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Intakte Flüsse und Bäche sind selten

In den Kantonen Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden sowie einem Teil des Kantons Luzern wurden in den vergangenen Jahren im Rahmen des Überwachungsprogrammes DÜFUR Flüsse und Bäche an 124 Stellen koordiniert untersucht. Das Ergebnis zeigt, dass die Qualität des Bach- und Flusswassers mehrheitlich gut ist, die gesetzlichen Anforderungen an den Lebensraum Gewässer bei einem grossen Teil der untersuchten Stellen aber nicht erfüllt sind.

Gemeinsames Überwachungsprogramm

Intakte Gewässer benötigen mehr als nur sauberes Wasser: Sie sind Lebensraum für spezialisierte Tiere und Pflanzen, bilden ein wichtiges Landschaftselement, dienen der Bewässerung und der Erholung und stellen ein entscheidendes Glied im Wasserkreislauf dar. Die Kantone Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Luzern starteten im Jahr 2000 das Programm "Dauerüberwachung der Fliessgewässer in den Urkantonen", kurz DÜFUR genannt, um zu überprüfen, ob die Gewässer diese Aufgaben erfüllen.

Anhand folgender Messungen und Beurteilung von Organismen wurden 124 Gewässerstellen periodisch kontrolliert:

  • Wasserqualität:
    chemische Analysen
  • Qualität des gesamten Lebensraumes Fliessgewässer:
    Wasserkleintiere
    Wasserpflanzen
    Sichbare Belastungen: Trübung, Verfärbung, Schaum, Geruch

Die Ergebnisse aus den ersten vier Untersuchungsjahren sind in einem Bericht erschienen.

Die Wasserqualität ist gut...

Betrachtet man nur die Inhaltsstoffe unseres Bach- und Flusswassers, so können gute Noten verteilt werden. In 85% der untersuchten Stellen konnten aufgrund der vorgefundenen Konzentrationen keine Mängel in der Wasserqualität nachgewiesen werden. Die gesetzlichen Zielvorgaben waren hier erfüllt. Allerdings stützen sich diese Ergebnisse auf wenige chemische Einzelmessungen pro Stelle. Nimmt man die Kieselalgen als Massstab, so ergibt sich ein anderes Bild. Kieselalgen sind über ihre ganze Lebensdauer dem Wasser mit seinen Inhaltsstoffen ausgesetzt. Die Aufnahmen der Kieselalgen zeigen, dass nach wie vor Verunreinigungen auftreten, insbesondere unterhalb von Abwasserreinigungsanlagen oder Regenentlastungen der Kanalisation.

...die Lebensraumqualität aber häufig ungenügend

Anders als bei der Wasserqualität sieht es bei der Lebensraumqualität der Gewässer aus. Diese wurde anhand von Wasserpflanzen, Wasserkleintieren sowie von sichtbaren Belastungen wie Trübung, Verfärbung, Schaum oder dem Geruch bestimmt. Die Lebensraumqualität ist ein Mass für den Gewässerzustand. Die Untersuchung der Wasserkleintiere zeigte bei zwei Dritteln der Gewässerstellen eine gute Lebensraumqualität an. Bei einem Drittel erwies sich die Lebensraumqualität resp. der Gewässerzustand als ungenügend. An diesen Stellen ist die Gemeinschaft der Wasserkleintiere verarmt oder sogar geschädigt. Die Bewertung der Wasserpflanzen konnte dieses Ergebnis weitgehend bestätigen. Die angetroffenen sichtbaren Belastungen stimmen hingegen wenig zuversichtlich. Nur gerade 40% der untersuchten Stellen erfüllten die gesetzlichen Anforderungen, bei den restlichen 60% waren sie nicht eingehalten.

Grosse regionale Unterschiede

Je höher die Siedlungsdichte und je intensiver die landwirtschaftliche Nutzung, desto schlechter ist in der Regel der Zustand der Gewässer. So waren die Flüsse und Bäche in den dünn besiedelten und eher durch wenig intensive Landwirtschaft geprägten Kantonen Uri und Obwalden generell deutlich weniger belastet als in den Kantonen Schwyz, Nidwalden und in der Region Luzern. Aber auch innerhalb der einzelnen Kantone zeigten sich grosse lokale Unterschiede: Die Ursachen für einen schlechten Gewässerzustand liegen selten nur bei einer schlechten Wasserqualität. Harte Verbauungen, der fehlende natürliche Uferbereich und ein naturfremdes Umland beeinträchtigen die Gewässer weit mehr. Verbaute Fliessgewässer bieten meist nur noch einen monotonen Lebensraum und ihre Selbstreinigungskraft ist stark vermindert. Müssen solche Gewässer auch noch als Vorfluter für Abwasserreinigungsanlagen, für Regenentlastungen aus der Kanalisation und für die Entwässerung von Strassen und Plätzen dienen oder werden übermässig Nährstoffe aus gedüngten Wiesen eingeschwemmt, verschlechtert sich der Gewässerzustand massiv.

Renaturierungen als wichtiges Ziel

Um den festgestellten Defiziten zu begegnen, werden unter anderen folgende Massnahmen als vordringlich bezeichnet:

  • Bäche und Flüsse gezielt renaturieren, um den Verlust an Gewässerlebensraum möglichst rückgängig zu machen,
  • den Fliessgewässern generell mehr Raum für ihre ökologischen Funktionen und den Hochwasserschutz zur Verfügung zu stellen,
  • genügend grosse Pufferstreifen zum landwirtschaftlich genutzten Umland ausscheiden und die gesetzlichen Bestimmungen bei der Bewirtschaftung einhalten,
  • Bäche und Flüsse durch die Siedlungsentwässerung nicht übermässig beanspruchen und bei der Auswahl der Vorfluter auch die ökologischen Ansprüche berücksichtigen,
  • und schliesslich die noch vorhandenen intakten Gewässer für die kommenden Generationen erhalten.

Die Resultate aller drei abgeschlossenen Untersuchungsperioden bis 2011 werden im Jahr 2013 zusammenfassend in einem Bericht publiziert.

In den folgenden Dokumenten finden Sie weitere Informationen: