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Kanton Schwyz - Behörden - Staatskanzlei, Departemente - Sicherheitsdepartement - Kantonspolizei - Prävention - Kriminalstatistiken - 2000

Kriminalstatistik 2000

Zunahme der Gewaltbereitschaft / Mehr Einbrüche als im Vorjahr

Auch der Kanton Schwyz bleibt von der zunehmenden Gewaltbereitschaft nicht verschont. Die Kantonspolizei sah sich im Jahr 2000 vermehrt mit schweren Delikten wie vorsätzlicher Tötung, Versuche dazu und Körperverletzungen konfrontiert. Drei Fälle von Entführung und Freiheitsberaubung unterstreichen diese Negativtendenz.
1999 erreichte die Zahl der Einbrüche einen langjährigen Tiefststand, der jedoch nicht lange anhielt. Im Jahr 2000 verzeichnete die Kantonspolizei Schwyz eine Zunahme von 13%. Rückläufig sind erfreulicherweise Delikte wie Widerhandlungen gegen die Sexuelle Integrität.
Die Kantonspolizei Schwyz setzt ihren Ermittlungsfokus für das laufende Jahr und 2002 auf die Bekämpfung der zunehmenden Gewaltbereitschaft und auf Schwarzarbeit im Rotlichtmilieu. Ein weiteres Augenmerk gilt der Ausmerzung von Anlagebetrug.

Einbrüche

Der Rückgang der Einbrüche 1999 hielt nur kurz an. Bandenmässige Einbrecher und eine grössere Anzahl Kriminaltouristen liessen die Einbruchdelikte um 12.9 % anwachsen.

Jahr 

 1994 

 1995 

 1996 

 1997 

 1998 

 1999 

 2000 

Einbrüche

 1004

 1064

 1405

 1493

 1121 

 788 

  890

Veränderung zum Vorjahr 

 --

  +6%

  +32%

  +6.3%

  -24.9%

-29.7%

  +12.9%

 

 

 

 

 

 

 

 

Sexualdelikte

Die Zahl der Widerhandlungen gegen die sexuelle Integrität war 2000 leicht rückläufig, doch ist die Gesamtsumme der Delikte immer noch beträchtlich. Sexuelle Handlungen mit Kindern mussten in 23 Fällen angezeigt werden. Insgesamt wurden 40 Täter ermittelt. Die Dunkelziffer ist unverändert hoch.

Fahrzeugdiebstähle

Die Zahl der Fahrzeugdiebstähle ist weiterhin rückläufig. Gründe dafür liegen im gesättigten Markt in den ehemaligen Ländern des Ostblocks als dem bis anhin grössten Abnehmer gestohlener Fahrzeuge. Auch die verbesserte Diebstahlssicherheit der Fahrzeuge (z. B. Wegfahrsperren) dürfte dazu beitragen.

Weitere Eigentumsdelikte

Die abflauende Rezession dürfte einer der Hauptgründe für das markante Abnehmen der Betrugstatbestände sein. Gegenüber dem Vorjahr gingen diese Delikte um 45% zurück. Im Bereich der Wirtschaftskriminalität musste in Konkursverfahren, Geldwäscherei, Wucher und Computerdelikten ermittelt werden.

Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

Eine verstärkte Kontrolltätigkeit vorab an Bahnhöfen, Hafenanlagen und Einkaufszentren liess die Anzahl der Anzeigen gegen das Betäubungsmittelgesetz auf das Doppelte gegenüber dem Vorjahr anwachsen. Die Zahl der Drogentoten liegt mit 4 im Durchschnitt der Vorjahre.

Schwarzarbeit

178 Personen mussten wegen Verstössen gegen das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG) angezeigt werden. Deutlicher Leader bei der Schwarzarbeit waren die Rotlichtbetriebe mit 47 verzeigten Personen.

Festnahmen

2000 wurden im Rahmen von Ermittlungsverfahren 251 Personen festgenommen was einem Rückgang von knapp 7% entspricht. 89 Personen mussten in Ausschaffungshaft und 108 Personen in Gewahrsam genommen werden. Bei den Ausschaffungen handelt es sich vorwiegend um abgewiesene Asylbewerber. Unter die Rubrik Ingewahrsamnahme fallen Personen, welche infolge von Alkohol- oder Drogenkonsum sich nicht selbst überlassen werden konnten oder andere gefährdeten. Auch fallen darunter Personen, welche aufgrund einer ärztlichen Anordnung in eine psychiatrische Anstalt einzuweisen waren.

Aufklärung von Straftaten und Täterprofil

775 Personen wurden 2000 zur Anzeige gebracht oder standen in einem Strafverfahren. Das sind 329 Personen weniger als im Vorjahr. Die Begründung liegt darin, dass die Kräfte hauptsächlich auf schwere Delikte mit aufwändigen Ermittlungsverfahren ausgerichtet wurden. Die 775 ermittelten Täter gliedern sich auf in

  • 40.4 % (34.1) Schweizer/innen
  • 35.0 % (53.1) in der Schweiz wohnhafte Ausländer/innen (ohne Asylsuchende)
  • 7.2 % (7.8) Asylsuchende
  • 17.4 % (5.0) im Ausland wohnhafte Ausländer/innen

Die im Zusammenhang mit Ermittlungsverfahren gegen Verbrechen und Vergehen verhafteten Ausländer stammten aus 49 verschiedenen Staaten, darunter auch Bürger aus Ländern wie Tadschikistan, Syrien, Vietnam oder Palästina.

Altersstruktur der Täter

Von den 775 angezeigten Personen waren 145 (18.7%) jünger als 18 Jahre. 1999 betrug dieser Anteil noch fast 42%. Die Anteile der jugendlichen Täter unterliegen jährlich starken Schwankungen und müssen differenziert betrachtet werden. Entgegen dem Vorjahr waren 2000 deutlich weniger Serienstraftaten (Raub, Betrug, Einbrüche) von solchen Gruppierungen begangen worden.

Regionale Verteilung der Straftaten

Von allen im Jahr 2000 im Kanton Schwyz verübten Straftaten fielen 37% auf die Sicherheitspolizeiregion Innerschwyz und 63% auf die Sicherheitspolizeiregion Ausserschwyz.

Medien

Das Internet als Fahndungsmittel hat sich definitiv durchgesetzt. Im vergangenen Jahr besuchten über 1,3 Million Internet-Nutzer die Webseite von SWISSPOLICE (www.swisspolice.ch). Neben dem Internet, den Print- und den Radiomedien ist auch das Fernsehen als Informationsträger und Fahndungsmittel vermehrt mit Erfolg genutzt worden.