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Lehrplan Medien und Informatik

Die Einführung des Lehrplans "Medien und Informatik" stellt (nebst der Kompetenzorientierung) eine der wichtigsten Neuerungen des Lehrplans 21 dar. Am 23. September 2016 hat der Erziehungsrat die Rahmenbedingungen für die Umsetzung des Lehrplans „Medien und Informatik“ definiert. Am 20. Febr. 2017 hat er die Übergangsregelung für die Benotung und zum Zeugniseintrag von Medien und Informatik für die 5./6. Klasse beschlossen.

Lehrplan "Medien und Informatik" auf der Primarstufe

Primarschülerinnen und -schüler werden künftig in den Bereichen Medien und Informatik sowie in der Anwendung von Computer und Internet Kompetenzen aufbauen, die bislang in dieser Breite und Verbindlichkeit nicht vermittelt worden sind. Neu ist, dass Computer und Internet selber zum Inhalt im Unterricht werden und nicht (mehr) nur im Sinne von Werkzeugen (z.B. mit dem Einsatz von Lernsoftware) das Lernen unterstützen sollen.
Insbesondere auf der 5./6. Klasse bringt dieser Lehrplan mit der Informatik neue Inhalte, was quasi der Einführung eines neuen Fachs gleichkommt, wenngleich hierfür (zumindest vorerst) keine eigene Lektion zur Verfügung stehen wird. Der Erziehungsrat wird drei Jahre nach der Einführung prüfen, ob „Medien und Informatik“ in der 5./6. Klasse als eigenes Fach mit einer Lektion geführt werden soll.
Mit der Einführung des Lehrplans 21 im Schuljahr 2017/18 werden auf der Primarstufe die Kompetenzen des Lehrplans Medien und Informatik den Fachbereichen Deutsch bzw. Mathematik zugeteilt. Hierfür stehen in den 5. und 6. Klassen insgesamt 38 Lektionen pro Schuljahr zur Verfügung. Das entspricht je 19 Lektionen für Medienbildung integriert im Fachbereich Deutsch und für Informatik integriert im Fachbereich Mathematik.
Bezüglich der Beurteilung hat der Erziehungsrat am 20. Febr. 2017 beschlossen, dass die Benotung und der Zeugniseintrag von "Medien und Informatik" in der 5./6. Klasse bis Ende Schuljahr 2019/20 aufgeschoben wird. Der erste Zeugniseintrag erfolgt im Schuljahr 2020/2021.

Wegleitungen zur Umsetzung des Lehrplans "Medien und Informatik" auf der Primarstufe

Im Auftrag des AVS haben mehrere Arbeitsgruppen Wegleitungen zur Umsetzung des Lehrplans "Medien und Informatik" im Unterricht entwickelt.
Die Wegleitungen enthalten alle stufenspezifischen Informationen zur Einführung von M+I, erklären die Kompetenzbereiche, geben Hinweise zur Beurteilung und Unterrichtsgestaltung.
Hauptkern ist die Jahresplanung, an der sich Lehrpersonen orientieren können. Danach richten sich auch die Empfehlungen für geeignete Unterrichtsmaterialien und Lehrmittel zu den drei Bereichen Medien, Informatik und Anwendungskompetenzen, die zu einem Teil kostenlos im Internet verfügbar sind.
Hinweise auf fachliche und fachdidaktische Hintergrundinformationen für Lehrpersonen wie auf geeignete Programme und Apps runden die Wegleitungen ab.
Abschliessend wird auf kantonale Weiterbildungsangebote hingewiesen, in denen die verschiedenen Bereiche des neuen Lehrplans "Medien und Informatik" vertieft werden können.

Die Wegleitungen bilden die Grundlage der obligatorischen Kurse im Bereich M+I. Da die Wegleitung regelmässig aktualisiert und ergänzt wird, können Sie hier stets die aktuellste Version als pdf-Datei herunterladen.

Lehrplan "Medien und Informatik" auf der Sekundarstufe I

Auf der Sekundarstufe I gibt es zwar bereits heute das Fach „Informatik“. Mit der Einführung des Lehrplans "Medien und Informatik" ab Schuljahr 2018/19 wird das Fach "Informatik" inhaltlich komplett neu ausgerichtet und neu „Medien und Informatik“ heissen.
Der Erziehungsrat hat bereits am 30. November 2012 beschlossen, das bisherige Fach „Informatik“ in Richtung einer umfassenden Medienbildung neu auszurichten (ERB vom 30. Nov. 2012). In der Folge wurde das Erlernen des Tastaturschreibens auf die Primarstufe vorverschoben.
Mit dem neuen Lehrplan "Medien und Informatik" wird nun auch die Schulung der Anwendungskompetenzen in anderen Fachbereichen erfolgen (z.B. Textverarbeitung im Fach Deutsch, Tabellenkalkulation in Mathematik). Damit wird im Fach "Medien und Informatik" Raum frei, um künftig den Schülerinnen und Schülern Grundkonzepte der Informatik und Inhalte aus der Medienbildung zu vermitteln, die für das Verständnis der heutigen Informationsgesellschaft wichtig sind und zur Allgemeinbildung zählen.
Für das neue Fach „Medien und Informatik“ sieht die Lektionentafel der Sekundarstufe I künftig (ab Schuljahr 2018/19) je eine Lektion in der 7., 8. und 1-2 Lektionen als Wahlfach in der 9. Klasse vor.

