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Bauen statt abklären: Es liegen genügend Unterlagen zur Mittelschulstrategie vor

Regierungsrat beantragt, Postulat zur Mittelschulstrategie nicht erheblich zu erklären

(Stk/i) Zur Mittelschulstrategie im Kanton Schwyz liegen umfangreiche Grundlagen und Richtungsentscheide vor. Diese bilden auch das bildungspolitische Fundament des geplanten Neubaus der Kantonsschule Ausserschwyz. Der Regierungsrat spricht sich deshalb gegen ein kantonsrätliches Postulat aus, das auf Zeit spielen will und noch einen weiteren Strategiebericht zur Mittelschulfrage verlangt.

Der Kanton Schwyz verfügt über ein sehr dichtes Mittelschulangebot: Die Kantonsschule Kollegium Schwyz, die Kantonsschule Ausserschwyz mit den Standorten Pfäffikon und Nuolen sowie die privaten Mittelschulen in Einsiedeln, Ingenbohl und Immensee. Aus ökonomischen und organisatorischen, vor allem aber aus pädagogischen Überlegungen wurde in der jüngeren Vergangenheit in verschiedenen Grundlagenpapieren die Zielsetzung formuliert, Mittelschulstandorte nach Möglichkeit zusammenzuführen.

Grössere Schulen ermöglichen besseres Angebot
Eine Mittelschule von einer bestimmten Grösse weist gegenüber einer kleinen Schule zahlreiche Vorteile auf: ein attraktiveres Unterrichtsangebot mit einer grösseren Zahl von Wahlfächern, eine optimalere Schulorganisation samt Stundenplangestaltung sowie die bessere Nutzung von Infrastrukturflächen wie Sporthallen, Aula und Mensa. Aus diesen Gründen hat der Regierungsrat dem Kantonsrat einen Planungskredit für den Neubau der Kantonsschule Ausserschwyz vorgelegt, der die Zusammenführung der beiden Teilschulen Pfäffikon und Nuolen am Standort Pfäffikon vorsieht. Der Kantonsrat hat diesem Planungskredit im Jahr 2015 zugestimmt. Auf dieser Grundlage hat der Regierungsrat in der Zwischenzeit das Projekt ausgearbeitet und dem Kantonsrat den dafür notwendigen Baukredit vorgelegt.

Bewegung auch im inneren Kantonsteil
Auch im inneren Kantonsteil ist Bewegung in die Mittelschullandschaft gekommen. Die Kantonsschule Kollegium Schwyz und das Theresianum Ingenbohl loten in gemeinsamen Gesprächen die Möglichkeit aus, ihre Angebote in einer Kantonsschule Innerschwyz zusammenzuführen. Entscheide sind noch keine gefallen, eine Machbarkeitsstudie zeigt aber auf, dass die Kantonsschule Innerschwyz an beiden Standorten geführt werden könnte.

Pädagogik steuert die Infrastruktur
Sowohl der Neubau der Kantonsschule Ausserschwyz als auch die mögliche Zusammenführung der beiden Mittelschulen im inneren Kantonsteil sind geprägt von der Zielsetzung, das qualitativ gute Bildungsangebot weiter zu verbessern und zeitgemässe räumliche Voraussetzungen zu schaffen. Die baulichen Möglichkeiten zur Umsetzung sind in der kantonalen Immobilienstrategie mit verschiedenen Optionen dargestellt. Bildungsdirektor Michael Stähli legt grossen Wert auf die Feststellung, dass die schulisch-pädagogischen Anforderungen die Diskussion steuern und keine Vorgaben durch die Immobilienstrategie erfolgen.

Ausreichende Entscheidungsgrundlagen
Ein im Kantonsrat eingereichtes Postulat verlangt, dass erneut ein Mittelschulkonzept ausgearbeitet werde, bevor über den Baukredit für die neue Kantonsschule Ausserschwyz entschieden werde. Der Regierungsrat ist aber der Auffassung, dass während der vergangenen zehn Jahre genügend Grundlagenpapiere erarbeitet wurden, um den Entscheid über den Baukredit auf einer fundierten Grundlage fällen zu können. Zu nennen sind etwa das Mittelschulkonzept 2005-2015, der Grundlagenbericht Bildung 2008-2015, die Totalrevision der Mittelschulverordnung 2009, die Neugestaltung der kantonalen Beiträge an die privaten Mittelschulen 2015 und die Bildungsstrategie 2025. Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat deshalb, das Postulat nicht erheblich zu erklären und damit den Weg frei zu machen für den Bau einer auftragsgemäss zusammengeführten und zukunftsgerichteten Kantonsschule Ausserschwyz.

Staatskanzlei
Information

Dokumentation: Beantwortung des Postulats P 6/19