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Deponien Kanton Schwyz

Planung abgeschlossen

(AfU/i) Die Kapazität des heutigen Deponievolumens im Kanton Schwyz reicht nicht aus, um die in den nächsten 20 Jahren voraussichtlich anfallenden Mengen an unverschmutztem Aushub und Inertstoffen abzulagern. Deshalb wurde die Deponieplanung aus dem Jahr 2005 überarbeitet. Ziel ist es, Deponieprojekte möglichst umweltverträglich zu realisieren und Transportwege kurz zu halten, indem die geeignetsten Standorte pro Region ausgewählt und durch die Aufnahme in den Richtplan raumplanerisch gesichert werden.

Entsorgung von unverschmutztem Aushub und Abfällen
In der Schweiz gilt der Grundsatz, dass Abfälle vermieden, verwertet oder umweltverträglich entsorgt werden. Abfälle, die weder verwertet noch verbrannt werden können, werden kontrolliert in Deponien abgelagert. Dabei unterscheidet man zwischen Deponien

  • 􀁸 Typ A für unverschmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial
  • 􀁸 Typ B für Inertstoffe
  • 􀁸 Typ C, D und E für Reststoffe, Schlacke und Reaktorstoffe

Im Kanton Schwyz wird derzeit nur Material des Typs A und B abgelagert. Für die relativ geringen Mengen an Reststoffen, Schlacke und Reaktorstoffen wird im Rahmen der interkantonalen Zusammenarbeit die Ablagerung in den Nachbarkantonen sichergestellt. Mit dem Ausdruck „Deponie“ verbinden wir im allgemeinen Sprachgebrauch eher etwas Negatives, eine Müllhalde etwa. Dies trifft auf die heutigen Deponien nicht zu. Es sind kontrollierte Anlagen, welche die für sie bestimmten Abfälle sicher und ohne schädliche Auswirkungen lagern können. Auf Deponien Typ A wird nur sauberes Erdreich aus Aushub, auf Deponien Typ B nur unverwertbare Anteile von Bauschutt, Glas usw. gelagert.

Deponiebedarf und Planungsergebnis
Unverschmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial von Tunnelbauten, Hoch- und Tiefbauarbeiten besteht aus Fels, Kies, Sand, Silt oder Ton. Das im Kanton Schwyz vorhandene Ablagerungsvolumen reicht noch für circa zehn Jahre. Dabei wurde von einem jährlichen Aushubvolumen von rund 4.7 m3 pro Einwohner ausgegangen. Grossprojekte sind hierbei nicht berücksichtigt, da für diese projektspezifische Lösungen wie z.B. die Seeschüttung Reussdelta für den Sisikoner Tunnel vorgesehen sind.

Während 70% des anfallenden Aushubs für Wiederauffüllungen von Kiesgruben und Steinbrüchen verwendet wird, müssen 30% in Deponien abgelagert werden. Inertstoffe, welche zu 95% aus gesteinsähnlichen Stoffen bestehen und nur unkritische Fremdstoffanteile enthalten dürfen, umfassen vor allem Bauschutt (Betonabbruch, Backsteine, Ziegel, Glas, usw.). Für diese Materialen reicht das Restvolumen im Kanton Schwyz noch circa sieben Jahre. Im Rahmen der Deponieplanung mit Planungshorizont 2034 wurden von ursprünglich 130 Vorschlägen so viele Standorte ausgewählt, dass möglichst in jeder Region im Kanton Schwyz der 1.5-fache Bedarf gedeckt werden kann. Diese Standortvorschläge sollen voraussichtlich im Jahr 2018, zusammen mit den Abbaustandorten aus der laufenden Abbauplanung, in den kantonalen Richtplan aufgenommen und so raumplanerisch gesichert werden.

Umweltwirkungen
Um die Auswirkungen von zukünftigen Deponien für Mensch und Umwelt gering zu halten, wurden mit Hilfe von Ausschluss- und Konfliktkriterien unter Berücksichtigung der natur-, landschafts- und gewässerschützerischen, betrieblichen, ökonomischen und siedlungsbezogenen Aspekten die geeignetsten Standorte ausgewählt. Während dem Betrieb einer Deponie wird in Etappen gearbeitet, sodass sich ein Grossteil der Fläche im ursprünglichen Zustand befindet oder bereits rekultiviert ist. Während der Nachsorgephase werden unter anderem allfälliges Sickerwasser, das Grundwasser und die Bodenfruchtbarkeit überwacht. Nach abgeschlossener Rekultivierung kann das Land wieder der ursprünglichen Nutzung, in der Regel der Landwirtschaft, zugeführt werden. In Gebieten mit ungünstigem Bodenaufbau kann durch die Rekultivierung die Fruchtbarkeit erhöht werden. Ein Teil der Deponiefläche wird durch Ausgleichsmassnahmen ökologisch wertvoll gestaltet.

Weitere Informationen

Umweltdepartement
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