten hat sich bestätigt. Angestiegen sind wiederum die Fälle von Pornografie um sieben auf 26 Fälle (+ 36.8%), während die Straftaten von Exhibitionismus um sechs Fälle auf zwei sanken. Die Anzahl der Übergriffe im Bereich der sexuellen Integrität ist um sechs auf 73 Delikte (- 7.6%) gesunken, liegt aber dennoch über den Werten der Vorjahre. Die Gesamtaufklärungsquote liegt bei 87.7% (2013: 82.3%). Bei den sexuellen Handlungen mit Kindern wurden 13 Straftaten (2013: 19) erfasst, was eine Abnahme um – 31.6% bedeutet. Die Aufklärungsquote liegt 92.3% (2013: 89.5%).

Betäubungsmittel

Es war eine starke Abnahme der Anzahl von Anzeigen wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz um 351 auf 760 Delikte (- 31.6%) zu verzeichnen. Dies ist mehrheitlich darauf zurückzuführen, dass der Konsum von Cannabisprodukten durch Erwachsene neu im Ordnungsbussenverfahren geahndet wird und diese Fälle nicht mehr in der PKS erfasst werden. Die Sicherstellungen von Betäubungsmitteln, mit Ausnahme von Marihuana 5'238 g (2013: 53'358 g), konnten im Vergleich zum Vorjahre leicht erhöht werden. Wiederum musste ein Drogentoter verzeichnet werden.

Diverse Delikte

Die Zahl der Brandstiftungen hat sich um zwei auf acht Delikte erhöht. Trotz des starken statistischen Anstiegs von + 33.3% liegt der absolute Wert verglichen mit den vergangenen Jahren sehr tief. Die Aufklärungsquote liegt bei 37.5% (2013: 33.3%).

Die Anzahl von Straftaten im Bereich Gewalt und Drohung gegen Beamte hat in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen. 2014 wurden 15 (2013: 10) Delikte angezeigt, was eine Zunahme um + 50.0% bedeutet. Erklärbar ist dieser Trendumkehr im veränderten Anzeigeverhalten der Betroffenen. Die Aufklärungsquote liegt bei 93.3% (2013: 90.0%).

Im Bereich Häuslicher Gewalt waren 221 Straftaten zu verzeichnen. Das sind 17 Delikte mehr (+ 8.3%), als im Vorjahr. In den meisten Fällen kam es zu Drohungen, Tätlichkeiten oder einfachen Körperverletzungen. Die Kantonspolizei rückte in weiteren 125 (2013: 121) Fällen aus, ohne dass ein Straftatbestand erfüllt war.

Aufklärungsquote

Die Gesamtaufklärungsquote der Kantonspolizei Schwyz ist auf 49.9% gesunken (2013: 51.3%). Die Aufklärungsquote der Straftaten gegen das Strafgesetzbuch konnte bei 36.7% (2013: 36.8%) gehalten werden. Bei den Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz ist die Quote mit 98.8% wiederum über dem schweizerischen Durchschnittswert (96.6%).

Ermittelte Straftäter

Die Gesamtzahl der ermittelten Straftäter sank um 786 auf 2'945 (- 21.1%). Bei den Verstössen gegen das Strafgesetzbuch waren 48.4% der Beschuldigten Schweizer Staatsangehörige (2013: 51%). 28.7% sind der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung zuzuordnen (2013: 26%). 2.9% der Delikte wurden durch Asylsuchende verübt (2013: 6.6%) und 19.9% durch die übrige ausländische Bevölkerung, so zum Beispiel durch „Kriminaltouristen“ (2013: 16%).

1‘445 (2013: 1'615) der ermittelten Straftäter waren ausländischer Staatsangehörigkeit. Dies entspricht einem Anteil von 49.1%. Im Vorjahr lag die Ausländerrate tiefer, nämlich bei 43.3%. 123 (2013: 135) Jugendliche waren ausländischer Nationalität, was einer leicht gefallenen Rate von 30.1%, entgegen 32.2% im Vorjahr, entspricht.

Trotz sinkender absoluter Zahl jugendlicher Täter ist der Anteil der Jugenddelikte im Gesamtrahmen leicht angewachsen. Die Jugendrate ist auf 13.9% angestiegen (2013: 11.5%). Dies widerspricht einer seit langem im Kanton Schwyz zu erkennende Tendenz einer sinkenden Jugendquote.

Regionale Verteilung

Die regionale Verteilung der Straftaten hat sich erneut zum Nachteil von Ausserschwyz verschoben. Von allen im Kanton Schwyz verübten Straftaten entfielen 44.7% (2013: 49.1%) auf den inneren und damit 55.3% (2013: 50.9%) auf den äusseren Kantonsteil, welcher die Bezirke March, Höfe und Einsiedeln sowie die vier Gemeinden Rothenthurm, Unteriberg, Oberiberg und Alpthal umfasst. In fünf Bezirken war eine Abnahme der Anzahl Delikte zu verzeichnen, so im Bezirk Küssnacht (- 15.1%), Gersau (- 17.0%), Schwyz (- 22.7%), Einsiedeln (- 24.1%) und Höfe (- 14.0%). Einzig im Bezirk March wurden im Vorjahr + 10.2% mehr Straftaten verübt.

Verschiedenes

Im Rahmen ihrer Zusammenarbeit führte die Koordinationsstelle für die Bekämpfung der Internetkriminalität (KOBIK) im Auftrag und unter Führung der Kantonspolizei Schwyz gemäss Schwyzer Polizeigesetzgebung 28 (2013: 17) verdeckte polizeiliche Vorermittlungen im Bereich der Kinderpornografie.

Mitarbeitende der Kantonspolizei Schwyz führten an verschiedenen Schulen und Gymnasien Präventionsanlässe durch. In diesen wurden rund 6‘500 Schülerinnen und Schüler mit dem Thema „Polizei – was nun“, Gewalt, Drogen und Alkohol sowie dem Umgang mit neuen Medien konfrontiert. An 14 Elternabenden wurden rund 1‘000 Erziehungsberechtigte über den Umgang mit den neuen Medien informiert.

Im Kampf gegen Einbruchdiebstähle hat die Kantonspolizei mit der Kampagne „Verdacht – Ruf an!“ grosse Anstrengungen unternommen. Dank zahlreichen Verdachtsmeldungen aus der Bevölkerung konnten 16 Verhaftungen von mutmasslichen Einbrechern verbucht werden.

Schwergewichte 2015

Die Verhinderung und Aufklärung von Wohnungseinbrüchen sowie von Gewaltsdelikten und die Umsetzung eines angepassten Bedrohungsmanagements sind Schwerpunkte im 2015. Aber auch die Aufklärung von Raubdelikten, Aktionen im Menschen- und Betäubungsmittelhandel sowie die Ausrichtung auf zukünftige Ermittlungsanforderungen bilden weitere Schwerpunkte kriminalpolizeilichen Handelns.