Direkt zum Inhalt springen

Acceskeys

Kanton Schwyz - Behörden - Staatskanzlei, Departemente - Sicherheitsdepartement - Amt für Militär, Feuer- und Zivilschutz - Zivilschutz - ZS-Bauten - Schutzbauten - Planung und Ausführung - Architekt

Architekt - Planung von Schutzbauten

Allgemein
Abschlüsse - Panzertüren
Ausstiegsschacht
Gittersicherung
Fluchtröhre
Isolation
Luftfassung für Schutzräume
Raumhöhe
Schachtabdeckungen
Steighilfen
Strahlenschutz
Wintergarten im Bereich des Ausstiegschachtes

 

Allgemein

Treten bei bewilligten Schutzbauten Probleme auf, die Einfluss auf die Gestaltung des Schutzraumes (Grundriss, Raumhöhe, Möblierung, Standort der techn. Installation), so ist mit unserer Amtsstelle (E-Mail, Fax oder Telefon) Kontakt aufzunehmen. Dabei können Sie unsere Arbeit erleichtern, wenn Sie die Schutzraum-Objektnummer angeben, die mit dem Bewilligungsverfahren vergeben wird. Die Nummer finden Sie auf dem bewilligten Schutzraumplan M 1:50.

Pflichtschutzräume für Alters- und Krankenheime sind nach den Weisungen für spezielle Schutzbauten (TWS 1982, Kap. 4) zu planen und erstellen. Infolge diverser Änderungen in den TWS bitten wir Sie, dass Sie vor Planungsbeginn mit unserer Amtsstelle Kontakt aufzunehmen.

Hinweise:
- Alle verwendeten Komponenten in Schutzbauten müssen über eine BZS Zulassung verfügen.
- Sämtliche Komponenten müssen schocksicher montiert sein.
- Alle verwendeten Befestigungselemente (Dübel, Anker) müssen über eine BZS Zulassung verfügen.

ˆ nach oben

 

Abschlüsse - Panzertüren

Panzertüren dienen als Aussenabschlüsse (Dicke 20 cm), Drucktüren (Dicke 10 cm) als Zwischenabschlüsse von Schutzräumen. In den für die Schweiz bestimmten Anlagen nach TWP, TWS, TWO dürfen nur normierte Panzertüren, die den Vorschriften des BABS entsprechen, eingebaut werden. Die Panzertüren sind so konstruiert, dass sie den geforderten Schutz gegen reflektierten Luftstoss, Kernstrahlung, gasförmige Kampfstoffe sowie Brandhitze, Splitter und Staub bieten.

 

Panzertüre / Drucktüre

 

Panzertor zu Geräteraum

 

Panzerdeckel

 

Panzerschiebewand

Die Masse der Türen sind:

BezeichnungFlügel
Anzahl
Lichtmass
Breite in cm
Lichtmass
Höhe in cm
Stärke
Türblatt in cm
Schutzgrad
bar
Spezielles
Panzertüre PT1

1

80

185

20

3

 
Panzertüre PT2

1

100

185

20

3

 
Panzertüre PT3

1

140

220

20

3

Schwelle wegnehmbar
Panzertüre PT4

1

60

120

20

3

 
Panzertor PTO1

2

240

210

20

1

 
Panzertor PTO2

2

240

210

25

3

 
Panzerdeckel

1

60

80

20

3

 
Panzerschiebewand  

bis 700

240

25 oder 35

1 und 3

 
Drucktüre DT1

1

80

185

10

0.5

 
Drucktüre DT2

1

100

185

10

0.5

 
Drucktüre DT3

1

140

220

10

0.5

Schwelle wegnehmbar

Panzertüren / Drucktüren
Panzertüren dienen als Aussenabschlüsse, Drucktüren als Zwischenabschlüsse von Schutzräumen. 
In Schutzbauten mit einem Fassungsvermögen von mehr als 50 Schutzplätzen muss eine Eingangsschleuse erstellt werden.

Panzertore
Panzertore sind 2-flüglig und werden als Abschlüsse für spezielle Materialräume, Schutzräumen und militärischen Anlagen verwendet. Vielfach werden diese Abschlusstypen den jeweiligen Bedürfnissen angepasst konstruiert und ausgeführt.

