Direkt zum Inhalt springen

Neukonzessionierung Etzelwerk: Willerzeller Viadukt ist sanierungsfähig

Die initialen Instandsetzungskosten belaufen sich je nach Variante auf 21-24.5 Mio. Franken

(UD/i) Als Teil der neuen Konzession für das Wasserkraftwerk Etzelwerk, welche die Kantone Schwyz, Zürich und Zug sowie die Bezirke Einsiedeln und Höfe mit der SBB verhandeln, steht auch die Zukunft des Willerzeller Viadukts zur Debatte. Der Regierungsrat des Kantons Schwyz hatte Mitte 2017 eine Fachgruppe – bestehend aus Vertretern der Konzedenten, der SBB und unabhängigen Experten – eingesetzt, um die Machbarkeit und Kosten einer Sanierung des rund 80-jährigen Viadukts zu klären. Nun liegen zwei Expertengutachten vor: eines zur Umnutzung des Willerzeller Viadukts als Langsamverkehrsverbindung über den Sihlsee sowie eines zur Sanierungsfähigkeit des Willerzeller Viadukts für den motorisierten Verkehr. Beide Gutachten kommen zum Schluss: Der Willerzeller Viadukt ist sanierungsfähig, wodurch er für weitere 80 Jahre genutzt werden kann. Dies entspricht der Dauer der neuen Konzession.

Langsamverkehrsverbindung für Fussgänger, Fahrradfahrer, Mofas und E-Bikes
Die Machbarkeitsstudie der dsp Ingenieure & Planer AG zeigt, dass der Willerzeller Viadukt als Langsamverkehrsverbindung für Fussgänger und Velofahrer genutzt werden könnte. Voraussetzung dafür sind verschiedene Sanierungsarbeiten, u.a. die Instandsetzung der oberen Bereiche der Stahljoche sowie der Ersatz des Überbaus. Die initialen Instandsetzungskosten belaufen sich gemäss der Einschätzung von dsp auf rund 24.5 Mio. Franken. Hinzu kommen, auf die Nutzungsdauer von 80 Jahren verteilt, Instandhaltungskosten von rund 27 Mio. Franken.

Sanierung des Viadukts für den motorisierten Verkehr
Die beauftragten Experten Prof. Thomas Vogel und dipl. Ing. Pascal Klein prüften und berechneten Sanierungsvarianten für die weitere Nutzung des Viadukts für den motorisierten Verkehr. Für die Sanierung mit bestehender Fahrbahnbreite (4,5 Meter) schätzen sie die Kosten für die initiale Instandsetzung auf rund 21 Mio. Franken. Die Gesamtkosten über 80 Jahre (initiale Instandsetzung plus Instandhaltungskosten und Rückbaukosten bei Konzessionsende) liegen bei rund 42 Mio. Franken. Weiter kamen Vogel und Klein in ihrem Gutachten zum Schluss, dass mit dem bestehenden Tragwerk eine maximale Verbreiterung von 0,9 Meter auf total 5,4 Meter möglich wäre. Für die Sanierung inklusive Verbreiterung rechnen die Experten mit initialen Instandsetzungskosten von rund 22.5 Mio. Franken. Die Gesamtkosten über 80 Jahre (initiale Instandsetzung plus Instandhaltungskosten und Rückbaukosten bei Konzessionsende) liegen bei rund 45.5 Mio. Franken.

Politische Entscheide noch ausstehend
Ob und in welcher Form der Willerzeller Viadukt erhalten bleibt, ist weiterhin offen, da die politischen Entscheide innerhalb des Kantons Schwyz noch nicht gefällt sind. Die Gutachten zu Machbarkeit und Kosten der verschiedenen Sanierungsvarianten dienen als Entscheidungsgrundlage dafür. Der politische Entscheid wird dann in die laufenden Konzessionsverhandlungen einfliessen.

Weitere Informationen
Die Gutachten zur Sanierungsfähigkeit des Willerzeller Viadukts stehen hier zum Download bereit.

Umweltdepartement