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Bauingenieur

Planungsablauf
Normen, Vorschriften
Statikplanung
Statischer Nachweis
Bauteile

 

Planungsablauf

  1. Erstellung Vorprojekt durch den Architekten
  2. Vorprüfung durch die kantonale Amtsstelle
  3. Berechnungen des Ingeneur fliessen in die vorgeprüften Pläne ein
  4. Projektausarbeitung durch den Architekten
  5. Baueingabe
  6. Baugenehmigung mit Korrekturen und Auflagen
  7. Anbringen der Korrekturen durch den Architekten 
  8. Einreichung der Statikplanung an die kantonale Amtsstelle
  9. Genehmigung der Statik (allenfalls mit Korrekturen und Auflagen)
  10. Baubeginn
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Normen, Vorschriften

Beim Bau von Schutzräumen sind die zum Planungszeitpunkt gültigen "Swisscode" Tragwerksnormen und SIA Normen einzuhalten. Die Tragwerksnormen umfassen alle im konstruktiven Ingenieurbau wesentlichen Bereiche.

Zu erstellende oder zu erneuernde Schutzbauten sind gemäss den noch gültigen Technischen Weisungen für die Konstruktion und Bemessung von Schutzbauten, TWK 1994 zu konstruieren und bemessen.

Betreffend der in der Norm SIA 262 definierten Baustoffe sind folgenden Punkte zu beachten:

Beton: Festigkeitsklasse C 25/ 30 TWK 1994 Betonstahl: B 450 oder B 500
Empfehlung: Duktilitätsklasse C
  TWK 1997 (kleine Schutzräume) Betonstahl: B 500
    Betonstähle der Duktilitätsklasse A sowie geschweisste Matten sind nicht zulässig
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Statikplanung

Die folgenden Statikplanungen sind nach Planungsschritt 7 (Anbringen der Korrekturen durch den Architekten) in doppelter Ausführung einzureichen:

  • Statischer Nachweis
  • Armierungsplan M 1:50
  • Stahlliste

Mit der Genehmigung durch unsere Amtstelle werden die Unterlagen lediglich auf Übereinstimmung mit dem statischen Nachweis überprüft.
Die Bewehrungsabmessungen und Stückzahlen (Stahlliste) sind nicht Gegenstand unserer Kontrolle und liegen in der Verantwortung des zuständigen Sachbearbeiters.

Liegt die genehmigte Statik vor, kann mit dem Bau begonnen werden. Durch die Amtsstelle angeordnete Korrekturen sind zu berücksichtigen.
Wird nicht nach den bewilligten Plänen gebaut oder fliessen angeordnete Korrekturen nicht ein, so wird ein Baustopp verfügt und die Verzeigung eingereicht.

Treten bei bewilligten Schutzbauten aus statischen Gründen Fragen auf, die Einfluss auf die Gestaltung des Schutzraumes (Raumhöhe, Abstützung) haben, so ist mit unserer Amtsstelle Kontakt aufzunehmen. Dabei erleichtern sie unsere Arbeit, wenn Sie die Schutzraum-Objektnummer angeben, die mit dem Bewilligungsverfahren vergeben wird. Ist die Nummer nicht bekannt, ist sie beim Projektverfasser nachzufragen.

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Statischer Nachweis

Der statische Nachweis von Schutzbauten muss nach den Technischen Weisungen für die Konstruktion und Bemessung von Schutzbauten, TWK 1994 erfolgen.

Die Kapitel Bemessung und Konstruktion der TWK 94 ersetzen die Teilkapitel der folgenden Weisungen:

  • TWP 1984 Kapitel 4
  • TWO 1977 Kapitel 4.1 bis 4.3
  • TWS 1982 Kapitel 5.1 bis 5.6

Für kleine Schutzräume mit maximal 25 Schutzplätzen sind zudem die TWK 1997 massgebend. Die Randbedingungen für die Anwendung sind den Weisungen zu entnehmen. Der statische Nachweis für kleine Schutzräume besteht lediglich aus einem Nachweisblatt, das mit den Armierungsplänen und Stahllisten unserer Amtsstelle einzureichen ist.

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Bauteile

Der minimale Armierungsgehalt ist gemäss den SIA-Normen resp. TWK 1994 Tab. 4.52 (S. 76) einzuhalten. Dabei sind die Zug- und Druckbereiche massgebend. Ob einfach oder kreuzweise tragend ist von der Plattenabmessung abhängig. Bei vorwiegend in einer Richtung tragenden Platten wird ein Seitenverhältnis von Lx/Ly < 0.4 vorausgesetzt. Ansonsten gilt die Platte als kreuzweise tragend.