Panzerschiebewände
Panzerschiebewände sind 1- oder 2-flüglig und werden als Abschlüsse für grosse Durchfahrten z.B. von Sammelgaragen und insbesondere für militärische Anlagen verwendet. Vielfach werden diese Abschlusstypen den jeweiligen Bedürfnissen angepasst konstruiert und eingebaut.

Panzerdeckel
Notausstiegsschacht oder Fluchtröhre werden mit einem Panzerdeckel abgeschlossen, der auf der Innenseite des Schutzraumes angeschlagen ist.

Abnahme
Werden bei der Einregulierung der Schutzraumabschlüsse Unregelmässigkeiten festgestellt, die nicht den Richtlinien des Bundesamtes für Zivilschutz betreffend der Abnahmekontrolle von Schutzraumabschlüssen  [151 KB] entsprechen, ist dies unserem Amt zu melden. Zu grosse Abstände bei den Abschlussvorrichtungen können Massnahmen zur Folge haben, die in Absprache mit unserem Amt von der Lieferfirma (Garantieleistung) zu beheben sind.

ˆ nach oben

 

Ausstiegsschacht

Jede Schutzbaute verfügt über einen Notausgang. Dieser Notausgang wird mit dem Einbau eines Fenster (b/h = 60/80 cm) sowie der Montage eines Notausstiegsschachtes oder einer Fluchtröhre realisiert. Der Schutzraumhüllenabschluss erfolgt mit einem Beton- oder Stahldeckel. Die Wasserdichtigkeit der Abschlüsse ist nicht verlangt. Trotzdem wird die Schutzraumfunktion gewährleistet.

Die Lichtmasse des Notausstiegsschächte betragen 60/80 cm. Bei einer Schachthöhe ab 1.50 m ist die Montage von Steigeisen, mit einem Sprossenabstand von 30 cm oder einer Steigleiter vorgeschrieben. Wir empfehlen den Einbau auch bei einer geringerer Höhe, womit ein besserer Unterhalt möglich wird. Bei den Notausstiegsschächten müssen die Steighilfen aus Platzgründen seitlich eingebaut werden. Da in letzter Zeit vermehrt Aussenisolationsplatten angewendet werden, ist die Schachtabmessung dementsprechend anzupassen. Die verlangten Lichtmasse von 60/80 cm beziehen sich ab Ausserkante Fassade im Erdgeschoss. Wird die Schachtabmessung vergrössert, ist die Höhenlage der Sturzunterkante infolge dem Strahlungs-Einfallswinkel von 30° zu beachten.

Wird infolge Grundwasservorkommen ein Ortsbetonschacht mit Betonboden erstellt, so ist dringend ein Bodenablauf einzubauen. Der Ablauf sollte in einer Schachtecke - nicht unter der Steighilfe - plaziert werden. Der Ablauf ist in diesem Fall gemäss nebenstehender Skizze Fig. 2.7-5 TWP an die Gebäudekanalisation anzuschliessen.

Bei Notausstiegen besteht die Gefahr, dass das Regenwasser bis zum Fenster fliesst. Um die Stahlteile vor der Rostbildung zu schützen, empfehlen wir entsprechende bauliche Massnahmen zu ergreifen. Dies kann mit dem Einlegen eines Wassernasenprofils im Fenstersturz, oder / und dem Montieren eines Wasserabtropfbleches auf der Schachtseite verhindert werden.

ˆ nach oben

 

Gittersicherung

Schachtabdeckungen über Einstiegsöffnungen sind mit einfachen Mitteln zu sichern. Es sind rostfreie Systeme zu verwenden, die keine Werkzeuge zur Freigabe erfordern.

ˆ nach oben

 

Fluchtröhre

Bei Gebäuden mit einer Traufhöhe von über 4 Metern muss eine Fluchtröhre gebaut werden. Der Ausstieg ist bis ausserhalb des Trümmerbereiches des Gebäudes zu führen. Der Trümmerbereich wird als halbe Fassadenhöhe (fertig Terrain bis Traufhöhe) definiert. Die Fluchtröhre wird normalerweise mit Fertigelementen erstellt. Im Bereich von Grund- und Hangwasser wird die Fluchtröhre in der Regel als Rechteckprofil in Ortsbeton (b/h = 80/100 cm) erstellt.

