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Regierungen einigen sich auf Eckpunkte für neue Fachhochschule Ostschweiz

Schwyzer Regierung stimmt den Eckwerten zu

(Stk/i) Eine einheitliche Trägerschaft für die neue Fachhochschule Ostschweiz rückt näher: Die Regierungen aller mitwirkenden Kantone und des Fürstentums Liechtenstein haben entsprechenden Eckpunkten zugestimmt. Damit ist der Weg frei für ein interstaatliches Konkordat. Dieses wird im laufenden Jahr definitiv ausgehandelt.

Die Regierungen der Kantone St.Gallen, Thurgau, Schwyz, Appenzell Ausserrhoden, Glarus und Appenzell Innerrhoden sowie des Fürstentums Liechtenstein haben wichtige Beschlüsse für den Aufbau einer gemeinsamen Trägerschaft der neuen Fachhochschule Ostschweiz gefasst. Die beschlossenen Eckpunkte sehen insbesondere die Zusammenführung der heutigen drei Fachhochschulen FHS St.Gallen, HSR Rapperswil und NTB Buchs zu einer einzigen selbständigen Fachhochschule vor. Damit wird eine zukunftsfähige, kompetitive und effiziente Fachhochschule geschaffen, die gleichzeitig eine zuverlässige Grundlage für die unabdingbare institutionelle Akkreditierung nach dem eidgenössischen Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz (HFKG) bildet. An allen drei Standorten im Kanton St.Gallen werden auch weiterhin Lehre und Forschung betrieben. Die gesetzliche Grundlage soll ein interstaatliches Konkordat bilden, an dem alle erwähnten Ostschweizer Kantone und das Fürstentum Liechtenstein beteiligt bleiben.

Schwyzer Regierung stimmt den Eckwerten zu - Einfluss auf Standort Rapperswil bleibt gewahrt
Im Zentrum des Interesses an der neuen FHO steht für den Kanton Schwyz primär die heutige Hochschule Rapperswil (HSR), zu deren Trägerschaft er seit der Gründung im Jahre 1972 gehört. Mit Volksabstimmung vom Februar 2016 ist der Kanton Schwyz der neuen Vereinbarung über die HSR beigetreten. Diese Vereinbarung war beispielgebend für das Trägerschaftsmodell der neuen FHO. Mit dem Inkrafttreten der neuen FHO werden die Trägerschaftsvereinbarungen mit den bisherigen drei Fachhochschulen im Kanton St. Gallen - somit auch derjenigen der HSR - als autonome Schulen aufgelöst und in die FHO überführt werden, wobei die Standorte an sich erhalten bleiben. Mit dem Beitritt zur neuen FHO kann der Kanton Schwyz weiterhin Einfluss nehmen auf das Studienangebot sowie auf die Zusammenarbeit am Standort Rapperswil, wo zurzeit der grösste Teil der Schwyzer Studierenden immatrikuliert ist. Der Kanton Schwyz wird künftig mit je einem Sitz in der Trägerschaftskonferenz, dem Gremium der politischen Zusammenarbeit der Trägerschaft, und im Hochschulrat der FHO, dem obersten Organ der neuen Fachhochschule, vertreten sein. Zudem werden Vertreter der Region um den Standort Rapperswil im Standortbeirat Einsitz nehmen.

Fortsetzung der bewährten Zusammenarbeit in neuer Struktur
Wie bereits heute bei der HSR werden Steuerung, Führung und Finanzierung der neuen Hochschule unter dem "Lead" des Standortkantons St. Gallen stehen, welcher etwa 85 Prozent der Trägermittel finanzieren wird. Die Mitträger - somit auch der Kanton Schwyz - werden pauschale Beiträge nach Massgabe ihrer Studierenden an allen drei Standorten der neuen FHO entrichten. Die Beiträge sind künftig so vorgesehen, dass der finanzielle Aufwand für die Mitträgerschaft den Kanton Schwyz tiefer zu stehen kommt.

Interstaatliches Konkordat als nächstes Etappenziel
Mit dem Bekenntnis aller Regierungen zu den Eckwerten der neuen Trägerschaft ist im gemeinsamen Projekt die Konzipierungsphase abgeschlossen. In der nun anschliessenden Rechtsetzungsphase wird die gesetzliche Grundlage der neuen FHO in Form eines interstaatlichen Konkordats erarbeitet. Dieses muss dann von den einzelnen Kantonen durch die zuständigen Organe - im Kanton Schwyz ist dies der Kantonsrat - ratifiziert werden. Die parlamentarische Beratung wird im Jahr 2019 stattfinden.

Parallel zur Rechtsetzung werden die Vorbereitungen zur Zusammenführung der drei bestehenden Hochschulen FHS St. Gallen, HSR Rapperswil und NTB Buchs fortgeführt. In allen Projektphasen bleiben alle zukünftigen Hochschulträger intensiv einbezogen. Der operative Start der neuen Hochschule ist auf Herbst 2020 geplant.

Die heutige Fachhochschule Ostschweiz in Kürze
Die FHO Fachhochschule Ostschweiz ist eine von sieben öffentlich-rechtlichen Fachhochschulen in der Schweiz mit rund 6‘000 Studierenden in Grundstudium und Weiterbildung. Als regional verankerte Fachhochschule mit vier rechtlich selbständigen Teilschulen (FHS St.Gallen, HSR Rapperswil, NTB Buchs, HTW Chur*) leistet sie einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Entwicklung der Ostschweiz. 36 Fachhochschulinstitute forschen in den folgenden fünf verschiedenen Fachbereichen an zukunftsorientierten Themen und bieten anwendungsorientierte Dienstleistungen an:

  • Technik, Informatik
  • Architektur Bau Planung
  • Wirtschaft Tourismus
  • Soziale Arbeit
  • Gesundheit

Zurzeit sind rund 115 Schwyzer Studierende an den drei Fachhochschulen im Kanton St. Gallen, welche die künftige FHO bilden werden, eingeschrieben; davon 105 Studierende an der HSR und 10 an der FHS St. Gallen. Weitere Informationen sind verfügbar unter: http://www.fho.ch

* Da der Kanton Graubünden für die HTW Chur eine eigenständige Akkreditierung anstrebt, wird sie nicht mehr Teil der neuen FHO sein.

Staatskanzlei
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