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Allgemeines

Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft

Werden Pflegeleistungen - auch in einem Privathaushalt - erbracht, ist zu beachten, dass gewisse Tätigkeiten nur ausgeübt werden dürfen, wenn dazu eine gesundheitspolizeiliche Bewilligung des Amtes für Gesundheit und Soziales vorliegt (Bewilligung einer Spitexorganisation oder einer selbstständigen Pflegefachperson). Dies gilt auch für ausländische Arbeitskräfte und zwar sowohl bei einem länger andauernden wie auch bei einem Aufenthalt bis max. 90 Tage.
s. Merkblatt Krankenpflege, Betreuung und Hauswirtschaft

Die Broschüre Betreuung und Pflege von Angehörigen zu Hause durch Drittpersonen des Amtes für Arbeit gibt Auskunft über die wichtigsten rechtlichen Fragen, wenn für Pflege und Betreuung im Privathaushalt nicht öffentliche und gemeinnützige Angebote (z.B. Spitex) sondern Drittpersonen beauftragt werden sollen.

Lebenslange Fortbildung

Gesetzliche Grundlage
Das Bundesgesetz über die universitären Medizinalberufe vom 23. Juni 2006 (MedBG, SR 811.11) verpflichtet schweizweit alle Personen, die in einem universitären Medizinalberuf selbstständig tätig sind, ihre beruflichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten durch lebenslange Fortbildung zu vertiefen, zu erweitern und zu verbessern (Art. 40 Bst. b MedBG). Das Amt für Gesundheit und Soziales, welches im Kanton Schwyz für die Aufsicht über die Gesundheitsberufe zuständig ist, hat die notwendigen Massnahmen zu treffen, damit auch diese Berufspflicht eingehalten wird.

Nachweis der Fortbildung
Betreffend Einhaltung der Fortbildungspflicht nimmt das Amt für Gesundheit und Soziales seine Aufsichtspflicht wie folgt wahr:

  • Gemäss § 13 Abs. 2 der Gesundheitsverordnung vom 23. Dezember 2003 (GesV, SRSZ 571.111) sind Berufsausübungsbewilligungen bis zum Ablauf des 70. Altersjahres befristet. Auf Gesuch hin werden diese verlängert, wenn die Bewilligungsvoraussetzungen weiterhin erfüllt sind. Bei Verlängerungsgesuchen muss die Fortbildung der letzten drei Jahre nachgewiesen werden.
  • Das Amt für Gesundheit und Soziales behält sich ferner vor, den Nachweis der Fortbildung einzufordern:

a) bei Fachpersonen mit gültiger Berufsausübungsbewilligung, insbesondere, wenn die Tätigkeit dieser Personen zu Reklamationen oder Beschwerden Anlass gibt;

 

b) bei Gesuchen um eine Berufsausübungsbewilligung durch Personen, welche bereits in einem anderen Kanton oder im Ausland tätig waren.

 

Die Fortbildungspflicht richtet sich nach den Bestimmungen der jeweiligen Fachgesellschaften, bzw. der Vereinigung der Kantonszahnärzte und Kantonszahnärztinnen der Schweiz (VKZS).

Impfen in Apotheken

Apothekerinnen und Apotheker mit der Bewilligung zum Impfen dürfen künftig ohne ärztliche Verschreibung an gesunden Personen ab 16 Jahre folgende Impfungen vornehmen:

a) Impfung gegen Grippe;
b) Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME);
c) Folgeimpfungen Hepatitis A, Hepatitis B und Hepatitis A und B, wenn die erste Impfung durch einen  Arzt erfolgt ist.

Eine Bewilligung zum Impfen wird an Apothekerinnen und Apotheker erteilt, welche den Weiterbildungstitel „Impfen und Blutentnahme“ des Schweizerischen Apothekerverbandes pharmaSuisse erworben haben, und wenn die Apotheke, in welcher die Impfungen durchgeführt werden sollen, die spezifischen Anforderungen betreffend Qualität, Räumlichkeiten und Ausrüstung (z.B. abgetrennter Bereich, Notfallausrüstung), Patientendokumentation erfüllen und über eine ausreichende Haftpflichtversicherung verfügen (s. Merkblatt „Impfen in der Apotheke" unter Dokumente/Merkblätter).

