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Allgemeines zu Schutzbauten

Allgemeines zu Schutzbauten
Der Schutzbau und seine Elemente
Schutzräume für die Bevölkerung
Schutzräume für Kulturgüter
Schutzanlagen für den Zivilschutz
Schutzanlagen für den Sanitätsdienst
Qualitative Einstufung

Allgemeines zu Schutzbauten

Es werden zwei Arten von Schutzbauten unterschieden:

  • Schutzräume zum Schutz der Bevölkerung
  • Schutzanlagen für die Organisation des Bevölkerungsschutzes

Schutzbauten gewähren im Fall eines bewaffneten Konflikts einen Basisschutz gegen ein breites Spektrum direkter und indirekter Waffeneinwirkungen.

 

Der Schutzbau und seine Elemente

Schleuse
Bei laufendem Ventilationsaggregat stellt die Schleuse sicher, dass wäh­rend des Ein-und Austretens keine Aussenluft in den Schutzraum ein­dringt. Dadurch ist es möglich, den Schutzraum auch dann noch zu be­treten oder zu verlassen, wenn die Aussenluft kontaminiert ist. Schutzbauten mit einem Fassungsvermögen bis zu 50 Schutzplätzen werden ohne Schleuse erstellt.

Schutzhülle und Abschlüsse
Der Schutzbau verdankt seine mechanische Widerstandsfähigkeit der Schutzhülle (Boden, Wände und Decke), die aus 25 bis 30 cm di­ckem Stahlbeton besteht. Öffnungen werden mit Panzertüren und Pan­zerdeckeln, die ebenfalls aus armiertem Beton bestehen, verschlossen. Der Schutzbau verfügt dadurch über einen Schutzgrad von mindestens einem Bar(= 10 t pro m2). Dazu kommt, dass die Intensität einer allfälli­gen von aussen einwirkenden radioaktiven Strahlung durch die massiven Wände auf höchstens noch einen Fünfhundertstel abgeschwächt wird.

Notausgänge
Damit der Schutzbau auch dann noch verlassen werden kann, wenn der Eingang wegen äusseren Einwirkungen nicht mehr benutzbar ist, verfügt er über einen Notausgang in Form eines Notausstiegs oder ei­ner Fluchtröhre. Der Notausstieg führt direkt der Gebäudefassade ent­lang ins Freie. Bei Gebäuden mit einer Traufhöhe von über 4 Metern muss eine Fluchtröhre gebaut werden. So ist sichergestellt, dass das Gebäude ausserhalb des bei einer Zerstörung zu erwartenden Trümmerbereichs verlassen werden kann.

Belüftungseinrichtung
Damit die Zufuhr frischer Atemluft gewährleistet ist, verfügt die Schutzbaute über eine Belüftungseinrichtung. Sie umfasst

  • die Luftfassung (in der Regel im «Fensterrahmen» des Panzerdeckels angeordnet)
  • das Explosionsschutzventil und den Vorfilter
  • das Ventilationsaggregat (abgekürzt: VA)
  • den Gasfilter
  • das Überdruckventil

Die Luftmenge im Frischluftbetrieb beträgt immer das doppelte gegenüber der Menge im Filterbetrieb. Die Luftmenge im Filterbetrieb legt die Bezeichnung des Ventilationsaggregates (VA) fest.

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Schutzräume für die Bevölkerung

Schuträume für die Bevölkerung werden in mehrere Kategorien unterschieden:

Pflichtschutzraum (PSR)
Diese Schutzräume beinhalten die gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtschutzplätze für das darüberliegende Gebäude des privaten Hauseigentümers, resp. die vorgeschriebenen Pflichtschutzplätze der Öffentlichkeit wie Gemeinde oder Bezirk.

Privater Sammel-Schutzraum (SSR)
Diese Schutzräume beinhalten die gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtschutzplätze für darüberliegende und danebenliegende Gebäude von privaten Hauseigentümern. In der Regel liegen Dienstbarkeitsverträge mit entsprechenden Grundbucheinträgen (Last / Recht) vor.

Oeffentlicher Sammel-Schutzraum (öff SSR)
Diese Schutzräume beinhalten Schutzplätze der Gemeinde, die für umliegende Gebäude erstellt wurden. Dabei handelt es sich um Gebäude, wo aus bautechnischen odere anderen Gefährdungsgründen keine Schutzbaute erstellt werden konnte. Bauherren solcher Gebäude mussten zur Erfüllung Ihrer gesetzlichen Pflicht einen entsprechenden Kostenbeitrag (Ersatzbeitrag) leisten. Diese Gelder werden für die Finanzierung der öffentlichen Sammelschutzräume eingesetzt.

Kombination PSR - öff SSR
Diese Schutzräume werden in Gebieten erstellt, in welchen ein Schutzplatzdefizit besteht. Ein vorgesehener Pflichtschutzraum wird entsprechend dem Schutzplatzdefizit grösser gebaut. Die Finanzierung der öffentlichen Schutzplätze geschieht mit Ersatzbeitragsgeldern und wird mit einem Dienstbarkeitsvertrag geregelt.

