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Kanton Schwyz - Behörden - Staatskanzlei, Departemente - Sicherheitsdepartement - Amt für Militär, Feuer- und Zivilschutz - Zivilschutz - ZS-Bauten - Schutzbauten - Allgemeines

Allgemeines zu Schutzbauten

Schutzwirkung von Schutzbauten
Funktion von Schutzbauten
Schutzräume für die Bevölkerung
Schutzräume für Kulturgüter
Schutzanlagen für den Zivilschutz
Schutzanlagen für den Sanitätsdienst
Kombinationen von Schutzanlagen
Qualitative Einstufung

 

 

 

 

 

Schutzgrad von Schutzbauten

Schutzbauten bieten im Fall eines bewaffneten Konflikts einen Basisschutz gegen ein breites Spektrum direkter und indirekter Waffeneinwirkungen.

Ab dem 1. Januar 1995 wird für alle Kategorien von Schutzräumen und Schutzanlagen ein Schutzgrad von einem bar verlangt. So besteht die Schutzraumhülle aus 20 bis 30 cm dickem Stahlbeton (Boden, Wände und Decke) und hält einem Druck von 10 Tonnen pro Quadratmeter stand. Durch die massiven Wände wird auch die Intensität einer allfälligen von aussen einwirkenden radioaktiven Strahlung auf höchstens noch eine Fünfhundertstel abgeschwächt.

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Funktion von Schutzbauten

Die Hülle der Schutzbaute ist auf eine Aussenbelastung von 1 bar (100 kN/m2) ausgelegt. Mit der Betonhülle wird ein Schutz gegen primäre Kernstrahlung atomarer Waffen gewährleistet.

Damit bei einer verstrahlten Lage der bestmöglichste Schutz gewährleistet wird, ist die Funktion der Schutzbaute auf dem Prinzip des Innen-Überdruckes aufgebaut. Durch diesen Überdruck wird verhindert, dass Gas, Staub und Rauch durch Undichtigkeiten in der Schutzraumhülle (Türritzen, undichte Verschlüsse, Risse im Beton usw.) eindringen können. Der Innendruck wird mit dem Ventilationsaggregat erzeugt. Die Frischluft wird über den Notausstieg (Schacht oder Fluchtröhre) über den Grobstaubfilter und das Ventilationsaggregat angesogen. Ist ein Filterbetrieb angeordnet, so wird vor dem Ventilationsaggregat der Gasfilter (mit Aktivkohleninhalt) dazwischen geschaltet.

Die Luftmenge im Frischluftbetrieb beträgt immer das doppelte gegenüber der Menge im Filterbetrieb. Die Luftmenge im Filterbetrieb legt die Bezeichnung des Ventilationsaggregates (VA) fest. In den Schutzbauten werden verschiedene Geräte (VA 20 / VA 40 / VA 75 / VA150 / VA 300) eingesetzt. Der Gerätetyp wird durch das Fassungvermögen der Schutzbaute bestimmt. Ein Gerät des Typs VA 150 fördert eine Luftmenge von 300 m3/h im Frischluftbetrieb und 150 m3/h im Filterbetrieb. Diese Drosselung ist notwendig, um die Funktion des Gasfilters mit der Aktivkohle zu gewährleisten.

Mit der Drosselklappe am Zuluftrohr des Ventilationsaggregats wird die Frischluftmenge reguliert. Die verbrauchte Luft tritt dann über das Überdruckventil wieder aus. Die behelfsmässigen oder festen Abortkabinen liegen direkt vor dem eingebauten Überdruckventil. Das Überdruckventil, in der Regel neben der Türe liegend, dient zur Überdruckregulierung. Der Überdruck muss beim Filterbetrieb mindestens 50 Pascal (5 mm Wassersäule) und beim Frischluftbetrieb maximal etwa 250 Pascal betragen.

Schutzbauten mit einem Fassungsvermögen bis zu 50 Schutzplätzen werden ohne Eingangsschleusen erstellt. Die Eingangsschleuse dient lediglich zum besseren Schutz der Personen in der Schutzbaute bei einem angeordneten Schleusenbetrieb bei einer verstahlten Lage. Die Ein- und Austrittszeit wird dadurch jedoch um die Schleusenspülzeit verlängert. Die Schleusenspülzeit wird durch den 4-fachen Luftwechsel des Schleusenvolumens beim Filterbetrieb bestimmt.

