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Schwyzer Kreuz - Schweizerkreuz

«Wie Schwyz der Schweiz den Namen gegeben, so hat sich das Schweizerkreuz aus dem kleinen weissen Kreuz der Schwyzer entwickelt.» Diese eingängige Kurzformel entspricht zwar einer weit verbreiteten Ansicht, aber nicht dem historischen Sachverhalt. Das eidgenössische und das Kreuz der Schwyzer sind durchaus unabhängig voneinander zu betrachten.

Das Schwyzer Wappen war lange Zeit ein einfacher roter Schild, der auf das erste Landesbanner zurückgehen dürfte. Ein Kreuz im Wappen erscheint vereinzelt im 17. und frühen 18. Jh., zumeist auf inoffiziellen Darstellungen. Für die offizielle Verwendung ist das Landessiegel von 1729 ein wichtiger Beleg. Gleichzeitig erscheint das Kreuzlein auf den Schwyzer Münzen. Es besitzt noch keine feste Form, ist jedoch meistens ein sogenanntes Tatzenkreuz, mit sich nach aussen erweiternden Armen. Als die eidgenössische Tagsatzung 1815 beschloss, ein Bundessiegel zu schaffen, legte die Schwyzer Regierung die Form des Schwyzer Wappens endgültig fest: dem kleinen langschenkeligen Kreuz wurde der Platz im heraldisch linken - für den Betrachten rechten - Obereck zugewiesen. Die Proportionen des Kreuzes wurden jedoch erst 1963 definitiv festgelegt.

Schwieriger wird es bei der Schwyzer Fahne und ihrem Kreuz. Zu ihrer tatsächlichen Herkunft meinte man bis vor kurzer Zeit, es handle sich um ein Reichssturmbanner, das den Schwyzern von den deutschen Königen verliehen worden sei. Die Verleihung ist nicht zu belegen. Nach neuen Forschungen kann es sich schon deshalb nicht um jenes urtümliche «Blutbanner» des Reiches handeln, da nicht die Farbe, sondern das Kreuz auf einem farblich nicht fixierten Grund dessen Merkmal war. Das Banner der Schwyzer aber war ein bildloses rotes Tuch. Der Volksfrömmigkeit des späten Mittelalters lag ein Bezug zu dem von Christus und von den Schwyzern vergossenen Blut nahe. Rot ist die Farbe der Feste des Leidens Christi.

Das Eckquartier

Das Einmalige des Schwyzer Banners liegt aber nicht in der Farbe, sondern in seinem ältesten Eckquartier. Es stellt den Gekreuzigten und die Marterwerkzeuge dar. Die Schwyzer sollen dieses von König Rudolf I. anlässlich eines Feldzuges bei Besançon 1289 erhalten haben. Nach neuerer Ansicht ist dieses Motiv jedoch kaum vor der Mitte des 14. Jh. auf der Fahne möglich. Das älteste Landesbanner aus der Morgartenzeit (1315) scheint denn auch tatsächlich kein solches Eckquartier besessen zu haben, im Gegensatz zu jenem aus der Schlacht bei Laupen (1339). Das älteste erhaltene Eckquartier befindet sich auf dem Banner der Burgunderkriege (1474-77). Die Bilderchroniken zeigen oft in stilisierter Form ein freischwebendes langschenkeliges Kreuz. Daraus wurde jedoch keineswegs direkt das kleine Schwyzerkreuz auf Fahne und Wappen. Dieses kann sich erst gegen Ende des 18. Jh. vereinzelt und nach der Festlegung der Wappenform im 19. Jh. durchgehend auf den Schwyzer Fahnen festsetzen.

Vom Kreuz der Eidgenossen ...

Das Kreuz spielte aber nicht nur bei den Schwyzern, sondern bei den Eidgenossen insgesamt eine grosse Rolle. In der alten Zeit gab es kein gemeinsames eidgenössisches Banner, unter dem man zu Felde zog. Das weisse Kreuz, das sich die Eidgenossen in der Schlacht bei Laupen anhefteten, drückte ihre Zusammengehörigkeit aus. Die religiöse Bedeutung des Zeichens ist dabei nicht zu unterschätzen. Man trat damit gegen einen Gegner an, der sogar mit dem Segen des deutschen Kaisers daherkam, und rückte so eine höhere, auf Christus bezogene Legitimation aus. Dabei dürfte ein Zusammenhang mit dem Kreuz des Mauritius bestanden haben. Dieser heilige Märtyrer und seine «Zehntausend Ritter» genossen bei den Eidgenossen jener Tage besonders grosse Verehrung.

Von da an begleitete das Kreuz die Eidgenossen auf ihren Feldzügen. Bald wurden auch die Waffen damit gekennzeichnet. Die Fähnlein, als Feldzeichen der Stände, zeigten als Symbol der Verbundenheit ein schlankes weisses Kreuz. Dieses war also, unabhängig vom Schwyzer Eckquartier, zum eidgenössischen Zeichen geworden. Schon im Spätmittelalter zeigte sich indes das Bedürfnis nach einem eigenen Schweizer Feldzeichen für gemeinsame Unternehmungen. So kam es zum eidgenössischen Fähnlein, das im Gegensatz zu den Fähnlein der Stände mit den freischwebenden Kreuzen ein durchgehendes weisses Kreuz zeigte. Dieses wurde später auch zum Kennzeichen der Schweizer Truppen in Fremden Diensten.

... zum Schweizerkreuz

Nach der Helvetik (1798-1803) und der Besetzung des Landes durch Frankreich beeilten sich die schweizerischen Kantone, die alte Ordnung wieder herzustellen. Das gelang allerdings nicht mehr ganz, zuviel war in Bewegung geraten, und neue Kantone traten mit ihren Ideen auf. Der Tagsatzungsbeschluss von 1814, das als Siegelbild des Staatenbundes gewählte «weisse Kreuz im roten Feld» als Feldzeichen der alten Eidgenossen zu betrachten, wirkt symbolhaft. Man blickte zurück, bereitete aber dabei den Weg für etwas Neues. 1841 kamen die ersten eidgenössischen Fahnen mit dem uns vertrauten Muster offiziell in Gebrauch. Noch Jahrzehnte sollte es jedoch dauern, bis das Kreuz die heutige, ästhetisch ansprechende Form erhielt.

Festlegung der Grösse des Kreuzes im Wappen des eidgenössischen Standes Schwyz

Der Regierungsrat hat mit Beschluss 4100/1963 folgende Proportionen und Masse des Kreuzleins im Wappen des eidgenössischen Standes Schwyz festgelegt und offiziell erklärt:

  • Die unter sich gleichlangen Arme des Kreuzes sind je dreimal länger als breit.
  • Die ganze Balkenlänge beträgt 1/3 der waagrechten Seitenlänge der Fahne oder des Wappenschildes.
  • Der Abstand vom Fahnen- oder Wappenrand beträgt 1/3 einer Armlänge.