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Hochwasserschutz

Die Ereignisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass es vor Naturgefahren keinen absoluten Schutz gibt. Der Hochwasserschutz wird heute anders wahrgenommen als noch vor 50 Jahren. Heute soll die menschliche Nutzung der Gefahr angepasst werden und nicht mehr die Gefahr der menschlichen Nutzung.

Viele bestehende Verbauungen an Fliessgewässern beruhen jedoch auf der Idee, dass die Naturgefahren mit massiven Verbauungen bezwingbar sind. Oft wurden Bäche in ein enges, geradliniges und glattes Bachbett verlegt. Der so beschleunigte Abfluss führte zu verschärften Hochwasserspitzen im Unterlauf der Gewässer. Während extremen Ereignissen stehen generell zu wenig Rückhalte- und Freihalteräume für das heranströmende Wasser zur Verfügung.

Die Kantone sind heute verpflichtet, bei raumwirksamen Tätigkeiten den Raumbedarf der Fliessgewässer (Gewässerraum) zu berücksichtigen.

Aktuelle Projekte

Hochwasserschutz Lauerzersee

Die Hochwasserereignisse am Lauerzersee haben in den vergangenen Jahren wiederholt zu grossen Schäden an Gebäuden und Infrastruktur geführt. Die Herausforderung der Hochwasserprobleme liegt darin, dass der Seeabfluss über die Seewern nur einen Teil der im Hochwasserfall auftretenden Zuflussmengen bewältigen kann.

Das Amt für Wasserbau hat im Rahmen der Studie "Grundsätzliche Möglichkeiten zur Reduktion der Hochwasserrisiken" sämtliche Varianten zur Bewältigung der Hochwasserproblematik untersucht und gemeinsam mit einer Begleitgruppe, bestehend aus den betroffenen Gemeinden, kantonalen Ämtern, Interessensvertretern von Anwohner und Fischerei, Umweltverbänden und externen Fachpersonen, bewertet.

Schlussbericht Studie: Grundsätzliche Möglichkeiten zur Reduktion der Hochwasserrisiken, Mai 2015:

Folgende Konzepte wurden im Rahmen einer weiterführenden Studie auf Stufe Machbarkeit noch vertiefter untersucht:

  • Objektschutz, Massnahme ohne Seeregulierung
  • Kapazitätserweiterung Seewern, Massnahme mit Seeregulierung
  • Hochwasserentlastungsstollen Urmiberg, Massnahme mit Seeregulierung

Zu den Ergebnissen der weiterführenden Studie wurde im Dezember 2016 eine Informationsveranstaltung durchgeführt. Die Unterlagen dazu sind untenstehend verfügbar.

Folienpräsentation Hochwasserschutz Lauerzersee, Umweltdepartement, Dezember 2016

Folienpräsentation Hochwasserschutz Lauerzersee, Basler&Hofmann AG, Dezember 2016

Schlussbericht Hochwasserschutz Lauerzersee, Machbarkeitsstudien Massnahmenkonzepte mit Seeregulierung und Vorprojekt Massnahmenkonzept ohne Seeregulierung (Objektschutz), Oktober 2016

Weitere Abklärungen nötig

Damit die Varianten zur Seeregulierung beurteilt und mit dem Objektschutz verglichen werden können, sind die ökologischen Auswirkungen aufzuzeigen. Dabei geht es insbesondere um die Moorlandschaft am Lauerzersee als Teil des Bundesinventars der Landschaften von nationaler Bedeutung. Nach Vorliegen des Wehrreglements inklusive Umweltverträglichkeitsbericht kann die Regierung über das weitere Vorgehen entscheiden.

Hochwasserschutz Minster, Unteriberg

Die Hochwasser an der Minster hatten in der Vergangenheit für die Betroffenen Siedlungsgebiete "Dorf Unteriberg" und "Weiler Charenboden"  oft verheerende Folgen. Gemäss der Naturgefahrenkartierung waren etliche Gebäude mit hohen Intensitäten (rot) und einem Todesfallrisiko im Projektperimeter vorhanden, welche nach heutigen Massstäben eine Neubebauung nicht mehr zulassen würden. Als Konzept für den Hochwasserschutz wurde ein Durchleiten mit erhöhter Gerinnekapazität gewählt. Mit dem Hochwasserschutzprojekt wurde die Gerinnekapazität teils durch Aufweitung und Abtiefung, teils durch flankierende Massnahmen (Dammbauten) erhöht. Nach dem Ausbau sollen für Ereignisse bis zu einer Wiederkehrperiode von 300 Jahren nur noch geringe Intensitäten an den Häusern zugelassen werden. Mit dem Hochwasserschutzprojekt wurde angestrebt eine Längs- und Quervernetzung der Lebensräume, eine aquatische und morphologische Durchgängigkeit sowie die Erhöhung der Strukturvielfalt, zu erreichen. 