Schutzbauten die ein Fassungsvermögen von 14 und mehr Schutzplätzen aufweisen, müssen anstelle eines Aussenschachtes mit einer Fluchtröhre erstellt werden. Die Fluchtröhre wird aus Betonrohren mit einer Lichtweite von 1 m oder als Eiprofil (NW 80/120 cm) erstellt.
Bei Schutzbauten ab 50 Schutzplätzen müssen mindestens 2 Notausgänge erstellt werden. Die Anzahl und der Typ ist im Kap. 2.71 der TWP 1984 (S. 48) festgelegt.

Der Ausstiegsschacht muss mit einem gelochten Deckel (Luftfassung für die Ventilation) NW 60 cm auf einem Konus 60/100 cm abgeschlossen werden.

 

 

 

Liegt der Schacht im Bereich von asphaltierten Vorplätzen, so müssen zusätzliche bauliche Massnahmen ergriffen werden, um einen geschlossenen Deckel zu versetzen.

An der Hausfassade ist eine Halbschale NW 40 cm (Bild rechts oben), abgedeckt mit einem Gitterrost, auf den Scheitel der Fluchtröhre zu versetzen.


Eine weitere Möglichkeit kann ein Luftfassungsrohr (Bild rechts unten) sein.

 

Beachten sie dazu das Merkblatt:

 

MB Luftfassung Fluchtröhre


 

Muss die Fluchtröhre infolge Grundwasser oder anderen Hindernissen relativ hoch angelegt werden, so kann anstelle des Konuses eine Schachtabdeckung NW 100 mit exzentrischer Öffnung NW 60 cm versetzt werden. Damit an der Erdoberfläche nur ein Deckel mit NW 60 cm sichtbar bleibt, darf auf die Schachtabdeckung (d = 10 cm) ein Brunnenring NW 60 cm (h <= 20 cm) versetzt werden. Damit die Konstruktion auf die richtige Höhe zu liegen kommt, muss allenfalls unterhalb der erwähnten Schachtabdeckung ein Brunnenring mit NW 100 cm versetzt werden. Die gesamte Konstruktionshöhe darf maximal 30 cm betragen. Die Höhe des geringen Durchmessers muss so tief als möglich gehalten werden, damit ein Ausstieg gewährleistet bleibt, der zusätzlich durch die Steigleiter eingeengt wird.

ˆ nach oben

 

Isolationen

Wärmeisolationen haben auf das Klima in einem Schutzraum folgende Auswirkungen:

Aufgrund der Weisungen des Bundesamtes dürfen im Schutzraumbereich keine Isolationen angebracht werden. Dies gilt innerhalb und ausserhalb (gegen Erdreich) der Schutzraumhülle. Liegt der Schutzraum innerhalb des Gebäudes, so darf mit dem Bodenbelag des darüberliegenden Geschosses eine Isolation verlegt werden.

Besteht trotzdem die Absicht eine Isolation anzubringen, so muss eine Genehmigung unserer Amtsstelle eingeholt werden. Mit entsprechenden Auflagen ist eine demontierbare Isolation innerhalb des Schutzraumes möglich. 

Es sind wiederverwendbare Befestigungsmittel für die Isolationsplatten zu verwenden. Ein Merkblatt für mögliche Produkte ist verfügbar.

Vor dem Anbringen der Isolation muss mit unserer Amtsstelle zwecks Kontrolle (Vorabnahme des Schutzraumes) ein Termin vereinbart werden.

ˆ nach oben

 

Luftfassung für Schutzräume

Die Luftfassung für die Ventilationsaggregate in den Schutzräumen befindet sich im Ausstiegsschacht oder der Fluchtröhre.

Beim Standort des Ausstiegsschachtes ist darauf zu achten, dass für die Luftfassungen weder Abluft aus anderen Schutzräumen noch diejenige von Tank- oder Kanalisationsentlüftungen angesogen werden kann. Ebenso dürfen keine Entlüftungen aus neben- oder darüberliegenden Waschküchen (Luftfeuchtigkeit) in die Notausstiege geführt werden.