Berufsausübungsbewilligung für Naturheilpraktiker

Naturheilpraktikern kann seit Beginn des Jahres 2016 eine Berufsausübungsbewilligung für den Kanton Schwyz erteilt werden. Dadurch erlangen diese Fachpersonen der Komplementärmedizin zusätzliche Rechte, insbesondere betreffend Abgabe von Arzneimitteln. Der anerkannte Beruf umfasst zurzeit vier unterschiedliche Fachrichtungen: Ayurveda-Medizin, Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin TCM und Traditionelle Europäische Naturheilkunde TEN. Bei der Anwendung der Methoden dieser Fachrichtungen werden Heilmittel angewendet und abgegeben (z.B. Homöopathika) und auch invasive Tätigkeiten vorgenommen (z.B. Akupunktur). Der Besitz eines Diploms einer eidgenössisch anerkannten Ausbildung ist Voraussetzung zur Erteilung einer Berufsausübungsbewilligung.

Naturheilpraktiker, welche zurzeit ohne Bewilligung im Kanton Schwyz tätig sind, können ihre Tätigkeit auch künftig im bisherigen Rahmen ohne Bewilligung ausüben. Dabei haben sie wie bisher sämtliche den bewilligungspflichtigen Berufen vorbehaltenen Tätigkeiten gemäss § 19 des Gesundheitsgesetzes zu unterlassen. Somit dürfen sie im Gegensatz zu den Fachpersonen mit Bewilligung keine invasiven Tätigkeiten ausführen und keine Arzneimittel (ausser Liste E) abgeben. Die Ausübung des Berufes Komplementärtherapeut ist auch künftig nicht bewilligungspflichtig, da sein Berufsbild weder hautverletzende Methoden noch die Anwendung oder Abgabe von Heilmitteln vorsieht.

Merkblatt zum Berufsgeheimnis

Das Berufsgeheimnis und damit die Schweigepflicht ist eine wichtige Grundlage für das Vertrauen zwischen behandelnder Person und Patientin bzw. Patient. Es schützt einerseits die Geheimsphäre der Patientin und des Patienten und andererseits das Recht der Fachperson auf Geheimhaltung. In speziellen Fällen (z. B. bei ausserordentlichen Todesfällen) sind jedoch Fachpersonen zur Meldung verpflichtet, in anderen Fällen (z. B. zum Kindesschutz) sind sie dazu berechtigt. Das Merkblatt zum Berufsgeheimnis für Medizinalpersonen und Gesundheitsfachpersonen gibt einen Überblick über die verschiedenen Aspekte des Berufsgeheimnisses wieder und verweist auf die gesetzlichen Grundlagen für Meldepflichten und -rechte (s. Dokumente/Merkblätter).

Bewilligung zur Berufsausübung

Gesundheitsberufe, medizinische Einrichtungen und Organisationen unterstehen der Aufsicht des Amtes für Gesundheit und Soziales. Die meisten Gesundheitsberufe bedürfen einer Bewilligung (gesundheitspolizeiliche Massnahme, Berufsausübungsbewilligung). Einzelne Berufe, deren Ausübung für die Patientin oder den Patient keine oder höchstens eine geringe Gefährdung darstellen können, bedürfen keiner Bewilligung.

Das Gesundheitsgesetz regelt in den §§ 18 bis 37 die Gesundheitsberufe und die medizinischen Organisationen und Einrichtungen. Die Gesundheitsverordnung nennt die bewilligungspflichtigen Berufe, Organisationen und Einrichtungen und präzisiert deren Bestimmungen.

Ergänzend zu den kantonalen Erlassen gelten insbesondere die Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) und des Medizinalberufegesetzes.

