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Sozialhilfebericht des Kantons Schwyz 2017

Überblick über den Stand der Sozialhilfe im Kanton Schwyz

(AGS/i) Das Amt für Gesundheit und Soziales des Kantons Schwyz hat LUSTAT Statistik Luzern beauftragt, im Rahmen der periodischen Sozialberichterstattung eine statistische Kurzanalyse zur Sozialhilfe zu erstellen. Ziel der Analyse ist, einen kompakten Überblick über den Stand der Sozialhilfe im Kanton zu geben. Der Sozialhilfebericht 2017 basiert auf den Daten 2015.

Im Jahr 2015 waren im Kanton Schwyz 1.4 Prozent der Gesamtbevölkerung auf wirtschaftliche Sozialhilfe angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Die wirtschaftliche Sozialhilfe kam damit 2188 Personen zugut. Nachdem sich die Sozialhilfequote im Kanton Schwyz zwischen 2004 und 2010 von 1.7 auf 1.4 Prozent reduziert hatte, benötigten seither jährlich zwischen 1.4 und 1.5 Prozent der Kantonsbevölkerung finanzielle Unterstützung durch die Fürsorgebehörden. Die Sozialhilfequote im Kanton Schwyz gehört somit zu den tiefsten in der Schweiz und liegt deutlich unter dem schweizerischen Durchschnitt von 3.2 Prozent. Alleinerziehende und Personen ohne nachobligatorischen Bildungsabschluss waren weiterhin überdurchschnittlich oft auf Sozialhilfe angewiesen. Demnach hatten im Jahr 2015 rund 48 Prozent der 18- bis 64-jährigen Sozialhilfebeziehenden keinen nachobligatorischen Abschluss. Zudem verfügten im Jahr 2015 56 Prozent der 18- bis 25-jährigen Sozialhilfebeziehenden (noch) über keinen nachobligatorischen Abschluss.

Bezugsdauer und Abschlussgründe
Im Mittel schliessen die Fürsorgebehörden des Kantons Schwyz einen Sozialhilfefall nach 11.5 Monaten ab. Die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gilt als häufigster Grund für die Beendigung der Unterstützung. Oft führt aber auch der Wohnortswechsel zum Dossierabschluss.

Sozialhilfeleistungen für Familien
Fast jeder siebte Haushalt von Einelternfamilien ist zur Existenzsicherung auf Sozialhilfe angewiesen. Damit ist der Anteil der unterstützten Haushalte bei diesem Haushaltstyp am grössten. Unterstützte Paare sind meist ausländischer Herkunft, während bei Haushalten mit Alleinerziehenden etwas mehr als die Hälfte schweizerischer Nationalität ist.

Berufliche Integration von Sozialhilfebeziehenden
Eine von vier der im Kanton Schwyz unterstützten Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 18 und 64 Jahren ist erwerbstätig. Rund die Hälfte dieser Altersgruppe verfügt über keinen nachobligatorischen Bildungsabschluss. Das Bildungsniveau ist jedoch entscheidend für die berufliche Integration. Für weniger gut Qualifizierte ist es auch in konjunkturell guten Zeiten schwierig, eine Arbeitsstelle zu finden.

Finanzielle Leistungen
Der insgesamt pro Haushalt und Jahr ausbezahlte Betrag beläuft sich im Mittel auf rund 10 800 Franken. Gut zwei Fünftel ihres Haushaltsbudgets müssen die unterstützten Haushalte für die Miete aufwenden.

Sozialhilfequote bei Hochbetagten steigt wieder leicht an
Im Zug der Revision des Bundesgesetzes über die Ergänzungsleistungen zur AHV/IV per 1. Januar 2008 ist der Anteil der unterstützten Hochbetagten – Personen im Alter ab 80 Jahren – markant gesunken. Er betrug im Kanton Schwyz in den Jahren 2008 bis 2014 im Durchschnitt jeweils 0.3 Prozent; im Jahr 2007 hatte er noch 1.3 Prozent betragen. 2015 hat sich die Sozialhilfequote der Schwyzer Hochbetagten nun erstmals wieder moderat erhöht, dies einerseits bedingt durch die Erhöhung der Pensionstaxen in einzelnen Alters- und Pflegeheimen, die die Höchstgrenze bei den Ergänzungsleistungen überschritten, andererseits durch die Aufrechnung eines Einkommens- oder Vermögensverzichts bei den Ergänzungsleistungen zur AHV/IV.

Regionale Unterschiede
In den bevölkerungsreicheren Schwyzer Regionen Nord und Süd wohnen fast neun von zehn Sozialhilfebeziehenden. Die Sozialhilfequote in der Region Mitte ist in den drei letzten Jahren konstant geblieben und liegt seit 2012 tiefer als in den beiden anderen Regionen.

Amt für Gesundheit und Soziales
Information

Dokumentation: Sozialhilfebericht des Kantons Schwyz 2017