Weiterbildung der Lehrpersonen

Um die Lehrpersonen fachlich und fachdidaktisch auf die Vermittlung des Lehrplans „Medien und Informatik“ vorzubereiten, ist eine Reihe von Weiterbildungskursen vorgesehen. Diese Kurse fokussieren auf (fach-)didaktische Aspekte, die beim Aufbau der Kompetenzen zu berücksichtigen sind.
Die Webseite der Weiterbildung der PHSZ informiert Sie im Detail.

Für Lehrpersonen Kindergarten und Primarstufe umfasst die obligatorische Weiterbildung mindestens zwei Halbtage (Kindergarten, 1./2. Klasse) und maximal 18 Halbtage (für Lehrpersonen der 5./6. Klassen). Die Weiterbildungen können gestaffelt über fünf Jahre bis 2021 absolviert werden.

Bei Lehrpersonen der Sekundarstufe I ist die Weiterbildungspflicht davon abhängig, welche Fächer unterrichtet werden.
Wer künftig das Fach bzw. Wahlfach „Medien und Informatik“ unterrichten will, muss entweder über eine entsprechende Fachausbildung verfügen (die z.B. an der PHLU ab 2017 angeboten wird) oder die obligatorische Weiterbildung „Medien und Informatik“ im Umfang von 10 bis 30 Halbtagen absolvieren (je nach Ausbildung und Erfahrungen im Unterrichten des Wahlfachs Informatik).
Lehrpersonen, welche auf der Sekundarstufe I Deutsch, Mathematik und Bildnerisches Gestalten unterrichten, absolvieren obligatorische Kurse zur Vermittlung der entsprechenden Anwendungskompetenzen in ihrem Fachbereich.

Weiter hat der Erziehungsrat festgelegt, dass die erfolgreiche Absolvierung der obligatorischen Weiterbildungskurse mit der Lehrberechtigung für das Fach (Sek I) bzw. das integrierte Modul „Medien und Informatik“ (5./6. Klasse der Primarstufe) verknüpft wird.

Weitere Informationen finden Sie auf der kantonalen Webseite zum Lehrplan 21 und auf der Webseite der PHSZ zur Weiterbildung (Lehrplan 21).
Die Liste mit Fragen und Antworten (FAQs) regelt auch viele Detailfragen zur obligatorischen Weiterbildung.

Selbstevaluation Medien und Informatik» (SE:MI)

Mit der Einführung des Lehrplans «Medien und Informatik» werden neue Anforderungen an die Lehrpersonen aller Stufen gestellt.
Die «Selbstevaluation Medien und Informatik» (SE:MI), http://semifragebogen.ch, kann Sie bei Ihrer Einschätzung unterstützen, inwieweit Sie die Kompetenzen aus dem Modullehrplan Medien und Informatik auf Ihrer Stufe bereits vermitteln können.
Die Selbstevaluation ist für Lehrpersonen von der 3. bis zur 9. Klasse konzipiert. Sie nimmt etwa 30-40 Minuten in Anspruch. Sie ist kein Test, der Ihre fachlichen Fähigkeiten beurteilt, und hat keinen Prüfungscharakter.
Die Rückmeldungen zu Ihrer Selbstevaluation dienen Ihnen als individuelle Orientierung. Wir empfehlen Ihnen, die Rückmeldung zu Ihrer Selbstevaluation mit Ihrer Schulleitung zu besprechen und gemeinsam Ihre Weiterbildung in Medien und Informatik zu planen. Sie können neben den obligatorischen Kursen zu M+I auf freiwilliger Basis Kurse absolvieren. Es sind dies z.B. Kurse zu individuellen Vertiefungen oder Kurse zu den Anwendungskompetenzen.
Die Selbstevaluation erfolgt selbstverständlich anonym. Es werden keine personenbezogenen Daten gesammelt, die Ihre Identifikation zulassen.
Bitte beachten Sie, dass die obligatorischen Kurse im Bereich Medien und Informatik unabhängig von Ihrem Ergebnis der Selbsteinschätzung zu absolvieren sind.
Für weitere Fragen zu SE:MI wenden Sie sich bitte an Iwan Schrackmann (iwan.schrackmannNULL@phsz.ch).