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Insolvenzentschädigung

Begriff Insolvenzentschädigung

Die Insolvenzentschädigung (IE) ist eine Leistungsart der Arbeitslosenversicherung, welche das Risiko der Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers abdeckt und kann nur durch die öffentliche Arbeitslosenkasse des jeweiligen Wohn- oder Geschäftssitzes des Arbeitgebers ausgerichtet werden. Zahlungsunfähigkeit liegt vor, wenn über den Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wurde oder die Stellung des Pfändungsbegehrens durch den Arbeitnehmer erfolgte. Dies gilt ebenso bei Nachlassstundung oder richterlichem Konkursaufschub.

Ausrichtung der Insolvenzentschädigung

Die IE wird ausgerichtet, wenn der zahlungsunfähige Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer die ausstehenden Lohnzahlungen nicht mehr vertragsgemäss leisten kann. Sie ist zeitlich auf die letzten vier Monate des Arbeitsverhältnisses beschränkt. Die IE kann nur für geleistete Arbeit ausgerichtet werden.

Vorgehen

Der Antrag auf Insolvenzentschädigung ist vom Arbeitnehmer spätestens 60 Tage nach

  • Veröffentlichung des Konkurses;
  • der Nachlassstundung;
  • einem richterlichen Konkursaufschub im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB);
  • dem Pfänderungsvollzug oder
  • nach Ablauf eines Jahres ab Zustellung des Zahlungsbefehls bei Nichteröffnung des Konkurses (infolge offensichtlicher Ueberschuldung des Arbeitgebers)

bei der öffentlichen Arbeitslosenkasse des Kantons einzureichen, in welchem der Arbeitgeber seinen Geschäftssitz hatte. Nach Ablauf dieser Fristen erlischt der Anspruch auf Insolvenzentschädigung.

Leistungen der Insolvenzentschädigung

Die IE deckt die Lohnforderungen für die letzten 4 Monate des Arbeitsverhältnisses, jedoch nur bis zum jeweiligen Höchstbetrag für die Beitragsbemessung der Arbeitslosenversicherung, das heisst höchstens bis Fr. 12'350.-- monatlich (Fr. 148'200.- / Jahr). Zuerst werden 70 % der Gesamtforderung ausbezahlt. Danach werden bei den Sozialversicherungen die Prämien angefragt. Nach Erhalt der ausgefüllten Listen erfolgt die Schlussabrechnung abzüglich der Sozialversicherungsprämien. Die Kinder- und Ausbildungszulagen sind bei der Familienausgleichskasse des ehemaligen Arbeitgebers geltend zu machen.

Weiterführende Informationen zum Thema "Insolvenzentschädigung":
seco Info Broschüren für Arbeitslose