Direkt zum Inhalt springen

Acceskeys

Kanton Schwyz - Behörden - Staatskanzlei, Departemente - Sicherheitsdepartement - Kantonspolizei - Prävention - Kriminalstatistiken - 2011

Weniger Straftaten – markante Zunahme bei den Delikten des Strafgesetzbuches

Im vergangenen Jahr ist die Anzahl aller verübter Straftaten leicht zurückgegangen. Dennoch musste die Kantonspolizei Schwyz deutlich mehr Delikte des Strafgesetzbuches feststellen und eine leichte Zunahme der Einbruchsdelikte verzeichnen. Jugendliche begingen im Jahr 2011 deutlich weniger Delikte, hingegen waren mehr Ausländer straffällig. Eine erneute Verschiebung ist bei den Regionen festzustellen. In der Region Ausserschwyz wurden mehr Delikte verübt als in den Jahren zuvor.

1 Anzahl erfasster Straftaten - 5.3 %

Die PKS SZ 11 zeigt eine leichte Abnahme der erfassten Delikte gegenüber dem Vorjahr. Diese Abnahme steht dennoch nicht ausserhalb des langfristig steigenden Trends der letzten Jahre. Im Jahr 2011 wurden im Kanton Schwyz insgesamt 6’240 Delikte gemäss Strafgesetzbuch, Betäubungsmittelgesetz, Ausländergesetzgebung und Bundesnebengesetzen erfasst, was gegenüber dem Vorjahr einer Abnahme von 349 Straftaten (- 5.5 %) entspricht. Die Zahlen werden dadurch markant beeinflusst, dass in diesem Jahr einige Delikte der Bundesnebengesetze nicht mehr erfasst wurden.

Eine Zunahme lässt sich insbesondere bei Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch
(+ 6.0 %) feststellen. Delikte gegen die Ausländergesetzgebung (- 19.0 %), das Betäubungsmittelgesetz (- 1.0 %) sowie gegen Bundesnebengesetze (- 74.0 %) haben zum Teil deutlich abgenommen. Die meisten Delikte können auch heuer wieder den Bereichen Vermögen
(52.0 %), Betäubungsmitteldelikte (14.9 %) und Delikte gegen die Freiheit (11.4 %) zugeordnet werden.

Die Aufklärungsrate der Kantonspolizei Schwyz von 51.2 % liegt in allen Bereichen über dem gesamtschweizerischen Durchschnitt, zum Beispiel bei Delikten gemäss Strafgesetzbuch bei 37.0 % gegenüber schweizweit 26.6 %. Im Berichtsjahr wurden die polizeilichen Ermittlungen zu sechs Tötungsdelikten abgeschlossen. In allen sechs Fällen konnte die Täterschaft überführt und der Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz überwiesen werden.

2 Anzahl Diebstähle, Ein- und Aufbrüche + 8.4 %

Die Diebstahlszahlen sind um 161 auf 1’480 angestiegen (+ 12.1 %). Auch die Zahl der Ein- und Aufbrüche hat um 16 auf 414 Delikte (+ 4.0 %) wieder leicht zugenommen.

3 Betrug und Konkursdelikte + 81.1 %

Markant zugenommen haben die Delikte gegen das Vermögen so stieg die Anzahl der Betrugsdelikte um 65 auf 177 Tatbestände (+ 82.5 %) an. Bei den Betreibungs- und Konkursdelikten war eine Zunahme um acht auf 19 (+ 72.7 %) zu verzeichnen.

4 Leib und Leben, Sexualdelikte, Raub, Brandstiftungen

Bei den Delikten gegen Leib und Leben hat sich der gleichbleibende Trend der Vorjahre bestätigt. So war zwar bei den Tötungsdelikten eine Verdoppelung zu verzeichnen, nämlich um drei auf sechs Delikte (+ 100 %). In drei Fällen handelte es sich um vollendete Delikte. Sämtliche Tötungsdelikte konnten aufgeklärt werden. Bei den vorsätzlichen Körperverletzungen wurde der Trend der letzten Jahre, der eine Abnahme aufzeigte, bestätigt. So sanken diese um 36 auf 111 Delikte (- 24.4 %). Der in den letzten Jahren beobachtete kontinuierliche Rückgang bei den Raubüberfällen hat sich im vergangenen Jahr nicht bestätigt. Im Berichtsjahr nahmen die Raubüberfälle um sieben auf 17 Delikte (+ 70.0 %) zu. Die seit 2002 erkennbare, stetig sinkende Tendenz bei den Sexualdelikten hat sich auch im 2011 bestätigt. Die Anzahl der Übergriffe im Bereich der sexuellen Integrität hat um sieben auf 51 Delikte (- 12.0 %) abgenommen. Die Anzahl der Vergewaltigungen ist aber von drei auf sechs Delikte (+ 100 %) angestiegen. Die Zahl der Brandstiftungen ist um ein auf fünf Delikte gefallen und liegt so tief wie noch nie in den letzten zehn Jahren.

5 Häusliche Gewalt + 17.5 %

Im Bereich „Häuslicher Gewalt“ waren 188 Straftaten zu verzeichnen. Das sind 28 Delikte mehr (+ 17.5 %) als im Vorjahr. In den meisten Fällen kam es zu Drohungen, Tätlichkeiten oder einfachen Körperverletzungen. Die Kantonspolizei rückte weitere 96 Male aus, ohne dass ein Straftatbestand erfüllt war.

6 Betäubungsmitteldelikte - 1.0 %

Im Berichtsjahr war eine leichte Abnahme der Anzahl von Anzeigen wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz um zehn auf 928 Delikte (- 1.0 %) zu verzeichnen. Dabei handelte es sich mehrheitlich um Personen, die wegen des Konsums angezeigt wurden. Auch in der Sicherstellung von Betäubungsmitteln konnten im vergangenen Jahr höhere Mengen verzeichnet werden. In 38 Fällen, 26 weniger als im Vorjahr, wurde wegen Handel ermittelt.

7 Ermittelte Straftäter - 8.9 %

Die Gesamtzahl der ermittelten Straftäter (Mehrfachzählweise = ein Beschuldigter pro Delikt). stieg leicht um 18 auf 3’146 (+ 0.6 %). 473 Personen waren Jugendliche (Mehrfachzählweise). Dies entspricht einer Jugendquote von 15.0 %, welche sich damit um 14.3 % reduziert hat. 1’297 der ermittelten Straftäter (Mehrfachzählweise) waren ausländischer Staatsangehörigkeit. Dies entspricht einem Anteil von 44.9 %. Im Vorjahr lag die Ausländerquote noch bei 35.8 %. 166 Jugendliche (Mehrfachzählweise) waren ausländischer Nationalität, was einer Quote von 35.1 % entspricht.

8 Regionale Verteilung

Die regionale Verteilung der Straftaten hat sich im 2011 zum Nachteil von Ausserschwyz verschoben. Von allen im Jahr 2011 im Kanton Schwyz verübten Straftaten entfielen 45.8 % (47.7 %) auf den inneren und 54.2 % (52.3 %) auf den äusseren Kantonsteil, welcher die Bezirke March, Höfe und Einsiedeln sowie die vier Gemeinden Rothenthurm, Unteriberg, Ober­iberg und Alpthal umfasst. In den Bezirken Gersau (- 48.9 %) und Höfe (- 10.0 %) war eine deutliche Abnahme der Anzahl Delikte zu verzeichnen. Im Bezirk Küssnacht blieb die Anzahl Delikte gleich (+ 0.0 %). In den Bezirken March (+ 24.1%) und Einsiedeln (+ 18.7 %) sowie Schwyz (+ 2.9 %) stiegen die Deliktszahlen teilweise markant an.

9 Allgemein

  • Die weiterhin konsequente Spurensicherung und Auswertung gewährleistete den Erfolg in der polizeilichen Ermittlungstätigkeit. So wurden 46 (41) Täter aufgrund von DNA-Spuren sowie 29 (43) aufgrund von Dakty- und Schuhspuren überführt.
  • Im Jahr 2011 nahmen sich 27 (23) Menschen das Leben. Leider musste ein Drogentoter (1) verzeichnet werden.
  • Mit 926 (936) Straftaten im Bereich von Sachbeschädigungen wurde eine Abnahme von zehn Taten verzeichnet. 14.5 % (15.5 %) der Sachbeschädigungen konnten aufgeklärt werden.
  • Durch die Aufnahme ihrer Kontrolltätigkeit auf den internationalen Zügen und ihrem Posten auf dem Bahnhof Goldau wurden durch das Grenzwachtkorps 2010 bedeutend mehr Personen zur strafrechtlichen Weiterbearbeitung im Bezirk Schwyz an die Kantonspolizei Schwyz übergeben. Dieser Trend wurde im 2011 gebrochen. Die Anzahl Delikte aus dem Bereich der Ausländergesetzgebung im Bezirk Schwyz gingen von 201 auf 172 (- 14.4 %) zurück.
  • Die Kantonspolizei ermittelte auch im vergangenen Jahr in keinem Fall mehr wegen des Verdachts des Menschenhandels.
  • In sechs Fällen, im Vorjahr war es keiner, wurde wegen Geldwäscherei ermittelt.

10 Schwerpunkte 2011

Die Umsetzung erster Lehren aus der Einführung der Schweizerischen Strafprozessordnung sowie mögliche Zusammenarbeitsformen mit benachbarten Polizeikorps werden die Kantonspolizei Schwyz im kommenden Jahr beanspruchen. Aber auch das konsequente Vorgehen bei Jugendgewalt, das Eindämmen der Einbruchsdelikte im Wohnbereich und von Raubdelikten, Aktionen im Betäubungsmittelbereich sowie das verdeckte Vorermitteln im Internet bilden Schwerpunkte polizeilichen Handelns.

Kantonspolizei Schwyz

Chef Kriminalpolizei

Oblt Stephan Grieder, Fürsprecher