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Schwyzer Wald trotzt Sturm Burglind

Verhältnismässig geringe Waldschäden im Kanton Schwyz

(AWN/i) Nach Vivian (27. Februar 1990) und Lothar (26. Dezember 1999) war Burglind der dritte heftige Wintersturm innert drei Jahrzehnten, welcher über dem Kanton Schwyz wütete. Im Gegensatz zu Lothar und Vivian hinterliess Burglind praktisch keine Waldschäden.

Vivian, Lothar und Burglind gehen als die drei heftigsten Winterstürme der letzten 100 Jahre in die Geschichte ein. Während Vivian und Lothar im Kanton Schwyz grosse Schäden an den Schutzwäldern verursachten, fallen die Schäden bei Burglind vergleichsweise gering aus. Im Gegensatz zu den grossen Flächenschäden von Vivian und Lothar sind bei Burglind nur einzelne Bäume oder kleinere Baumgruppen betroffen.

Schwyzer Wald ist insgesamt stabiler geworden

Bereits vor dem Lawinenwinter 1999 und in verstärktem Masse seit der Jahrtausendwende hat der Kanton Schwyz Anstrengungen unternommen, die Stabilität und damit die Schutztauglichkeit des Waldes zu verbessern. Erfüllten in den 1990er Jahren lediglich 11% des Steinschlag- und 42% des Lawinenschutzwaldes gleichzeitig hohe Schutzwirkung und hohe Stabilität, ist dieser Anteil bis heute deutlich gestiegen, auf aktuell rund 70%. Die Forstdienste des Kantons und der Schwyzer Forstbetriebe und mit ihnen sämtliche Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer haben mit grossem Einsatz zu dieser erfreulichen Entwicklung beigetragen. Bund und Kantone haben seit den 1990er Jahren jährlich rund fünf Millionen Franken in die Pflege und damit in die Förderung der (Schutz-)Waldleistungen investiert. Mit der Reinvestition der Holzerlöse in Schutzwaldpflege und in Erschliessungsinfrastrukturen haben auch die Waldeigentümer jährlich eine ähnlich grosse Summe in ihre Waldungen investiert.

Höhere Sturmresistenz

Diese Pflegemassnahmen haben nicht nur die Schutzwirkung gegenüber Naturgefahren oder die Biodiversität verbessert. Sie haben auch dazu beigetragen, dass der Schwyzer Wald heute wesentlich sturmresistenter ist. Dank den Pflege- und Durchforstungseingriffen ist der Wald für Stürme „durchlässiger“ geworden. Obwohl kantonsweit Spitzengeschwindigkeiten von deutlich über 130 Stundenkilometern (Spitzenwert des Windmessers auf dem Tierparkturm in Goldau um 11.40 Uhr: 226 km/h) gemessen wurden (Vergleich Lothar 1999: gemessener Maximalwert in Einsiedeln 144 km/h), blieben Schäden im Schwyzer Wald praktisch aus. Die Schadenbilanz liegt bei insgesamt rund 20 000 – 25 000 m3 Holz, welche Burglind zum Opfer gefallen sind (Vergleich Lothar 1999: 380 000 m3). Hauptbetroffen waren nebst dem inneren Kantonsteil die Gemeinden Alpthal und Rothenthurm sowie die Wälder im Bezirk March.

Praktisch flächendeckende Waldpflege

Die Stürme der 1990er Jahre stiessen auf zahlreiche labile Waldbestände, welche teils aus Aufforstungsflächen entstanden waren. Diese Wälder wurden damals mehrheitlich flächig zerstört. Seither wurde der gesamte Schwyzer Wald vermehrt unter Stabilitätsaspekten gepflegt.

Erwähnenswert ist ferner, dass sich auch die Sicherheitsstreifen entlang wichtiger Strassenverbindungen und Schienennetze bewährt haben. Mit der Sicherheitsholzerei entlang von Verkehrsachsen werden hochgewachsene Bäume, welche den Minimalabstand zu den Verkehrsachsen unterschreiten, systematisch und rechtzeitig entfernt. Durch diese gezielte Pflege, verbunden mit der Förderung standortgerechter Baumarten, sind im Vergleich zu früher jegliche Verkehrsunterbrüche durch umgeworfene (Wald-)Bäume praktisch ausgeblieben.

Pflege der Einzugsgebiete von Wildbächen

Gleiche Prinzipien wie bei den Verkehrsachsen galten in den letzten Jahren auch bei der Waldpflege entlang von Wildbächen. Hier wurde insbesondere der permanent vorhandenen Verklausungsgefahr entgegengewirkt. Es sollen möglichst wenig Bäume in Bacheinhänge fallen können. Dort, wo Holz bereits in Bacheinhängen lag, wurde dieses nach Möglichkeit umgehend entfernt. Diese vorsorglichen Massnahmen dürften sich auch bei den aktuell vorhergesagten grossen Regenmengen auszahlen und Schäden vermindern helfen.

Positive Bilanz

Die Bilanz nach dem Sturm Burglind stellt dem Schwyzer Wald insgesamt ein gutes Zeugnis aus. Es zeigt sich, dass sich die getroffenen Waldpflegemassnahmen bewährt und dass die investierte Arbeit sowie das investierte Geld in die Waldpflege gelohnt haben. Nennenswerte Unterbrüche bei Strassen und Schienen waren keine zu beklagen.

Umweltdepartement