Unbedenklichkeitserklärung (Geltungsbereich: Schweiz)

Bewilligungsinhaberinnen und –inhaber können auf Wunsch gegen Rechnung eine Unbedenklichkeitserklärung bei der zuständigen Sachbearbeiterin, Maria Mettler,
Telefon +41 41 819 16 67, E-Mail: maria.mettlerNULL@sz.ch, anfordern.

Letter (certificate) of good standing (Geltungsbereich: Ausland)

Ärztinnen und Ärzte können bei Bedarf gegen Rechnung einen letter of good standing in deutscher oder englischer Sprache beim Kantonsärztlichen Dienst anfordern:
Telefon +41 41 819 16 07, E-Mail: kad.agsNULL@sz.ch

Bewilligung für Stellvertretung

Muss sich eine Fachperson während ihrer Abwesenheit (z.B. Ferien, Weiterbildung) durch eine andere Fachperson vertreten lassen, so ist eine Stellvertretungs-Bewilligung erforderlich, sofern die Stellvertreterin bzw. der Stellvertreter nicht bereits über eine Berufsausübungsbewilligung für den Kanton Schwyz verfügt. Gemäss § 26 des Gesundheitsgesetzes muss bei der stellvertretenden Person der gleichwertige anerkannte Abschluss vorliegen.

Mit dem Gesuch um eine Stellvertretungs-Bewilligung ist die fachliche Qualifikation der Stellvertreterin bzw. des Stellvertreters mittels Kopie des Diploms oder des Fähigkeitsausweises nachzuweisen. Bei Ärztinnen und Ärzten ist zusätzlich eine Kopie des Weiterbildungstitels erforderlich, bei ausländischen Diplomen muss die schweizerische Anerkennung vorliegen (Formular zur Stellvertretungs-Bewilligung s. unter „Dokumente/Formulare").

Ärztestopp (Zulassungsstopp)

Das Eidgenössische Parlament hat im Juni 2013 mit einer Änderung des Kranken-versicherungsgesetzes (KVG) die vorübergehende Wiedereinführung der bedarfsgerechten Zulassung von Ärztinnen und Ärzten beschlossen. Dadurch wurde den Kantonen ermöglicht, während der Dauer vom 5. Juli 2013 bis zum 30. Juni 2016 die Zulassung von Ärztinnen und Ärzten zur Tätigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu steuern. Am 17. Juni 2016 hat das Eidgenössische Parlament die Geltungsdauer des entsprechenden Gesetzesartikels (Art. 55a KVG) um drei Jahre und somit bis zum 30. Juni 2019 verlängert.

Der Regierungsrat des Kantons Schwyz hat am 10. September 2013 die Wiedereinführung des Zulassungsstopps für Ärztinnen und Ärzte im Kanton Schwyz ebenfalls beschlossen und die erforderliche kantonale Verordnung erlassen. Diese gilt ebenfalls bis Ende Juni 2019.

Ausgenommen von der Beschränkung sind Ärztinnen und Ärzte, welche mindestens drei Jahre in einem schweizerischen Spital tätig waren (anerkannte Weiterbildungsstätte) sowie die ärztlichen Grundversorger (Allgemeine Innere Medizin, Praktische Ärztinnen und Ärzte, Pädiatrie) und die Fachärztinnen und -ärzte der Psychiatrie sowie die Zahnmedizin.

Die vom Regierungsrat erlassene Verordnung sieht vor, dass Bewilligungen weiterhin erteilt werden können, wenn eine Unterversorgung vorliegt oder ein besonderer Bedarf nachgewiesen werden kann.

Gesetze, Richtlinien

Dokumente

MERKBLÄTTER

Berufsausübungsbewilligung und Verlängerung

Ärzte, Zahnärzte, Apotheker

Medizinische Organisationen und Einrichtungen

Alternativmedizin und Pflege

FORMULARE

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Abbildung Arzt-Diplom

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