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Abwasserreinigung

Die 12 ARA des Kantons Schwyz behandeln zusammen eine Abwassermenge von über 20.3 Mio. m3/Jahr (Stand 2015).

 

 

 

 

Situation im Kanton Schwyz

Haushalte sowie Industrie- und Gewerbebetriebe leiten verschiedenste Abwässer aus den Siedlungen ab und bereiten diese in den Abwasserreinigungsanlagen (ARA) so auf, dass sie möglichst schadlos in die Umwelt zurückgeleitet werden können. Die Abwasserreinigung ist ein wichtiger Wirtschaftszweig und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Der grösste Teil der Schwyzer Haushalte ist an eine der öffentlichen ARA angeschlossen.

Unterschiede in der Abwasserzusammensetzung (z.B. Anteil von Industrieabwasser), die topographischen Verhältnisse, der Zustand der Vorfluter und die Platzverhältnisse, steigende Anforderungen an die Reinigungsleistung, Erweiterungen von bestehenden Anlageteilen und weitere Faktoren führten dazu, dass die heutigen Abwasserreinigungsanlagen in der Schweiz teilweise ganz unterschiedlich ausgestaltet sind und die Elimination der Schadstoffe mit unterschiedlichen Verfahren erfolgt.

Die Abwasseraufbereitung (Jahresauswertung 2015) erfolgt bis zu jener Qualität, welche von der Gewässerschutzverordnung gefordert wird, damit eine Einleitung in ein Gewässer erlaubt ist.

Elimination von organischen Spurenstoffen bei Abwasserreinigungsanlagen (ARA)

Mit dem Inkrafttreten der Bestimmungen zur Finanzierung der Massnahmen bei ARA zur Elimination der Spurenstoffe (Mikroverunreinigungen) am 1. Januar 2016 begann die bis 2040 befristete Erhebung von der gesamtschweizerischen Abwasserabgabe von Fr. 9.00 pro angeschlossenem Einwohner/In und Jahr. Detaillierte Informationen können Sie der Vollzugshilfe Elimination von organischen Spurenstoffen bei Abwassereinigungsanlagen des Bundesamts für Umwelt entnehmen.

Die Plattform Verfahrenstechnik Mikroverunreinigungen des Verbands Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) dient dem Aufbau und Transfer von Wissen sowie dem Erfahrungsaustausch bezüglich technischer Verfahren zur Entfernung von Mikroverunreinigungen auf kommunalen ARA.

Entwicklungskonzept Abwasserreinigung 2030 (EK AW 2030)

Im EK AW 2030 wird als Erkenntnis festgehalten, dass es wirtschaftlich, ökologisch und aus Sicht der Betriebssicherheit mittel- und langfristig sinnvoll ist, pro hydraulisch zusammenhängendes Einzugsgebiet je eine zentrale ARA zu betreiben. Das Entwicklungskonzept zeigt die allenfalls bestehenden Defizite auf, stellt die Hauptstossrichtungen sowie die auszulösenden Massnahmen hoher Priorität dar und nennt die für die Umsetzung der Massnahmen verantwortlichen Stellen. Zu den Massnahmen gehören auch die Regionalisierung und Professionalisierung der Abwasserreinigung. Weitere Möglichkeiten sind, sich innerhalb des Einzugsgebietes neu zu organisieren und allenfalls sich betrieblich zusammen zu schliessen.

Mikroverunreinigungen

Rund 30'000 synthetische organische Stoffe werden gemäss Bundesamt für Umwelt (BAFU) in der Schweiz verwendet. Sie kommen in unzähligen Prokukten des täglichen Gebrauchs vor, unter anderem in Medikamenten, Lebens- und Reinigungsmitteln, Baumaterialien, Anstrichen oder Körperpflegeprodukten und Röntgenkontrastmitteln. Über Regen oder Abwasser gelangen die Mikroverunreinigungen trotz Reinigung in einer Abwasserreinigungsanlage (ARA) in die Gewässer, wo sie das Ökosystem schädigen und die Trinkwasserressourcen belasten.

Gemäss Bundesvorgaben soll der Eintrag von Mikroverunreinigungen aus dem gereinigten Abwasser in die Gewässer bis 2040 halbiert werden. Mit einer weiteren Reinigungsstufe bei den ARA  (Verfahren zur Elimination von Mikroverunreinigungen) lassen sich solche organischen Spurenelemente zu einem grossen Teil eliminieren.

Damit der Eintrag von MV aus dem gereinigten Abwasser in die Gewässer gemäss Bundesvorgaben halbiert werden kann, müssen rund 100 der 700 ARA in der Schweiz mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe aufgerüstet werden (Quelle: www.bafu.admin.ch [Stand: 21.05.2014]).

Vom Ausbau betroffene ARA im Kanton Schwyz:

 

 

 

 



 


1. blaue Kreise: ARA Schwyz, ARA Höfe, ARA Untermarch.
2. rote Kreise: ARA Obermarch, ARA Einsiedeln.
3. violette Kreise: ARA Sattel, ARA Rothenturm (vosaussichtlich in Kraft ab 1. Januar 2021).

Finanzierung

Der Bund hat der Änderung des Gewässerschutzgesetzes (GSchG) zugestimmt, welche die verursachergerechte Finanzierung für den Ausbau von ausgewählten ARA regelt. Anstelle des Ausbaus einer ARA kann der Bund auch die Erstellung einer Verbindungsleitung abgelten, über die das Abwasser zu einer entsprechend ausgestatteten ARA transportiert wird. Er gewährt eine Abgeltung von 75% der anfallenden Erstinvestitionen. Die dafür nötigen Mittel werden ab 2016 über eine Abgabe von jährlich maximal 9 Franken pro angeschlossenen Einwohner bereitgestellt. In diesem Zusammenhang sind die Kantone verpflichtet, dem BAFU für jede Abwasserreinigungsanlage in ihrem Gebiet, die an die ARA angeschlossenen Einwohner zu melden.

Abwasserreinigung im ländlichen Raum

Rund ein Prozent der Bevölkerung wohnt in abgelegenen, schwach besiedelten Gebieten ausserhalb der Bauzonen. Liegenschaften ausserhalb der Bauzonen, welche nicht zu landwirtschaftlichen Betrieben gehören, sind grundsätzlich an die öffentliche Kanalisation anzuschliessen. Die Zumutbarkeit eines Anschlusses ist aufgrund einer Kostenschätzung zu beurteilen. Ist ein Kanalisationsanschluss aufgrund der Kosten nicht zumutbar, ist eine Kleinkläranlage (KLARA) als Gruppen- oder Einzelmassnahme die geeignete Lösung. Das Abwasser kann vor Ort in einer mechanisch-biologischen KLARA behandelt werden. Im Kanton Schwyz sind heute rund 80 KLARA  in Betrieb, welche zusammen eine Reinigungslast von über 1'400 Einwohnerwerten (EW) bewältigen.

 

 

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