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Projekt

Projektübersicht

Die Muotathalerstrasse um das Gibelhorn ist Bestandteil der Hauptstrasse Nr. 387. Der gesamte Projektperimeter für den Ausbau der Muotathalerstrasse umfasst die ca. 2 km lange Teilstrecke der Hauptstrasse Nr. 387 vom Bierkeller bis zum Schlattli.

Dieser ca. 2 km lange Abschnitt wird in 3 Etappen unterteilt:

  • Etappe 1: Abschnitt Gibelhorn
  • Etappe 2: Abschnitt Bierkeller bis Gibelhorn
  • Etappe 3: Abschnitt Gibelhorn bis Schlattli

Die 1. Etappe „Gibelhorn“ beim Ausbau der Muotathalerstrasse umfasst folgenden Perimeter:

  • 900m langer Strassenausbau zwischen km 0.492 – 1.392 im Bereich des Gibelhorns
  • Massnahmen zum Schutz vor Naturgefahren vom Bierkeller bis zum Schlattli auf einer Länge von 1.943 km

Die Ausführung der 1. Etappe ist in den Jahren 2011 bis 2015 vorgesehen. Anschliessend ist ab 2018 die Ausführung der Etappe 2 geplant.

Die Etappenabgrenzung ist in diesem Übersichtsplan  [PDF, 577 KB] dargestellt.

Kosten

Im Rahmen des Bauprojektes wurden die Kosten für den Strassenausbau der 1. Etappe am Gibelhorn in einem Kostenvoranschlag mit der Kostengenauigkeit von ± 10 % zusammengestellt.
In diesem Kostenvoranschlag mit Preisbasis vom Oktober 2009 werden die Ausbaukosten der 1. Etappe auf insgesamt 42.68 Mio. Fr. berechnet.
Die Gesamtkosten setzen sich wie folgt zusammen:

 

Termine/Bauprogramm

Eigentlich wäre geplant gewesen, im Jahre 2011 alle Vorbereitungsarbeiten (Einrichten Installationsplätze, Baustromversorgung, Ertüchtigung Umfahrungsrouten), die Rodungen, die Steinschlagschutzbauten sowie die Ablaufleitungen zur Muota auszuführen. Anschliessend wären in den Jahren 2012 bis 2014 die Strassenausbauarbeiten in drei Perioden von April bis November vorgesehen gewesen.

Die Ablehnung des Budgets 2011 durch den Kantonsrat am 15. Dezember 2010 verunmöglichte aber dieses Bauprogramm. So konnte erst Anfang Juni mit den Bauarbeiten begonnen werden und es liessen sich nicht alle für das Jahr 2011 vorgesehenen Vorbereitungsarbeiten erledigen. Das angepasste Terminprogramm sieht nun folgendermassen aus:

März 2011: Projektgenehmigung
April 2011: Publikation Verkehrsführung im Amtsblatt
Juni/Juli 2011:

Vorbereiten Umfahrungsstrecken sowie der Installationsplatz Bierkeller

Einrichtung Baustromversorgung

Ab August 2011: Rodungen und einzelne Felsreinigungsarbeiten
Ab November 2011:      

Baubeginn Entwässerungsableitung in die Muota

 

März 2012 bis

November 2012:

 

Montagearbeiten für die Steinschlagschutznetze und Bau der Auffangdämme
2013-2015: Realisierung der eigentlichen Strassenausbauarbeiten in drei Perioden von jeweils April bis November
2016: Deckbelagsarbeiten im Juni

  

Kunstbauten

Zur Ermöglichung der Strassenverbreiterung und zur Sicherung des Strassenkörpers werden umfassende Verstärkungen von bestehenden Kunstbauten und Neubau von Kunstbauten nötig:

Bergseite:
Betonstützmauern auf ca. 250m Länge und max. Höhe von 8m

Talseite:
Betonstützmauern auf ca. 380m Länge und Höhe von 2 – 6m
Kragplattenkonstruktionen auf ca. 125m Länge mit einer Auskragung von 0.75 – 2.4m auf vorgängig ertüchtigten, bestehenden Stützmauern fundiert.
Rippenkonstruktionen auf einer Länge von knapp 400m und mit einer Auskragung von 2 bis 7.5m. Die Rippen werden mit rückverankert und mit Mikropfählen respektive auf Fels fundiert.

