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Kanton Schwyz - Behörden - Staatskanzlei, Departemente - Umweltdepartement - Amt für Wald und Naturgefahren - Naturgefahren - Umgang mit Naturgefahren

Umgang mit Naturgefahren im Kanton Schwyz 

Leben in Sicherheit ist ein menschliches Grundbedürfnis. Naturgefahren sind Teil unseres Lebensraumes und nehmen an Häufigkeit und Intensität zu.

In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Nutzung des Raumes intensiviert (vgl. Abbildung 1). Die Verletzlichkeit unserer Gesellschaft gegenüber Naturgefahren ist grösser geworden. Eindrückliche Beispiele sind der Lawinenwinter 1999 und die Hochwasser im August 2005.

Die vom Regierungsrat im März 2010 verabschiedete Naturgefahrenstrategie regelt den Umgang mit Naturgefahren im Kanton Schwyz.

Abbildung 1a/b: Intensivierte Raumnutzung. Das Dorf Muotathal um ca. 1930 und im Jahr 2004.

Integrales Risikomanagement

Integrales Risikomanagement ist das Grundprinzip des Umgangs mit Naturgefahren im Kanton Schwyz. Es stützt sich auf drei Pfeiler:

  • Vorbeugung (Prävention und Vorsorge),
  • Ereignisbewältigung (Intervention) und
  • Regeneration.

Integrales Risikomanagement ist eine Daueraufgabe. Als dynamisches Konzept wird es laufend neuen Erkenntnissen und Gegebenheiten angepasst.

Integrales Risikomanagement kleine Grafik

Abbildung 2: Integrales Risikomanagement als Grundprinzip des Umgangs mit Naturgefahren. Quelle: kantonale Naturgefahrenstrategie (PDF).

 

 

 

Vorbeugung

Prävention

Ziel der Prävention ist es, mit wirksamen Massnahmen die Risiken zu reduzieren. Es bestehen drei Schwerpunkte:

  1. Angepasste Nutzung des Raumes (raumplanerischer Schutz)
  2. Schutzbauten (technischer Schutz)
  3. Schutzwald (biologischer Schutz)

Vorsorge

Die Vorsorge umfasst alle Massnahmen, die dazu dienen, die Auswirkungen eines Naturgefahrenereignisses zu begrenzen. Dazu gehören:

  • Gut ausgerüstete und geschulte Schadenabwehren und Zivilschutzeinheiten,
  • Eingeübte Notfallkonzepte,
  • Überwachungs- und Warnsysteme,
  • Interventionskarten als Basis für wirksame Massnahmen im Ereignisfall.

Bewältigung

Die räumlich enge Verflechtung von Gefahren- und Schadenpotenzialen führt regelmässig zu Einsätzen von Schadenwehren und Zivilschutz. Je nach Ereignisgrösse treten Gemeinde- oder Bezirksführungsstäbe oder der kantonale Führungsstab in Aktion.

Die Entscheidungsbefugnis zum Schutz der Bevölkerung liegt bei den Gemeinden.

Ereignisprognose und Schadenwehreinsatz Zoom

Abbildung 3: Auf dem technischen Stand der heutigen Überwachungs- und Warnsysteme lassen sich kritische Entwicklungen besser erfassen (24h-Niederschlagsprognose von Meteoschweiz, oben links). Dadurch lässt sich der Einsatz der Schadenwehren (oben rechts) und gegebenenfalls von Einheiten des Zivilschutzes oder der Armee optimieren (unten rechts). Selbst der Einsatz von schwerem Gerät zur Ereignisbewältigung kann besser gesteuert werden (unten links).

Regeneration

Auf die Ereignisbewältigung folgt die Phase der Instandstellung und des Wiederaufbaus. Dabei wird eine Verringerung der Verletzlichkeit gegenüber zukünftigen Ereignissen angestrebt.

Naturgefahrenkarten: das zentrale Element

Naturgefahrenkarten bilden die zentrale Planungsgrundlage für das integrale Risikomanagement.

Die Naturgefahrenkarten sind im kantonalen Geoportal WebGIS  veröffentlicht. Die Gefahrenkarte macht Aussagen zur Gefährdung eines Gebietes durch Naturgefahren.

Im Grundsatz gilt: Gefahrenräume meiden oder die Nutzung den Gefahren anpassen.

Naturgefahrenkarten sind eine Momentaufnahme. Bedrohungen durch Naturgefahren können sich im Laufe der Zeit ändern. Naturgefahrenkarten sind rechtsverbindlich. Sie müssen von den Behörden in ihrer Verwaltungstätigkeit beachtet werden.

Synoptische Naturgefahrenkarte Ausschnitt Ingenbohl Zoombild

Abbildung 4: Ausschnitt aus der synoptischen Naturgefahrenkarte im Raum Ingenbohl. Dargestellt sind alle Gefahrenprozesse: Die Überschwemmungsgefahren durch Muota und Vierwaldstättersee, Sturzgefahren auf der steilen Südflanke des Urmibergs.

Bedeutung der Gefahrenstufen: erhebliche Gefährdung (rot), mittlere Gefährdung (blau), geringe Gefährdung (gelb), Restgefährdung (gelb-weiss), Gefahrenhinweisbereich (braun). Quelle: WebGIS SZ .

Weitere Informationen über die Naturgefahrenkarte des Kantons Schwyz

Die Rolle der Bürgerinnen und Bürger

Im Umgang mit Naturgefahren spielen die Bürgerinnen und Bürger eine wichtige Rolle. Sie sind zugleich Zielgruppe und Akteure. Eigenverantwortliches und umsichtiges Handeln verringern die Verletzlichkeit gegenüber Naturgefahren (z.B. Vorsorgemassnahmen bei Bauten, ausreichender Versicherungsschutz, umsichtiges Verhalten bei Freizeitaktivitäten).

Der Kanton Schwyz will seinen Bürgerinnen und Bürgern einen bestmöglichen Schutz vor Naturgefahren bieten. Der Aufwand für diesen Schutz muss allerdings in einem angemessenen Kosten-/Nutzenverhältnis stehen. Zusätzlich zu den Massnahmen der öffentlichen Hand sind die Bürgerinnen und Bürger verpflichtet, eine eigenverantwortliche Risikokultur zu pflegen.

Auskunft

Daniel Bollinger, Geologe

041 819 18 37

Kapitel auf dieser Seite

Kantonale Naturgefahrenstrategie

Kantonale Naturgefahren-strategie Schwyz

Dokumente

Erläuterungen zur Naturgefahrenkarte 

Links

 


Letzte Aktualisierung: 18.08.2015, CA