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Mobbing

Man spricht von Mobbing, wenn eine Person oder eine Gruppe wiederholt und über eine längere Zeitspanne die Würde eines anderen Menschen verletzt (Anhaltspunkte: ca. einmal pro Woche über mind. etwa sechs Monate). Dies geschieht, indem der/die Betroffene schikaniert, übergangen, abgewertet, beleidigt oder schlicht ignoriert wird. Klar zu unterscheiden sind die Begriffe Mobbing und Konflikt, denn Konflikte entstehen überall dort, wo Menschen miteinander zu tun haben. Konflikte sind deshalb unvermeidlich und alltäglich. Werden ernsthafte und andauernde Konflikte jedoch nicht frühzeitig erkannt oder gelöst, können sie sich zu Mobbing weiterentwickeln. Aber aufgepasst: Nicht hinter jeder Auseinandersetzung, nicht hinter jeder Kritik verbirgt sich tatsächlich ein gezieltes Mobbing.

Wer mobbt?

Vorgesetzte, Untergebene und/oder ArbeitskollegInnen

Wer sind die Betroffenen?

Vorgesetzte und Mitarbeitende, Frauen und Männer, unabhängig von Alter, Zivilstand, äusserer Erscheinung, Bildungshintergrund oder beruflicher Position.

Welches sind typische Mobbing-Handlungen?

  • Blossstellungen, abschätzige Bemerkungen, Sticheleien
  • Anschreien und lautes Schimpfen
  • Ignorieren, wie „Luft“ behandeln
  • Kontaktverweigerung
  • Abschätzige Blicke oder Gesten
  • Vorenthalten von Informationen
  • Gerüchte verbreiten, über jemanden schlecht reden

Weitere Hinweise auf Mobbing-Handlungen finden Sie im Online Mobbing-Test!

Folgen von Mobbing für die Betroffenen

  • Anhaltender und zunehmender Stress
  • Psychische Beeinträchtigungen: Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, Gedankenautomatismen (Grübelzwang), Reizbarkeit, Merkfähigkeits- und Gedächtnisstörungen, Identitäts- und Selbstwertkrisen, Erschöpfungs- und Versagenszustände
  • Psychosomatische Störungen und Erkrankungen: Atemnot, Herzschmerzen, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Muskelverspannungen, Herzinfarkt, Magen- und Darmerkrankungen
  • Beeinträchtigung, Zerstörung sozialer Beziehungen: Partnerschaft, Familie, Freunde, Kollegen
  • Psychische Erkrankungen: Depression, Paranoia, Selbsttötung

Möglichkeiten, sich gegen Mobbing zu wehren:

  • Ungereimtheiten gleich zu Beginn an der Wurzel angehen. Ungerechtigkeiten nicht akzeptieren. Sofort reagieren: klar und deutlich sagen, dass man das Verhalten des Gegenübers nicht toleriert.
  • Auf Veränderungen des eigenen Verhaltens und jenes der KollegInnen achten. Unerfreuliche oder abweisende Verhaltensweisen des Umfeldes wahrnehmen, ernst nehmen und nicht verdrängen.
  • Ungute Gefühle nicht in sich hineinfressen; sich nicht zurückziehen.
  • Bei wohlgesinnten Mitmenschen, privat oder in Selbsthilfegruppen, moralischen und menschlichen Rückhalt und verstärkende Unterstützung holen. Falsche Scham überwinden/ablegen.
  • Frauen und Männer im Arbeitsumfeld auf das Problem ansprechen und auf das beginnende Mobbing sachlich aufmerksam machen. Jedoch die KollegInnen nicht als Verbündete in die Abwehr-Strategien miteinbeziehen.
  • Tagebuch in Form eines Protokolls führen: jede Art von Übergriffen, auch harmlos scheinende, schriftlich festhalten (Datum, Zeit, beteiligte Personen).
  • Zeugen suchen und deren Aussagen schriftlich bestätigen lassen.
  • Vorgesetzte, wenn nötig übergeordnete Vorgesetzte um Hilfe bitten. Gruppengespräche, Supervision oder Mediation durch firmenexterne Fachperson verlangen.
  • Keine ungerechtfertigten Qualifikationen und Zeugnisse akzeptieren: schriftliche Gegendarstellung machen und Berichtigung, d.h. neue Beurteilung verlangen.
  • Keine Zugeständnisse in Besprechungsprotokollen machen: Unterschrift verweigern oder im Protokoll eigenhändig Berichtigungen anbringen.
  • Wenn das Mobbing nicht aufhört, frühzeitig Beratung holen bei einer Fachstelle, wie z.B. Mobbing Beratungsstelle. Keine Strategie im Alleingang!
  • Frühzeitig den Arzt aufsuchen bei Konzentrationsschwierigkeiten, Ess- und Schlafstörungen, Herzbeschwerden oder Angstzuständen etc.
  • Wenn ein offenes Gespräch nicht möglich ist, den Mobbern schriftlich klar machen, dass deren Verhalten und Agieren nicht akzeptiert wird und dass sie das unerwünschte Tun unterlassen sollen (Kopie des Briefes aufbewahren).
  • Rechtsberatung einholen: Mobbing Beratungsstelle, Arbeitsgericht, Verband, Gewerkschaft, Anwalt, Rechtsschutzversicherung.
  • Beschwerde bei der betriebsinternen Instanz einreichen.
  • Den untätigen Arbeitgeber beim kantonalen Arbeitsinspektorat anzeigen.
  • Im Falle einer Entlassung überprüfen, ob die Kündigung missbräuchlich ist (Art. 336 OR).

Quelle: Mobbing Beratungsstelle Bern und Zürich, hier finden sich auch weitere Informationen zum Thema und zum Schutz vor Mobbing.

Mit den Sozialen Medien auf dem Internet ist neu auch Cybermobbing aufgetreten, das sich aber nicht nur auf den Arbeitsplatz beschränkt und bei dem in der Regel die Täterschaft nicht auf den ersten Blick klar erkennbar ist.

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