Direkt zum Inhalt springen

Psychische Gewalt - Mobbing

Psychische Gewalt als Oberbegriff beschreibt alle Formen der emotionalen Schädigung und Verletzung einer Person, beispielsweise durch direkte psychisch-verbale Drohungen, Beleidigungen oder einschüchterndes und kontrollierendes Verhalten. Eine sehr ausgeprägte Form der psychischen Gewalt im Kinder- und Jugendbereich ist unter dem Phänomen «Mobbing» umschrieben. Man spricht von Mobbing, wenn eine Person oder eine Gruppe wiederholt und über eine längere Zeitspanne die Würde eines anderen Menschen verletzt (Anhaltspunkte: ca. einmal pro Woche über mind. etwa sechs Monate). Dies geschieht, indem der/die Betroffene schikaniert, übergangen, abgewertet, beleidigt oder schlicht ignoriert wird. Klar zu unterscheiden sind die Begriffe Mobbing und Konflikt, denn Konflikte entstehen überall dort, wo Menschen miteinander zu tun haben. Konflikte sind deshalb unvermeidlich und alltäglich. Werden ernsthafte und andauernde Konflikte jedoch nicht frühzeitig erkannt oder gelöst, können sie sich zu Mobbing weiterentwickeln. Aber aufgepasst: Nicht hinter jeder Auseinandersetzung, nicht hinter jeder Kritik verbirgt sich tatsächlich ein gezieltes Mobbing.

Welches sind typische Mobbing-Handlungen?

  • Blossstellungen, abschätzige Bemerkungen, Sticheleien
  • Anschreien und lautes Schimpfen
  • Ignorieren, wie „Luft“ behandeln
  • Kontaktverweigerung
  • Abschätzige Blicke oder Gesten
  • Vorenthalten von Informationen
  • Gerüchte verbreiten, über jemanden schlecht reden

Folgen von Mobbing für die Betroffenen

  • Anhaltender und zunehmender Stress
  • Psychische Beeinträchtigungen: Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, Gedankenautomatismen (Grübelzwang), Reizbarkeit, Merkfähigkeits- und Gedächtnisstörungen, Identitäts- und Selbstwertkrisen, Erschöpfungs- und Versagenszustände
  • Psychosomatische Störungen und Erkrankungen: Atemnot, Herzschmerzen, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Muskelverspannungen, Herzinfarkt, Magen- und Darmerkrankungen
  • Beeinträchtigung, Zerstörung sozialer Beziehungen: Partnerschaft, Familie, Freunde, Kollegen
  • Psychische Erkrankungen: Depression, Paranoia, Selbsttötung

Mobbing - Informationen für Eltern

  • Jede Veränderung im Verhalten eines Kindes könnte ein Hinweis darauf sein, dass es geplagt wird.
  • Wenn es traurig, ängstlich oder gereizt ist oder nicht mehr in die Schule will, könnte das ein Hinweis sein. Allerdings kann das auch mit einem anderen Problemen zu tun haben.
  • Hören Sie dem Kind deshalb regelmässig zu und lassen sie es erzählen. Dann traut es sich eher, anzusprechen, wenn etwas nicht stimmt.
  • Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Kind werde gemobbt, zögern Sie nicht: Je früher man etwas unternimmt, desto besser lässt sich die Dynamik auflösen.
  • Wenn Sie der Lehrerin oder dem Lehrer Ihres Kindes vertrauen, nehmen Sie Kontakt auf. Auch die Schulleitung kann helfen.
  • Sie können sich aber auch an die Mitarbeitenden der Schulsozialarbeit oder den Schulpsychologischen Dienst wenden. Sie alle stehen unter Schweigepflicht und wissen, was in einem solchen Fall zu tun ist.

Cybermobbing - Informationen für Eltern

Mit den Möglichkeiten der digitalen Welt haben Mobbingsituationen eine zusätzliche, verstärkende Dimension erhalten. Die Auswirkungen von Cybermobbing sind so gross, weil sich Informationen im Internet sehr schnell und sehr weit verbreiten und in kürzester Zeit sehr viele Nutzer erreichen. Digitale Aktivitäten sind rund um die Uhr möglich, ohne kaum Möglichkeiten für ein Opfer, den Angriffen aus dem Weg zu gehen. Ein weiteres Problem ist, dass einmal im Internet veröffentlichte Informationen fast nicht mehr vollständig entfernt werden können. Somit kann sich Cybermobbing auch dann noch negativ auswirken, wenn die eigentlichen Attacken eingestellt wurden.

Wie kann man Cybermobbing vorbeugen?

  • Wer in Blogs, Sozialen Netzwerken oder Foren Angaben zu seiner Person macht oder Bilder veröffentlicht, macht sich verletzbar.
  • Kinder und Jugendliche müssen auf diesen Umstand aufmerksam gemacht werden, damit sie sich überlegen, was sie über sich im Netz preisgeben wollen. Gerade bei Bildern, sollen sie sich die Frage stellen "Würde ich dieses Bild auch meinen Eltern zeigen?". Diese Frage stellt einen geeigneten Filter dar.
  • Sprechen Sie mit Ihren Kindern über dieses Thema und zeigen Sie ihnen auf, was sie mit Cybermobbing anrichten können, was das für die Opfer bedeutet und dass sie sich selbst strafbar machen können (vgl. Recht im Internet).
  • Nehmen Sie ihr Kind ernst, wenn es Ihnen sagt, dass es im Internet belästigt oder beleidigt wird und schauen Sie zusammen mit den Schulverantwortlichen, ob bei der Polizei Anzeige erstattet werden soll.

Was kann man im Ernstfall tun?

  • Auf keinen Fall online antworten und eine Vertrauensperson beiziehen.
  • Wenn möglich die betreffenden Nutzer für die verwendete Plattform sperren.
  • Nichts löschen, sondern die Informationen via Screenshot sichern (Beweise).
  • Lassen Sie sich nötigenfalls von der Polizeidienststelle in Ihrer Region beraten.

Weitere Informationen