Auf den Einbau von Betonstützen in den Plattenfeldern ist nach Möglichkeit zu verzichten. Besteht aus statischen Gründen keine anderer Möglichkeit, so muss ein Durchstanznachweis mit der 2-fachen Ersatzlast geführt werden.

Fundamentplatten

  • Mit dem statischen Nachweis ist die Beschreibung des Baugrundes wie z. B. Kies, Sand, Lehm, Silt u.a. anzugeben.

 

Wände

  • Die Wandarmierung muss zur Gewährleistung der Duktilität mit sämtlichen benachbarten Bauteilen nach den SIA-Normen gestossen werden.
  • Ist die Schutzraumwandlänge neben dem Eingang grösser als 50 cm, so muss eine Armierungsverstärkung (Ersatzbalken) neben der Türe eingelegt werden.
  • Bei der Wahl der Ersatzbalkenarmierung ist die Wandbelastung massgebend. Die TWK 1994 kennt dazu zwei Tabellen.
    Die Tab. 5-1 (S. 91) ist für eine maximale Wandbelastung von 150 kN/m2, Tab. 5-2 (S. 92) für eine Wandbelastung von 150-240 kN/m2. Wir empfehlen die Armierung beim Übergang Wand - Decke mit einem Schlaufenstoss auszuführen.
  • Längen der Anschlussarmierung

 

Sind die Raumhöhen des Schutzraumes und der Normalkellerräume unterschiedlich, sind beim Auszug der Wandarmierungen die variablen Armierungslängen zu berücksichtigen.

Liegt die Bodenoberkante des danebenliegenden Raumes höher, muss dies infolge der Arbeitsetappen bei der Anschlusslänge der Wandanschlussbewehrung berücksichtigt werden.

Decken

  • Ist aus Strahlenschutzgründen eine verstärkte Decke erforderlich, so muss das ganze Deckenfeld des Schutzraumabteils mit dieser Stärke erstellt werden.
  • Stehen im Schutzraumbereich Tragwände auf der Schutzraumdecke, so ist für die Belastungsannahme die 3-fache Summe der Einzellasten, gleichmässig verteilt auf das Deckenfeld, (siehe TWP 1984 S. 107)  nach wie vor gültig.
  • Die Durchmesser von eingelegten Leitungen dürfen maximal 1/3 der Deckenstärke betragen.

 

Verstärkte Decke zum Trümmerschutz beim Eingang (TWK 1994 S. 96, 97)

  • Vor den Eingängen der Schutzräume müssen verstärkte Deckenbereiche ausgebildet werden. Der Bereich misst 1.30 x 2.00 m auf die Türachse bezogen. Dieser verstärkte Deckenbereich muss einer Wechsellast von 1 bar stand halten. Aus diesem Grunde werden im verstärkten Bereich grundsätzlich keine Leitungseinlagen (Elektro, Sanitär u.a.) toleriert. Die Einlagen müssen ausserhalb dieses Bereiches geführt werden. Dabei muss auch im Verankerungsbereich entsprechend Rücksicht genommen werden. Ist keine anderer Leitungsführung möglich, so müssen - in Absprache mit unserer Amtsstelle - entsprechende bauliche Massnahmen vor Bauausführung angeordnet werden.
  • Je nach Vorraumgestaltung ist der verstärkte Deckenbereich zum Trümmerschutz als Kragplatte oder als Plattenstreifen auszubilden.

a) Plattenstreifen über Vorraum

Der Vorraum wird durch eine, parallel zur Schutzraumwand verlaufendenden Wand im Abstand von 1.30 - 2.50 m abgetrennt. Dabei müssen folgende Bedingungen eingehalten werden:

  • minimale Wandstärke d = 12 cm
  • im Bereich von 2.00 m dürfen keine Wandöffnungen liegen
  • Deckenstärke mind. 16 cm

Kann einer der oben erwähnten Punkte nicht eingehalten werden, so muss über dem Vorraum eine Kragplatte ausgebildet werden.

b) Kragplatten über Vorraum

Der Abstand zwischen Eingangstüre und der gegenüberliegende Wand beträgt mehr als 2.50 m. Dabei können nur Tragwände mit einer Minimalstärke von 12 cm berücksichtigt werden.

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