Die vorgesehenen Kunstbauten sind in den folgenden Plänen dargestellt:

Strassenbau

Mit dem Strassenausbau am Gibelhorn wird die Strassenbreite von heute minimal 5.25m durchgehend auf eine Mindestbreite 7.50m (2 x 3.00m Fahrbahn plus 1.50m Radstreifen) erhöht.

Ausserdem wird auf den ersten 538m Länge (um die Gibelhornkurve) am bergseitigen Strassenrand ein mindestens 1m breites mit Belag versehenes und befahrbares Bankett angeordnet. Auf dem Abschnitt nach der Gibelhornkurve in Richtung Muotathal wird das Bankett zur Verbesserung der Strassenentwässerung auf einer Länge von 362m erhöht und nur 0.5m breit ausgebildet.
In Kurven wird die Fahrbahn zusätzlich je nach Kurvenradius um bis 1.80m verbreitert.

Somit ergeben sich im Ausbaubereich neu Strassenraumbreiten von bis zu 10.30m Breite (Gibelhornkurve).

Strassenausbau
Der bestehende Kiesfundation und der Strassenbelag werden kompett abgebrochen und neu erstellt.

Die Strassenbreiten und der Strassenausbau ist in den Normalprofilen  [PDF, 293 KB] sowie in der Situation Trasse Teil 1  [PDF, 725 KB] und Situation Trasse Teil 2  [PDF, 1.00 MB] ersichtlich.

Strassenentwässerung

Die bestehende Strassenentwässerung, welche das Strassenabwasser über diverse Ableitungen respektive über die Schulter in die talseitige Böschung leitet, wird komplett abgebrochen. Es wird eine neue Strassenentwässerung erstellt, welche das Strassenabwasser über Einlaufschächte, die Sammelleitung und zwei offene Gerinne in die Muota abführt.

Die Lage der neuen offenen Ableitungen zur Muota ist in dieser Situation  [PDF, 3.00 MB] dargestellt.

Schutz vor Naturgefahren

Gefahren- und Risikoberuteilung

Im Zusammenhang mit dem Bauprojekt wurden eine detailierte Naturgefahrenbeurteilung sowie eine Risikoanalyse und die Schutzmassnahmenplanung nach aktuellsten Vorgaben von Bund und Kanton ausgeführt.

Im Gelände gibt es viele Hinweise zur Art und zum Ausmass der Sturzprozesse. Hierzu zählen alte Ausbruchstellen in den Felswänden, alte Sturzblöcke im Hang etc.

Die Muotathalerstrasse ist zwischen Bierkeller und Schlattli gegenüber dem Naturgefahrenprozess „Sturz“ exponiert (Steinschlag, Blockschlag, Felssturz). Es ereignen sich regelmässig Steinschläge auf die Strasse, die bisher meistens ohne grössere dokumentierte Schadenfolge blieben. Grössere Einzelereignisse mit längeren Verkehrsunterbrüchen fanden am 31. Dezember 2007 und 4. März 2009 statt.

Die bewaldete Hangpartie zwischen Felswand und Strasse ist verhältnismässig steil und kurz, sodass die Trefferwahrscheinlichkeit eines abstürzenden Steines oder Blockes auf einen Baum eher klein ist. Die Schutzwirkung des Waldes ist somit eher klein und es müssen bauliche Schutzmassnahmen vorgesehen werden.

Die hohen Felswände, welche die grossen Blöcke liefern, befinden sich oberhalb des Kapuzinerwaldes und in den Runsen zwischen Bierkeller und der Felsböschung (siehe Abb.1). Aus diesem Grund sind die Steinschlagschutznetze mit der grössten Energieaufnahmekapazität auch in diesen Bereichen erforderlich.

