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Schutzwürdigkeit eines Objektes

Die historische und kunstgeschichtliche Beschreibung des kulturellen Erbes vermag für sich allein noch keinen Schutz zu verleihen und sie genügt auch nicht zur Anordnung von Massnahmen zur Pflege und Erhaltung dieser Kulturgüter. Die einschlägigen rechtlichen Grundlagen enthalten anderseits Begriffe wie "bedeutend", "wertvoll" usw. und definieren Schutzmassnahmen für Objekte, welchen diese Qualifikationen zukommen. Die letzteren sind indessen in vielen Fällen nicht ohne weiteres erkennbar und oft nur nach sorgfältigem Abwägen und Vergleichen geltend zu machen. Es gilt also den Bestand der schutzwürdigen Objekte zu ermitteln, um ein ausgewogenes und die Rechtsgleichheit wahrendes Vorgehen sicherzustellen. Damit diese Inventare der Praxis auch standhalten, müssen die Baudenkmäler nach möglichst objektiven Kriterien beurteilt werden. Die betroffene Eigentümerschaft hat ein Anrecht auf Transparenz dieser Beurteilung.

Sakrale und öffentliche Bauten

Verhältnismässig einfach stellt sich die Frage der Schutzwürdigkeit bei Klöstern, Kirchen und Kapellen, die bereits durch ihren ideellen Zweck von einem besonderen Bauwillen der jeweiligen Generation zeugen. Dabei ist nicht das Alter wie bei vielen anderen Objekten die hauptsächliche Schutzbegründung, sondern die Qualität der Architektur und Ausstattung. Auch bei öffentlichen Bauten wie Rats- oder Gemeindehäusern ist es einfach, eine besondere Qualität zu erkennen. Meist zeichnet ein Gemeinwesen seine Bauten durch besondere Merkmale wie Grösse und besondere Bauformen bezüglich Fassaden- und Dachgliederungen aus. Auch der Ausstattung wurde jeweils ein eigenes Augenmerk geschenkt; sie ist etwa in Ratssälen besonders reich und ragt über das übliche Mass hinaus.

Herren- und Bürgerhäuser

Gleich verhält es sich oft bei Herren- und Bürgerhäusern, bei denen der Bauherr durch das Überdurchschnittliche seine eigene Bedeutung, sein Prestige demonstrieren wollte.

Bauernhäuser

Bedeutend schwieriger wird die Beurteilung der Schutzwürdigkeit bei Bauernhäusern. Diese sind unbestritten ein wichtiges Element unserer Streusiedlungslandschaft. Die Schutzwürdigkeit wird dabei weniger von Gemeinden oder deren Bürgerschaft als von den Besitzern angezweifelt. Er betrachtet das Gebäude zuweilen als reinen Nutzbau, bei dem er zwar den Bauwillen seiner Vorfahren anerkennt, aber nun eben darin leben und arbeiten muss.

Neben die fehlende Infrastruktur tritt vielfach eine zu geringe Raumhöhe, die zwar als "heimelig" empfunden wird, dem Besitzer aus begreiflichen Gründen aber wenig zusagt. Öfters ist der Wert des Innenausbaus gering, etwa abgesehen von repräsentativ ausgebildeten Stuben. Dazu kommt, dass diese Bauten oft nach dem gleichen Schema, das über Generationen wenig verändert wurde, errichtet worden sind. Dabei gilt es nicht zu vergessen, dass unsere Bauernhäuser die für unsere Region einzig typischen Bauten sind, die eben nur gerade hier anzutreffen sind. Anhand oft nur geringer Nuancen lassen sich Bauten einer ganzen Region charakterisieren. Ausserdem wurden diese Bauten von einheimischen Handwerkern verwirklicht, während bei den grösseren Kirchen oder Herrenhäusern meistens auswärtige Planer und Handwerker zugezogen wurden. Auch in dieser oft einzigen regionaltypischen Architektur liegt die besondere Schutzwürdigkeit, die solchen Objekten zukommt. Dabei macht meistens nicht ein Bau allein den Wert aus, sondern die ganze Bautengruppe innerhalb der Kulturlandschaft.

Ensembleschutz

Ähnlich schwierig gestaltet sich die Schutzdefinition für unzählige auf den ersten Blick bescheidene Bauten, die unsere Dörfer ausmachen. Dass etwa der Pfarrkirche, als dominantem Bauwerk des Dorfes, ein besonderer Schutz zukommt, wird nicht bestritten. Wie verhält es sich aber bei den vielen kleinen Bauten, die sich um diesen Grossbau ducken? Jedes Dorf, jede Siedlung wird durch eine grosse Zahl von Einzelbauten definiert und charakterisiert. Für deren Wertung ist nicht die Qualität des Einzelbaus entscheidend, sondern letztlich lediglich dessen Existenz und seine Bedeutung fürs Ganze.

Unter diesen Bauten gibt es allerdings auch solche, die den Durchschnitt überragen. Die Gründe können darin liegen, dass bereits die Nutzung dem Gebäude ein besonderes Aussehen verliehen hat wie etwa bei Gasthäusern, oder dass besondere Merkmale wie Fassadendekorationen, auffallende Ausmasse, wertvolle Details, etwa Portale oder Bemalungen, das Gebäude auszeichnen. Dadurch werden sie zu Fixpunkten innerhalb eines Dorfgefüges. Sie verdienen besondere Beachtung bei der Bevölkerung und dienen unbewusst zur Orientierung und zum Erkennen des Ortsbildes. Oft zeichnen sich Bauten lediglich durch ein ansehnliches Alter aus, das im geschichtlichen Interesse einer Ortschaft eine grosse Rolle spielt.

Kleinodien am Weg

Nicht zu unterschätzen sind unser zahlreichen kleinen und kleinsten Kunst- und Kulturdenkmäler wie Wegkreuze, Bildstöcke sowie alte Gassen und Wegstücke mit Begrenzungen aus Trockenmauerwerk und Plattenpflästerungen. Gerade solche kleinen, aber vielfach liebenswerten Kulturgüter sind bedroht, da sie als solche nicht erkannt oder durch moderne Bedürfnisse in ihrer alten Ausstrahlung und ihrer selbstverständlichen Wirkung beeinträchtigt werden.