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Steueraufschiebende Veräusserungen (§ 107 StG)

Sämtliche zivilrechtlichen und ihnen gleichgestellten Veräusserungen lösen eine Grundstückgewinnsteuer aus, sofern dabei ein Gewinn erzielt wird. Die Tatbestände, welche trotz Vorliegens einer Veräusserung zu einem Aufschub der Besteuerung führen, sind in § 107 StG abschliessend geregelt (ebenso Art. 12 Abs. 3 StHG). Bei nachfolgenden Veräusserungen erfolgt ein Aufschub der Besteuerung, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind:

  1. Eigentumswechsel durch Erbgang (Erbfolge, Erbteilung, Vermächtnis), Erbvorbezug oder Schenkung;
  2. Eigentumswechsel unter verheirateten Personen im Zusammenhang mit dem Güterrecht, sowie zur Abgeltung ausserordentlicher Beiträge eines Eheteils an den Unterhalt der Familie (Art. 165 ZGB) und scheidungsrechtlicher Ansprüche, sofern beide Eheleute einverstanden sind;
  3. Landumlegungen zwecks Güterzusammenlegung, Quartierplanung, Grenzbereinigung, Abrundung landwirtschaftlicher Heimwesen sowie bei Landumlegungen im Enteignungsverfahren oder angesichts drohender Enteignung;
  4. Eigentumswechsel infolge Umstrukturierung im Sinne der §§ 20 Abs. 1 und 67 Abs. 1 und 3. Die aufgeschobene Besteuerung wird bei einer Verletzung der Sperrfrist in analoger Anwendung von § 20 Abs. 2 und § 67 Abs. 2 und 4 nachgeholt, wobei sich die Steuerbemessung nach §§ 113 ff. und die Besitzesdauer nach § 121 richtet.

Nähere Ausführungen zu den einzelnen Tatbeständen sind vorhanden unter:

Die steueraufschiebenen Tatbestände sind dermassen umschrieben, dass die Besteuerung i.d.R. nur entweder vollständig oder überhaupt nicht aufgeschoben werden kann. Der vollständige Aufschub der Besteuerung tritt auch bei gemischten Rechtsgeschäften (nur teilweise Unentgeltlichkeit) ein. Dies dürfte sogar regelmässig der Fall sein, haben doch häufig die übernehmenden Personen Hypotheken zu übernehmen.

Der Aufschub der Besteuerung bewirkt, dass zum Zeitpunkt des Eigentumsübergangs keine steuerlich relevante Gewinnrealisierung angenommen wird und dass bei einer späteren Weiterveräusserung des Grundstücks sowohl bei der Gewinnbemessung wie auch bei der Berechnung der Besitzesdauer auf die letzte Veräusserung abgestellt wird, die keinen Aufschub der Besteuerung bewirkt hat (siehe § 113 Abs. 2 StG und § 121 Abs. 3 StG); die bei der steueraufschiebenden Veräusserung erbrachte Gegenleistung fällt dabei ausser Betracht.


Kasuistik:

  • Die steueraufschiebenen Tatbestände sind ausdrücklich und abschliessend im Steuergesetz geregelt und sind dermassen umschrieben, dass die Steuer i.d.R. nur entweder vollständig oder überhaupt nicht aufgeschoben werden kann (StE 1993 B 42.38 Nr. 12).

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