Da in den Bereichen oberhalb des Horärank und der Felsböschung die Felswände im Vergleich niedriger sind und sich im Verhältnis kleinere Steine und Blöcke ablösen, ist im Bereich Horärank die Steinschlagintensität geringer. Demzufolge ist in diesem Bereich ein wirksamer Steinschlagschutz mit vernünftigen Massnahmen (Schutznetzen, Felsabdeckungssystemen, etc.) gut realisierbar.

Massnahmen zum Steinschlagschutz

Bei der vorgeschlagenen Massnahmenvariante ist zwischen Bierkeller und Schlattli fast durchgehend die Ausführung von 2 m bis max. 5 m hohen und 100 kJ bis 1000 kJ starken Steinschlagschutznetzen geplant. Je nach den örtlichen Verhältnissen werden die Netze etwa 15-20 m oberhalb der Strasse zu stehen kommen. Im Bereich oberhalb der Felsböschung sind aufgrund der Steilheit zwei Reihen Steinschlagschutznetze zu erstellen. Oberhalb der Aufibergstrasse ist die Erstellung eines 4 m hohen Schutzdammes geplant.

Zum Schutz der Verkehrsteilnehmer und der Bauleute werden sämtliche Schutzmassnahmen vor Beginn der Strassenausbauarbeiten ausgeführt.

Mit den geplanten Steinschlagschutzmassnahmen wird das Steinschlagrisiko auf der Strasse gegenüber heute um rund den Faktor 10 vermindert.

Eine Übersicht über die vorgesehenen Steinschlagschutzmassnahmen geben folgende Pläne und Ansichten:

Felsböschungssicherung und Massnahmen gegen Eisschlag

Die bergseitige Felsböschung wird mit eng anliegenden Drahtgeflechtabdeckungen, schweren Drahtseilnetzen sowie Verankerungen gesichert.

Die wasserführenden Bereiche und somit die im Winter eisbedeckten Flächen werden mit Blachen grossflächig abgedeckt und mit Drahtnetzgeflechten zusätzlich gesichert. Damit bei Tauwetter das Schmelzwasser aus den Eisflächen an den Felswänden nicht auf die Fahrbahn fliesst, ist zudem entlang des Felsböschungsfusses eine Belagsrinne mit Abfluss in die Muota projektiert.

Mit den geplanten Massnahmen kann verhindert werden, dass grosse Eis- und Felskörperabbrüche auf die Strasse fallen. Entsprechend ist dieses Risiko beherrschbar, und der Unterhalt infolge Räumung abgebrochener Eis- und Felspakete reduziert sich auf ein Minimum.

Die Massnahmen zur Felssicherung und Massnahmen gegen die Eisbildung sind in der Fotoansicht geplante Massnahmen Horärank  [PDF, 9.00 MB] dargestellt.

Umfahrungen der Baustelle

Beim Strassenausbau sind während insgesamt 8 Monaten Totalsperrungen in der Nacht nötig. Während dieser Totalsperrungen muss der Verkehr umgeleitet werden.

In einer Studie wurden alle theoretisch denkbaren Umfahrungsmöglichkeiten und Varianten geprüft. Daraus ergab sich als Bestvariante:

Die einspurig Umfahrungen im Grosskreisverkehr über Schönenbuch (Richtung Muotathal) und über Aufiberg (Richtung Schwyz).

  • Die Umfahrungen werden nur nachts (22.00Uhr bis 5.00Uhr) durch Fahrzeuge bis 3.5t genutzt
  • Die Mehrfahrzeit beträgt in Richtung Muotathal 7 Minuten und in Richtung Schwyz 9 Minuten.
  • Der letzte ÖV-Buskurs Schwyz-Muotathal (Schwyz ab 22:15) fährt via Ibach-Schönenbuch
  • Die Umfahrung ist über die gesamte Bauzeit während 8 Monaten in Betrieb
  • Die Umfahrungen werden nur zwischen März / April und November genutzt

Die vorgesehenen Umfahrungsrouten sind in diesem Plan  [PDF, 873 KB] dargestellt.