Etappe 1: Dorf Unteriberg bis zur Mündung des Nidlaubachs wurde bereits im Jahr 2012/2013 realisiert.

Etappe 2: Surbrunnen bis Dorf Unteriberg konnte im Jahr 2017 abgeschlossen werden.

Hochwassserschutz Steineraa, Steinen

Das bestehende Gerinne der Steineraa verfügte vor den Hochwasserschutzmassnahmen über eine Kapazität, die zwischen 80 bis 100 m3/s lag. Bei grösseren Hochwasserereignissen war die Steineraa bordvoll und trat an Teilstellen immer wieder über die Ufer, was zu Überschwemmungen im Siedlungsgebiet Steinen führte. Als Konzept für den Hochwasserschutz wurde ein Durchleiten mit erhöhter Gerinnekapazität gewählt. Nach dem Ausbau verfügt die Steineraa über eine Gerinnekapazität von 130 m3/s und kann somit Hochwasserereignisse bis zu einer Wiederkehrperiode von 100 Jahren bewältigen. Mit dem Einbau von grossen Blöcken in der Gewässersohle konnte die Strömungsvielfalt sowie eine Pendelbewegung erzeugt werden, welche dem Gewässer die notwendige Dynamik zurückgibt.

Hochwasserschutz Hogglibach, Reichenburg

Der bestehende Hogglibach wurde im Rahmen der Linthmelioration teilweise eingedolt und in der Linienführung verändert. Um den Hochwasserschutz gewährleisten zu können, war es notwendig, die Kapazität im eingedolten Bereich zwischen Kantonsstrasse und Bahntrassee zu erhöhen. Es wurde zudem der Abfluss im ehemaligen Bachbett des Hogglibachs (als Schwaderaugraben bezeichnet) erhöht, um den hydraulisch überlasteten Strubengraben zu entlasten. Als Konzept für den Hochwasserschutz wurde der obere Teil über Durchleiten gelöst, der untere Abschnitt jedoch über Umleiten der Wassermenge in den Schwaderaugraben. Nach dem Ausbau kann der Hogglibach Hochwasserereignisse bis zu einer Wiederkehrperiode von 100 Jahren im Siedlungsgebiet ohne respektive im Landwirtschaftgebiet mit Ausuferung bewältigen. Mit dem Projekt wurde die Rekonstruktion und Offenlegung des ursprünglichen Gewässerlaufs erreicht, was in vielfältiger Hinsicht eine ökologische Aufwertung bedeutet. Zudem konnte erreicht werden, dass das Gewässer für Fische wieder durchgängig ist. 

Ufererosion Muota (älteres Projekt)

Die Ufererosion ist ein häufiger Prozess bei Hochwasserereignissen. Erosionsprozesse gehören zu den schadenreichsten Gefahrenarten, denn sie verlaufen zufällig und unkontrolliert. Uferböschungen können einstürzen oder abrutschen. So sind selbst Bauwerke oberhalb des Hochwasserstandes gefährdet. Beim Hochwasserereignis im August 2005 kam es an den Ufern der Muota im Muotathal teilweise zu massiven Erosionen.

Nach dem Hochwasserereignis 2005 wurde die Muota gezielt an heiklen Bereichen verbaut. Steilere Abschnitte sind nun durch eine aufgelöste Blockrampe gesichert, welche zur Energieverminderung beiträgt.

 

Unwetter Ereignisdokumentationen

In den letzten Jahren wurden Teile des Kantons von aussergewöhnlichen Unterwettereignissen heimgesucht. Das Amt für Wasserbau hat die Schäden und getroffenen Sofortmassnahmen dokumentiert.

Unwetter Juli/August 2010 Bezirk Schwyz

Unwetter Juni/Oktober 2011 Bezirke Schwyz, Einsiedeln, Höfe, March

Unwetterereignisse Mettelbach zwischen 2010 und 2011

Murgangereignis Teufbach Januar 2016

Unwetter Juni/Juli 2016 Bezirke Schwyz, Einsiedeln, Höfe