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Schutzräume für Kulturgüter (KGSR)

Diese Schutzräume dienen zur Einlagerung von schützenswertem, beweglichem Kulturgut der Gemeinde. Sie werden von der Gemeinde oder einer privaten Institution erstellt. In gemeindeeigenen Bauten können die Schutzbauten ebenfalls als Gemeindearchive genutzt werden. Eine Belegung durch ständige Einwohner der Gemeinde ist nicht vorgesehen.

 

Schutzanlagen für den Zivilschutz

In Schutzanlagen ist eine Belegung durch ständige Einwohner der Gemeinde nicht vorgesehen. Schutzanlagen können als Einzel-Schutzanlage (z.B. KP) oder als kombinierte Schutzanlage (z.B. KP, BSA, PflegeSR, SSR) konzipiert sein.

Es werden folgende 2 Hauptarten in unterschiedlichen Grössen unterschieden:

Kommandopostes (KP)
Der KP ist als geschützter Führungsstandort für kantonale und regionale Führungsorgane sowie für Leitungen des Zivilschutzes vorgesehen. Er ist mit den für die Führung notwendien Telematikeinrichtungen ausgerüstet.

Bereitstellungsanlage (BSA)
Die BSA dient primär den Pionierzügen des Zivilschutzes als Stützpunkt für Mannschaft und Material.

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Schutzanlagen für den Sanitätsdienst

Diese Schutzbauten sind Arbeits- und Unterkunftsort für Ärzte und Pflegepersonal und beinhalten Schutzplätze, die die Behandlung und Pflege von verletzten Personen über einen beschränkten Zeitraum ermöglichen.

Es werden folgende Arten unterschieden:

Pflegeschutzraum (PflegeSR) (frühere Bezeichnung: Sanitätsposten)
Der Pflegeschutzraum ist meist in Kombination mit einem KP oder einer BSA angeordnet. Er wird zur Aufnahme und Betreuung von Alten, Gebrechlichen, Kranken, Müttern mit Kleinkindern usw. oder Personen, die durch Pflegepersonal der Spitex zu Hause betreut wurden, eingesetzt. In den Pflegeschutzräumen besteht die Möglichkeit der ambulanten ärztlichen Betreuung der Bevölkerung.

Geschützte Sanitätsstelle (Gesch San Stelle)
Die geschützte Sanitätsstelle bildet bei einem bewaffneten Konflikt das Zentrum der ambulanten ärztlichen Betreuung der Bevölkerung. Zudem übernimmt sie bereits behandelte Patienten vom geschützten Spital zur Weiterpflege und entlastet somit das Spital.

Geschütztes Spital (GOPS)
Das geschützte Spital dient bei einem bewaffneten Konflikt zur Weiterführung des Spitalbetriebs in geschützten Räumen. Es ist in erster Linie für die Behandlung und Pflege von Schwerverletzten aus den Schadengebieten und der allgemeinen spezialärztlichen Hilfe gedacht. Im Vordergrund steht die chirurgische Behandlung und die spitalmässige Betreuung der Bevölkerung.

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Qualitative Einstufung von Schutzbauten

Qualitätsgruppen
Das Bundesamt für Zivilschutz legt die Mindestanforderungen, die an die Schutzbauten gestellt werden fest.

Die Kriterien für die Qualitätsgruppen-Zuteilung werden durch folgende Punkte bestimmt:

  • Schutzraumhülle
  • Schutzraumabschlüsse
  • Schutzraumbelüftung
  • übrige Installationen und EInrichtungen im Schutzraum
  • Friedensnutzung des Schuzraumes und dessen Verfügbarkeit innert 24 h

Die Schutzbauten werden in drei Qualitätsgruppen eingeteilt. Es sind dies:

Gr. A Vollwertige Schutzräume
 

sind Neubauten, die

  • ab 01.01.1967 gemäss TWP 1966
  • ab 01.10.1983 gemäss TWS 1982
  • ab 01.04.1986 gemäss TWP 1984
  • ab 01.01.2017 gemäss TWK 2017
  realisiert wurden resp. werden.
Ebenso werden Schutzräume, die gemäss der TWE 1988 erneuert wurden, dieser Gruppe zugeordnet.
   
Gr. B Erneuerbare Schutzräume
  sind ältere, meist Vor-TWP-Schutzräume, welche den Anforderungen an erneuerbare Schutzräume erfüllen und deshalb für eine Erneuerung in Betracht gezogen werden können. Die Mindestanfordeugnen an vollwertige Schutzräume werden jedoch nicht in allen Punkten erfüllt.
   
Gr. C Räume mit Behelfsschutz
  wurden seinerzeit als Schutzräume gebaut, erfüllen jedoch die Anforderungenn an erneuerbare Schutzräume nicht. Sie bieten nur noch einen verminderten Schutz und können auf schriftlichen Antrag durch den Hauseigentümer aufgehoben werden.

 

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