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Schutzhülle

Schalung
Armierung
Rohreinlagen
Bauteile
Vorabnahme / Kontrollen

Schalung

Es ist nicht relevant, ob konventionell oder mit Schalungselementen geschalt wird. Gelangen Schalungselemente zur Anwendung, muss im Bereich der Schutzraumabschlüsse konventionell geschalt werden, wenn das System die Vorschriften für das Versetzen der Schutzraumabschlüsse nicht berücksichtigt.

Einbau von Abschlüssen -> siehe Abschlüsse

Armierung

Das Umbiegen des Armierungsstahls auf der Baustelle ist ohne entsprechendes Hilfsmittel nicht zulässig. Der heutige Armierungsstahl erreicht die Endfestigkeit durch die Verarbeitung (Drillung) im Werk und würde beim Biegen auf der Baustelle beeinträchtigt.

Armierungskontrolle

Das zuständige Ingenieurbüro ist für Kontrolle und Abnahme der Armierung verantwortlich.

Die Betoniertermine aller Bauteile sind der kantonalen Amtsstelle, Tel. 041 819 22 35, zu melden. Die Meldung kann auch mit dem Meldeformular Form Armierungsabnahme erfolgen.

Rohreinlagen

Luftfassungsrohre

Gemäss den Technischen Weisungen dürfen:

  • bei Notausstiegschächten maximal 2 Luftfassungen in die Fensterleibung geführt werden
  • bei Fluchtröhren maximal 3 Luftfassungen in die Fensterleibung geführt werden
  • die Luftfassungsleitungen ab Fensterleibung bis zum Anschlusspunkt maximal 3 Stück 90°-Bogen aufweisen
  • die Luftfassungsleitungen aus PE-, PP- oder formfesten Stahlrohren NW 125 mm sein
  • die Durchmesser von eingelegten Leitungen dürfen maximal 1/3 der Deckenstärke betragen
Panzerdeckel mit Luftfassungen
Lüftungsleitung zwischen der Armierung

Durchführungen für Venile und Friedenslüftung

Rohreinlagen für Explosionsschutzventile
Durchführungseinlagen für Friedenslüftung

Bauteile

Der minimale Armierungsgehalt ist gemäss den SIA-Normen, resp. den TWK 2017 einzuhalten. Dabei sind die Zug- und Druckbereiche massgebend. Ob einfach oder kreuzweise tragend ist von der Plattenabmessung abhängig. Bei vorwiegend in einer Richtung tragenden Platten wird ein Seitenverhältnis von Lx/Ly<0.4 vorausgesetzt. Ansonsten gild die Platte als kreuzweise tragend.

Auf den Einbau von Betonstützen in den Plattenfeldern ist zu verzichten. Besteht aus statischen Gründen keine andere Möglichkeit, so muss ein Durchstanznachweis mit der 2-fachen Ersatzlast geführt werden.

Fundamentplatten

  • Mit dem statischen Nachweis ist die Beschreibung des Baugrundes wie z. B. Kies, Sand, Lehm, Silt u.a. anzugeben.

Wände

  • Die Wandarmierung muss zur Gewährleistung der Duktilität mit sämtlichen benachbarten Bauteilen nach den SIA-Normen gestossen werden.
  • Ist die Schutzraumwandlänge neben dem Eingang grösser als 50 cm, so muss eine Armierungsverstärkung (Ersatzbalken) neben der Türe eingelegt werden.
  • Bei der Wahl der Ersatzbalkenarmierung ist die Wandbelastung massgebend. 
  • Längen der Anschlussarmierung
  • Sind die Raumhöhen des Schutzraumes und der Normalkellerräume unterschiedlich, sind beim Auszug der Wandarmierungen die variablen Armierungslängen zu berücksichtigen.
  • Liegt die Bodenoberkante des danebenliegenden Raumes höher, muss dies infolge der Arbeitsetappen bei der Anschlusslänge der Wandanschlussbewehrung berücksichtigt werden.

Decken

  • Ist aus Strahlenschutzgründen eine verstärkte Decke erforderlich, so muss das ganze Deckenfeld des Schutzraumabteils mit dieser Stärke erstellt werden.
  • Stehen im Schutzraumbereich Tragwände auf der Schutzraumdecke, so ist für die Belastungsannahme die 3-fache Summe der Einzellasten, gleichmässig verteilt auf das Deckenfeld, (siehe TWP 1984 S. 107) nach wie vor gültig.
  • Die Durchmesser von eingelegten Leitungen dürfen maximal 1/3 der Deckenstärke betragen.

Verstärkte Decke zum Trümmerschutz beim Eingang

  • Vor den Eingängen der Schutzräume müssen verstärkte Deckenbereiche ausgebildet werden. Der Bereich misst 1.30 x 2.00 m auf die Türachse bezogen. Dieser verstärkte Deckenbereich muss einer Wechsellast von 1 bar stand halten.
  • Im verstärkten Bereich sind grundsätzlich keine Leitungseinlagen (Elektro, Sanitär u.a.) toleriert. Die Einlagen müssen ausserhalb dieses Bereiches geführt werden. Dabei muss auch im Verankerungsbereich entsprechend Rücksicht genommen werden. Ist keine andere Leitungsführung möglich, so müssen - in Absprache mit der kantonalen Amtsstelle - entsprechende bauliche Massnahmen vor Bauausführung angeordnet werden.
  • Je nach Vorraumgestaltung ist der verstärkte Deckenbereich zum Trümmerschutz als Kragplatte oder als Plattenstreifen auszubilden

a) Plattenstreifen über Vorraum

Der Vorraum wird durch eine, parallel zur Schutzraumwand verlaufenden Wand im Abstand von 1.30 - 2.50 m abgetrennt. Dabei müssen folgende Bedingungen eingehalten werden:
> minimale Wandstärke d = 12 cm
> im Bereich von 2.00 m dürfen keine Wandöffnungen liegen
> Deckenstärke mind. 16 cm

Kann einer der oben erwähnten Punkte nicht eingehalten werden, so muss über dem Vorraum eine Kragplatte ausgebildet werden.

b) Kragplatte über Vorraum

Der Abstand zwischen Eingangstüre und der gegenüberliegende Wand beträgt mehr als 2.50 m. Dabei können nur Tragwände mit einer Minimalstärke von 12 cm berücksichtigt werden.

Vorabnahme / Kontrollen

Projektverfasser, Bauleiter, Unternehmer und Eigentümer sind angehalten, eine Vorabnahme / Kontrolle durchzuführen.

Im Register Abnahme sind die Kontrollpunkte pro Thema aufgelistet.