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Schutzräume für die Bevölkerung

Es werden zwei Arten von Schutzbauten unterschieden: Schutzräume und Schutzanlagen.

Schutzräume dienen primär zum Schutz der Bevölkerung und sind in Wohn- und Geschäftshäusern zu finden.
Dabei werden mehrere Kategorien unterschieden.

Pflichtschutzraum (PSR)
Diese Schutzräume beinhalten die gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtschutzplätze für das darüberliegende Gebäude des privaten Hauseigentümers, resp. die vorgeschriebenen Pflichtschutzplätze der Öffentlichkeit wie Gemeinde oder Bezirk.

Privater Sammel-Schutzraum (SSR)
Diese Schutzräume beinhalten die gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtschutzplätze für darüberliegende und danebenliegende Gebäude von privaten Hauseigentümern. Die Zusammenlegung muss, gestützt auf Art. 19, ZSV 2003, mit der Baubewilligung erfolgt sein. In der Regel liegen Dienstbarkeitsverträge mit entsprechenden Grundbucheinträgen (Last / Recht) vor. Beim Erstellen der Zuweisungsplanung (ZUPLA) durch die Zivilschutzorganisation muss dieses Recht zwingend berücksichtigt werden.

Oeffentlicher Sammel-Schutzraum (öff SSR)
Diese Schutzräume beinhalten Schutzplätze der Gemeinde, die für umliegende Gebäude erstellt wurden. Dabei handelt es sich um Gebäude, wo aus bautechnischen odere anderen Gefährdungsgründen keine Schutzbaute erstellt werden konnte. Bauherren solcher Gebäude mussten, gestützt auf Art. 47 BZG 2003, für die Erfüllung Ihrer gesetzlichen Pflicht einen entsprechenden Kostenbeitrag (Ersatzbeitrag) leisten. Diese Gelder werden für die Finanzierung der öffentlichen Sammelschutzräume mit Zustimmung von Kanton und Gemeinde eingesetzt.

Schutzräume für Kulturgüter (KGSR)

Diese Schutzräume dienen zur Einlagerung von schützenswertem, beweglichem Kulturgut der Gemeinde. Sie werden von der Gemeinde oder einer privaten Institution erstellt. In gemeindeeigenen Bauten können die Schutzbauten ebenfalls als Gemeindearchive genutzt werden. Eine Belegung durch ständige Einwohner der Gemeinde ist nicht vorgesehen.

Zuständig für die Organisation ist das

Amt für Kulturpflege
Kulturgüterschutz
Kollegiumstrasse 30
Postfach 2201
6431 Schwyz

Zuständig für den Bau ist das

Amt für Militär, Feuer- und Zivilschutz
Abteilung Zivilschutz
Schlagstrasse 87
Postfach 4215
6431 Schwyz

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Schutzanlagen für den Zivilschutz

In Schutzanlagen ist eine Belegung durch ständige Einwohner der Gemeinde ist nicht vorgesehen.

Diese Schutzanlagen beinhalten Schutzplätze, die als Stützpunkt und Unterkunft des Personals der Führungs- und
Einsatzformationen sowie der Partnerorganisationen des Bevölkerungsschutzes (Feuerwehr, Polizei, Sanität, Technische Betriebe) dienen. Ebenfalls sind Geräte und Material der Einsatzformationen untergebracht. Diese Schutzbauten werden von der Gemeinde erstellt und vom Zivilschutz genutzt.

Es werden folgende 2 Arten unterschieden:

Kommandopostes (KP)
Die KP dienen den Gemeinden als Führungsstandorte als Arbeits- und Unterkunftsort. Die KP bilden in der Regel die Kontaktstellen für die Zusammenarbeit der Partner des Bevölkerungsschutzes, der Armee, der Kriegswirtschaft usw. Der Orts-KP ist die für den Zivilschutz die wichtigste Übermittlungsstelle der Gemeinde.

Bereitstellungsanlage (BSA)
Die BSA dienen den Einsatzdiensten als Unterkunft und ist Stützpunkt für Mannschaft und Material.

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Schutzanlagen für den Sanitätsdienst

Diese Schutzbauten sind Arbeits- und Unterkunftsort für Ärzte und Pflegepersonal und beinhalten Schutzplätze,
die die Behandlung und Pflege von verletzten Personen über einen beschränkten Zeitraum ermöglichen. Diese Schutzanlagen werden von der Gemeinde erstellt und werden vom Sanitätsdienst genutzt.

