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Kanton Schwyz - Behörden - Staatskanzlei, Departemente - Umweltdepartement - Amt für Wasserbau - Hochwasserschutz

Hochwasserschutz

Die Ereignisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass es vor Naturgefahren keinen absoluten Schutz gibt. Der Hochwasserschutz wird heute anders wahrgenommen als noch vor 50 Jahren. Heute soll die menschliche Nutzung der Gefahr angepasst werden und nicht mehr die Gefahr der menschlichen Nutzung.

Viele bestehende Verbauungen an Fliessgewässern beruhen aber noch auf der Idee, die Naturgefahren seien mit massiven Verbauungen bezwingbar. Oft wurden Bäche in ein enges, geradliniges und glattes Bachbett verlegt. Der so beschleunigte Abfluss führte zu verschärften Hochwasserspitzen im Unterlauf der Gewässer.Bei extremen Ereignissen stehen generell zu wenig Rückhalte- und Freihalteräume für das heranströmende Wasser zur Verfügung.

Die Kantone sind heute verpflichtet, bei raumwirksamen Tätigkeiten den Raumbedarf der Fliessgewässer zu berücksichtigen. Als Grundlage zur Festlegung des Raumbedarfs der Fliessgewässer gilt die Schlüsselkurve vom Bundesamt für Wasser und Geologie (Faltblatt „Raum den Fliessgewässern“, BWG).

Aktuelle Projekte

Bild: Hochwasser 2007 Muotathal; Ufererosion entlang der MuotaDie Ufererosion ist ein häufiger Prozess bei Hochwasserereignissen. Erosionsprozesse gehören zu den schadenreichsten Gefahrenarten, denn sie verlaufen zufällig und unkontrolliert. Uferböschungen können einstürzen oder abrutschen und so sind selbst Bauwerke oberhalb des Hochwasserstandes gefährdet. Beim Hochwasserereignis im August 2005 kam es an den Ufern der Muota im Muotathal teilweise zu massiven Erosionen.

 

Nach dem Hochwasserereignis 2005 wurde die Muota gezielt an heiklen Bereichen verbaut. Steilere Abschnitte sind nun durch eine aufgelöste Blockrampe gesichert, welche zur Energieverminderung beiträgt.

Bild: aufgelöste Blockrampe            Bild: Muota; flache, unverbaute Steilstrecke, gefolgt von einem steilen Abschnitt mit einer aufgelösten Blockrampe

Ausblick

Als Ergänzung zu den steilen, verbauten Bereichen sind Aufweitungen an flacheren Stellen geplant. Auf diese Weise kann neben dem Schutz der Bevölkerung auch ein Beitrag zur Strukturvielfalt geleistet werden.

 

Interkantonale Zusammenarbeit

Langfristiger Hochwasserschutz an der Sihl

Die Kantone Schwyz und Zürich prüfen zwei mögliche Lösungen für den langfristigen Hochwasserschutz an der Sihl. Unter Mitwirkung von Behörden, Fachbüros und Vereinsvertretern kristallisierten sich aus 35 Varianten die beiden Konzepte eines «Entlastungsstollen» zwischen Langnau am Albis und Thalwil und die «Kombilösung Energie» heraus. Welche der beiden Lösungen umgesetzt wird, wird nach einer Vertiefung der Konzepte bis 2015 entschieden.

Die Kombilösung Energie sieht Ausbau des Etzel-Pumpspeicherkraftwerks vor. Durch einen neuen, bedeutend grösser dimensionierten Druckstollen soll einerseits bei akuter Hochwassergefahr rascher Wasser aus dem Sihlsee in den Zürichsee übergeleitet werden. Andererseits kann der Pumpspeicher am Sihlsee intensiver genutzt werden. Der Sihlsee soll aber grundsätzlich nicht höher gestaut werden als heute.

Übersicht der Konzeptvariante «Kombilösung Energie». Quellenangabe: AWEL, Kanton Zürich, Synthesebericht zur Konzeptfindung, April 2012; BA für Landestopographie

Mit diesem Konzept können die beiden Kantone den Hochwasserschutz für die Gemeinden unterhalb des Sihlsees sicherstellen. Damit entfallen individuelle Objekschutzmassnahmen der einzelnen Gemeinden. Die Ortsbilder bleiben erhalten.

Wird zusätzlich oberhalb von Einsiedeln die Alp durch mittels teilweise in den Sihlsee übergeleitet, sind auch Einsiedeln und die unterhalb liegenden Infrastrukturen besser vor Hochwasser geschützt. Diese Option ermöglicht zusätzlich die Energieproduktion und die Aufwertung der Flussläufe zu optimieren. Der Sihlsee soll aber grundsätzlich sein heutiges Stauziel beibehalten. (Ohne teilweise Überleitung der Alp in den Sihlsee muss der Kanton Zürich für die Hochwassersicherheit lokale Schutzmassnahmen in Adliswil, Langnau am Albis und Zürich realisieren.)

Die Kombilösung Energie könnte zeitlich in vier Schritten realisiert werden: 1. die verbesserte Regulierung des Sihlsees, 2. die lokale Sicherung der Sihlsee-Ufer zum Schutz vor hohen Pegelständen bei extremen Hochwasserereignissen, 3. die Erweiterung des Pumpspeicherkraftwerks, 4. die teilweise Überleitung der Alp in den Sihlsee.
Dieses Konzept bedarf für die Umsetzung ca. 15 – 20 Jahre.

Bei der Vertiefung und Konkretisierung der beiden langfristigen Konzepte bietet der Kanton Schwyz weiterhin gerne Hand für sinnvolle, wirksame und auch finanzierbare Lösungen. Wir unterstützen Zürich bei der ganzheitlichen Lösungsfindung, denn Hochwasserschutz ist eine Verbundaufgabe. Die Bevölkerung beider Kantone wird auch künftig davon profitieren.

Weitere Informationen zu den beiden Konzepten für den langfristigen Hochwasserschutz an der Sihl finden Sie unter www.hochwasserschutz-zuerich.zh.ch.