Der Standort des Notausstiegschachtes von Fluchtrö sollte nicht im Bereich von Garageeinfahrten und Parkplätzen liegen, da bei einem Lüftungsbetrieb die Abgase in den Schutzraum gelangen.

ˆ nach oben

 

Raumhöhe

Die vom Bundesamt für Zivilschutz zugelassenen Liegestellen weisen je nach Hersteller unterschiedliche Höhen der einzelnen Liegen auf. Damit bei der Beschaffung der zugelassenen Liegestellen keine Probleme entstehen, ist beim Schutzraumprojekt eine lichte Raumhöhe (ab fertig Belag) von 2.10 m einzuhalten. Der Zementüberzug ist auf 3 cm zu beschränken.

ˆ nach oben

 

Schachtabdeckungen

Besteht die Gefahr, dass bei exponierten Aussenschächten bei starkem Regen viel Wasser in den Schacht eindringt, können in Absprache mit der kantonalen Amtsstelle bauliche Massnahmen ergriffen werden. Dies kann z. B. eine Schachtabdeckung sein, die über die Schachtoberkante zu liegen kommt und mitsamt dem Gitterrost einfach demontierbar ist.

 

ˆ nach oben

 

Steighilfen

Damit ein Schutzraum im Notfall über die Notausgänge verlassen werden kann, schreiben die Technischen Weisungen den Einbau von Steigeisen oder Steigleitern ab einer Höhendifferenz von 1.50 m vor. Dies gilt bei Fensterbrüstungen innerhalb des Schutzraumes wie bei Aussenschächten und Fluchtröhren.
Der Sprossenabstand darf 30 cm nicht überschreiten. Dieser Abstand muss ebenfalls eingehalten werden beim

  • Übergang vom Schutzraumboden zur Stieghilfe
  • Übergang von der Stieghilfe zur Fensterbrüstung
  • Übergang vom Schachtboden zur Stieghilfe
  • Austritt an die Erdoberfläche

Zudem sind gemäss SUVA Einstieghilfen und ab einer Schachthöhe von 4.50 m Zwischenpodeste vorgeschrieben.

 Einstieghilfe auf Schachtleiter
 
Zwischenpodest

Die montierte Stieghilfe erleichtert zudem einen einfachen Unterhalt des Fensters und des Schachtes resp. Fluchtröhre.

 

Wird infolge Grundwasserverhältnisse oder anderen Erschwernisse eine hochliegende Anordnung des Fensters notwendig, ist ein zusätzliche Stieghilfe im Innern des Raums zu montieren.

Damit der hochliegende Panzerdeckel geöffnet werden kann, ist auf der Verschlusselte ein Hangriff zu montieren (siehe Foto rechts). Dieser Handgriff vermindert zudem die Unfallgefahr bei einem Zugang von aussen.

Stieghilfe und Handgriff 
ˆ nach oben

 

 Strahlenschutz

Der Strahlenschutz für Personen in einem Schutzraum wird durch die Betonwände der Schutzraumhülle gewährleistet. Heute wird bei sämtlichen Schutzbauten ein Schutzgrad von 1 bar verlangt. Die Bauteilstärken werden durch die Lage, Geometrie und Fassadenöffnungen der angrenzenden Räume bestimmt. Die Abmessungen sind neu im Kapitel 3 (ab Seite 13) der TWK 1994 festgelegt.

ˆ nach oben

 

Wintergarten im Bereich des Ausstiegschachtes

Wird ein Wintergarten an ein bestehendes Haus erstellt, so muss der Ausstiegsschacht des Schutzraums ausserhalb des Wintergartens liegen.

Begründung: Im Wintergarten wird durch die Sonneneinstrahlung die Luft aufgewärmt, Da warme Luft mehr Wasser (in Form von Dampf) aufnehmen kann als kalte Luft, erhöht sich das Risiko der Rostbildung an den Stahlteilen der Schutzraumabschlüsse.

Dem Merkblatt  Wintergarten im Bereich des Schutzraum-Notausstiegschachtes kann eine mögliche Lösung entnommen werden.

ˆ nach oben