Es werden folgende 3 Arten unterschieden:

Pflegeschutzraum (PflegeSR) (frühere Bezeichnung: Sanitätsposten, San Po)
Bei einem bewaffneten Konflikt sind diese Schutzbauten Arbeits- und Unterkunftsort für Pflegepersonal und beinhalten Schutzplätze, die die Pflege von pflegebedürftige Personen aus der Gemeinden über einen längeren Zeitraum ermöglichen.
Der Pflegeschutzraum wird zur Aufnahme und Betreuung von Alten, Gebrechlichen, Kranken, Müttern mit Kleinkindern usw. oder Personen, die durch Pflegepersonal der Spitex zu Hause betreut wurden, eingesetzt. In den Pflegeschutzräumen besteht die Möglichkeit der ambulanten ärztlichen Betreuung der Bevölkerung.

Geschützte Sanitätsstelle (Gesch San Stelle)
Bei einem bewaffneten Konflikt bildet die Gesch San Stelle das Zentrum der ambulanten ärztlichen Betreuung der Bevölkerung. Sie ist wie eine geschützte Arztpraxis und dient der Behandlung von Leichtverletzten und Kranken. Zudem übernimmt die Gesch San Stelle bereits behandelte Patienten vom geschützten Spital zur Weiterpflege und entlastet somit das Spital.

Geschütztes Spitals (GOPS)
Bei einem bewaffneten Konflikt übernimmt die GOPS die Weiterführung des Spitalbetriebs in den geschützten Räumen. Sie dient in erster Linie der Behandlung und Pflege von Schwerverletzten aus den Schadengebieten und allgemein der spezialärtlichen Hilfe. Im Vordergrund steht die chirurgische Behandlung und die spitalmässige Betreuung der Bevölkerung.

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Kombinationen von Schutzanlagen

Schutzanlagen können als Einzel-Schutzanlage (z.B. KP) oder als kombinierte Schutzanlage (z.B. KP, BSA, PflegeSR, SSR) konzipiert sein.

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Qualitative Einstufung von Schutzbauten

Qualitätsgruppen
Das Bundesamt für Zivilschutz legt die Mindestanforderungen, die an die Schutzbauten gestellt werden fest.

Die Kriterien für die Qualitätsgruppen-Zuteilung werden durch folgende Punkte bestimmt:

  • Schutzraumhülle
  • Schutzraumabschlüsse
  • Schutzraumbelüftung
  • übrige Installationen und EInrichtungen im Schutzraum
  • Friedensnutzung des Schuzraumes und dessen Verfügbarkeit innert 24 h

Die Schutzbauten werden in drei Qualitätsgruppen eingeteilt. Es sind dies:

Gruppe A Vollwertige Schutzräume
  sind Neubauten, die
 
- ab 01.01.1967 gemäss TWP 1966
 
- ab 01.10.1983 gemäss TWS 1982
 
- ab 01.04.1986 gemäss TWP 1984
 
- ab 01.01.1996 gemäss TWK 1994
  realisiert wurden resp. werden.
Ebenso werden Schutzräume, die gemäss der TWE 1988 erneuert wurden, dieser Gruppe zugeordnet
   
Gruppe B Erneuerbare Schutzräume
  sind ältere, meist Vor-TWP-Schutzräume, welche den Anforderungen an erneuerbare Schutzräume erfüllen und deshalb für eine Erneuerung in Betracht gezogen werden können. Die Mindestanfordeugnen an vollwertige Schutzräume werden jedoch nicht in allen Punkten erfüllt.
   
Gruppe C Räume mit Behelfsschutz
  wurden seinerzeit als Schutzräume gebaut, erfüllen jedoch die Anforderungenn an erneuerbare Schutzräume nicht. Sie bieten nur noch einen verminderten Schutz

Lediglich Schutzbauten, die der «Gruppe A» oder «Gruppe B» zugeordnet sind, werden als Schutzräume bezeichnet.

Räume der «Gruppe C» können auf schriftlichen Antrag durch den Hauseigentümer aufgehoben werden.

Ist Ihnen die Einstufung Ihres Schutzraums nicht bekannt, so können Sie sich bei unserer Amtsstelle erkundigen.

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