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Wasserkraft und Stauanlagen

Konzessionen

Für die Nutzung der Wasserkraft von öffentlichen Bächen und Flüssen braucht es eine wasserrechtliche Konzession, sowohl für neue Anlagen als auch für Änderungen an bereits konzessionierten Anlagen. Als Hoheitsträger über die öffentlichen Fliessgewässer erteilen die Bezirke die Konzession. An den übrigen öffentlichen Gewässern (Grundwasser, Seen) erteilt der Kanton die Konzession.

Das Amt für Wasserbau sorgt für einen den gesetzlichen Vorgaben entsprechenden Betrieb der Wasserkraftanlagen und übt eine begleitende, koordinierende und beratende Funktion bei Neukonzessionsverfahren aus.

Aktuelle Konzessionierungen

Neukonzessionierung Etzelwerk (SBB)

Die Konzessionsgeber des Etzelwerks sind die Anrainer der Sihl, also die Kantone Schwyz, Zürich, Zug und die Bezirke Einsiedeln und Höfe. Die Inhaberin des Etzelwerks benötigt für die Nutzung des Wassers eine Bewilligung (Konzession). Derzeit verhandeln die Konzessionsgeber und die Inhaberin über die Bedingungen der neuen Konzession. Das Verfahren einer Neukonzessionierung ist sehr umfangreich und fordert von allen Verhandlungspartnern eine intensive Beschäftigung mit dem Thema. Ziel aller Beteiligter ist es, die Nutzung der Wasserkraft für die nächsten Jahrzehnte ausgewogen zu regeln.

Newsletter Januar 2016

Newsletter Oktober 2016

Newsletter März 2017

Neukonzessionierung Muotakraftwerke (EBS)

Die ebs Energie AG nutzt die Wasserkraft der Muota auf mehreren Teilstrecken zur Erzeugung elektrischer Energie vom Sahli im Bisistal bis nach Ibach. Die ebs Energie AG strebt eine frühzeitige Konzessionserneuerung auf Ende der bisherigen Konzession (2030) an. Damit sollen gleichzeitig die bestehenden Anlagen saniert und die Wassernutzung allenfalls ausgebaut und erweitert werden. Mit der frühzeitigen Neukonzessionierung bezweckt die ebs Energie AG Rechtssicherheit für bereits vor dem Ablauf der bestehenden Konzession anstehende, umfangreiche Investitionen, insbesondere in bestehende Anlagen, vorzunehmen.

Die für die Verleihung der neuen Konzession notwendigen Abklärungen und Projektierungen laufen. Das Amt für Wasserbau begleitet die Umweltverträglichkeitsprüfung und das Konzessionsverfahren und stellt die Koordination mit den gewässerschutzrechtlichen Pflichten der Konzessionärin (Sanierung Wasserkraft, Restwassermenge) sicher.

Stauanlagenaufsicht

Stauanlagen sind Einrichtungen zum Aufstau oder zur Speicherung von Wasser und Schlamm sowie zum Rückhalt von Wasser, Geschiebe, Eis und Schnee. Stauanlagen unterstehen in der Schweiz der Stauanlagengesetzgebung wenn sie bestimmte Abmessungen überschreiten, oder wenn sie ein besonderes Gefährdungspotential aufweisen. Um die Sicherheit der Stauanlagen zu gewährleisten, verlangt die Stauanlagengesetzgebung unter anderem eine regelmässige Überwachung der Stauanlage und definiert die Modalitäten dazu.

 

Die kleineren Anlagen stehen in der Regel unter der direkten Aufsicht der Kantone. Das Amt für Wasserbau ist für den Vollzug der Vorschriften der Stauanlagengesetzgebung beauftragt.

 

Bundesgesetz über die Bauanlagen

 

Stauanlagenverordnung

 

Richtlinien und Hilfsmittel des Bundesamts für Energie

Sanierung Wasserkraft

Gemäss gewässerschutzrechtlichen Bestimmungen sind neben der Förderung von Revitalisierungen die wesentlichen Beeinträchtigungen der Wasserkraftnutzung zu beseitigen:

  • Vermeiden oder Reduzieren von unnatürlichen und plötzlich auftretenden, starken Abflussschwankungen durch den Betrieb von Wasserkraftanlagen (Sanierung Schwall-Sunk, Art. 39a GSchG).
  • Veränderung der morphologischen Strukturen und/oder der morphologischen Dynamik des Gewässers zur Verbesserung der ökologischen Funktion (u.a. Laichsubstrag für Fische) und Hochwasserschutz durch Brechung von Sohlenerosionstendenzen (Sanierung Geschiebehaushalt, Art. 43a GSchG)
  • Wiederherstellen der freien Fischwanderung (Auf- und Abstieg) mit technischen Massnahmen bei kraftwerksbedingten Wanderhindernissen (Sanierung Fischgängigkeit, Art. 10 i.V.m. Art. 9 BGF).

Das Amt für Wasserbau sorgt für die Umsetzung der notwendigen Sanierungsmassnahmen im Kanton Schwyz und begleitet die Betreiber von Anlagen bei der Planung und Umsetzung.

Vollzugshilfen des Bundesamts für Umwelt zur Sanierung Wasserkraft

Restwassersanierung

Restwasser ist nötig, um die vielfältigen natürlichen Funktionen der Gewässer zu gewährleisten: Sei es als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, als Landschaftselement oder zur Speisung von Grundwasser und zum Abbau von Schadstoffen.

Das Gewässerschutzgesetz des Bundes (Art. 31-33, GSchG) legt fest, wie für die Bewilligung von Wasserentnahmen angemessene Restwassermengen bestimmt werden müssen. Dies gilt sowohl für neue Wasserentnahmen wie auch für bestehende Entnahmen, für die das Nutzungsrecht erneuert werden muss. Welche Restwassermenge angemessen ist, bestimmen die Kantone für jedes Gewässer und jeden Entnahmeort separat.

Das Amt für Wasserbau ist mit dem Vollzug zur Sicherung angemessener Restwassermengen bei Wasserentnahmen aus Gewässern bei Bewilligungs- oder Sanierungsverfahren, sowie im Konzessionsverfahren der Bezirke beauftragt.