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Polizeiliche Kriminalstatistik 2018

Gute Sicherheitslage im Kanton Schwyz trotz leichter Zunahme der Straftaten

Im vergangenen Jahr ist die Anzahl Straftaten im Kanton Schwyz um 1.8 Prozent angestiegen. Die Kantonspolizei stellte mehr Delikte bei den Straftaten gegen das Strafgesetz und das Ausländer- und Integrationsgesetz fest. Die Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz nahmen ab. Die Zahl der Einbruchsdelikte ging erneut zurück. Delikte im Bereich Cyberkriminalität nehmen stark zu. Jugendliche begingen im Jahr 2018 wiederum mehr Straftaten, was eine Erhöhung der Jugendquote zur Folge hat.

Im Jahr 2018 wurden im Kanton Schwyz insgesamt 5975 Delikte gemäss Strafgesetzbuch, Betäubungsmittelgesetz, Ausländergesetzgebung und Bundesnebengesetzgebung erfasst, was gegenüber dem Vorjahr einer leichten Zunahme von 103 Straftaten (+ 1.8%) entspricht.

Leib und Leben

Bei den Delikten gegen Leib und Leben mussten 239 Delikte (2017: 256) verzeichnet werden. Die Aufklärungsquote liegt bei 93.7% (2017: 93.0%). Im Jahr 2018 verzeichnete die Kantonspolizei Schwyz ein vollendetes und zwei versuchte Tötungsdelikte (2017: 0/0). Bei den vorsätzlichen Körperverletzungen sank die Deliktszahl von 128 auf 92 Straftaten (- 28.1%). Die vorsätzlichen schweren Körperverletzungen sanken von zwölf auf sieben Delikte. Die Aufklärungsquote liegt hier wie im Vorjahr bei 100%. Es waren sieben Raubüberfälle (2017: 13) zu verzeichnen.

Vermögen

Die Delikte gegen das Vermögen sind leicht angestiegen. So wurden 2588 Straftaten (2017: 2494) verzeichnet, was eine Zunahme um 3.8% bedeutet. Leicht zurückgegangen sind die Betrugsdelikte um - 5.1% auf 262 Straftaten (2017: 276). Die Erpressungen stiegen markant um + 400% auf 25 Straftaten an (2017: 5). Die Gesamtaufklärungsquote bei den Vermögensdelikten ging leicht auf 28.1% (2017: 30.0%) zurück. Die Zahl der Ein- und Aufbrüche ist erneut um 43 auf 246 Delikte zurückgegangen. Dies bedeutet eine Abnahme um 14.9%. Die Aufklärungsquote stieg auf 12.6% (2017: 11.8%). Dies ist auf die Klärung einer grösseren Einbruchsserie zurückzuführen.

Mit 771 Sachbeschädigungen wurde eine Zunahme um 66 Taten (+ 9.4%) verzeichnet. 22.4% (2017: 19.6%) der Sachbeschädigungen konnten aufgeklärt werden.

Sexuelle Integrität

Die Anzahl der Übergriffe im Bereich der sexuellen Integrität ist um zwei auf 76 Delikte (- 2.6%) gesunken. Die Gesamtaufklärungsquote liegt bei 75.0% (2017: 89.7%). Wieder angestiegen sind die sexuellen Handlungen mit Kindern. 2018 wurden zwölf Straftaten (2017: 8) erfasst. Die Aufklärungsquote liegt bei 66.7% (2017: 75.0%).

Betäubungsmittel

Es ist eine leichte Abnahme der Anzahl von Anzeigen wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz um 102 auf 1067 Delikte (- 8.7%) zu verzeichnen. Zurückgegangen ist der Konsum um 40 auf 602 Fälle (- 6.2%), aber insbesondere auch der Handel in schweren Fällen von 17 auf 16 (- 5.9%) sowie in leichten Fällen um 24 auf 45 Fälle (- 34.8%). 2018 konnten wiederum Betäubungsmittel sichergestellt werden, insbesondere Marihuana 20 506 g (2017: 96 669 g), Kokain 574 g (2017: 1508 g), Heroin 1168 g (2017: 291 g), Ecstasy 229 Stück (2017: 19 Stück), Halluzinogene 58 g (2017: 211 g) sowie Hanfpflanzen 7912 Stück (2017: 1305 Stück). Im Berichtsjahr verstarb wiederum eine Person nach dem Konsum von Betäubungsmitteln.

Aufgriffe von illegal Einreisenden

Wegen Aufgriffen von illegal Einreisenden aus Zügen beim Bahnhof Goldau, den so genannten Perronfällen, rückte die Kantonspolizei in 278 Fällen (2017: 391) aus. Dabei wurden insgesamt 452 Personen (2017: 707) angehalten. Der Arbeitsaufwand hingegen sank nur leicht um 406 Std. auf 2305 Std.

Diverse Delikte

Die Zahl der Brandstiftungen ist um acht auf 13 Fälle angestiegen. Die Aufklärungsquote liegt bei 61.5% (2017: 20.0%). Ebenfalls gestiegen ist die Anzahl von Straftaten im Bereich Gewalt und Drohung gegen Beamte, nämlich um 17 auf 29 Anzeigen, was eine Zunahme um 141.7% bedeutet.

Im Bereich Häusliche Gewalt waren 197 Straftaten zu verzeichnen. Das sind 23 Delikte weniger (- 10.5%) als im Vorjahr. In den meisten Fällen kam es zu Tätlichkeiten, Drohungen, Beschimpfungen oder einfachen Körperverletzungen.

Aufklärungsquote

Die Gesamtaufklärungsquote der Kantonspolizei Schwyz ist leicht auf 59.8% zurückgegangen (2017: 61.4%). Der schweizerische Durchschnitt liegt bei 50.4 %. Die Aufklärungsquote der Straftaten gegen das Strafgesetzbuch konnte mit 44.2% (2017: 44.8%) gehalten werden.

Ermittelte Straftäter

Die Gesamtzahl der ermittelten Straftäter stieg um 708 auf 4043 (+ 21.4%). Bei den Straftaten waren 57.7% der Beschuldigten Schweizer Staatsangehörige (2017: 58.3%). Einer Ausländerrate von 42.3% steht einer Rate von 41.7% im Vorjahr gegenüber. 30.3% der Straftäter sind der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung zuzuordnen (2017: 28.7%). 4.9% der ermittelten Straftäter waren Asylsuchende (2017: 5.0%) und 16.2% (2017: 13.9%) werden der übrigen ausländischen Bevölkerung zugeordnet. Im 2018 wurden zwei Kriminaltouristen weniger, nämlich 418 (- 0.5%), in Haft genommen. Die absolute Anzahl jugendlicher Täter von 546 (2017: 385) ist um 41.8% angestiegen. Die Jugendrate ist auf 13.5% angewachsen (2017: 11.5%). Dies ist der zweite Anstieg in Folge.

Verschiedenes

Von allen im Kanton Schwyz verübten Straftaten entfielen erneut 41.9% auf den inneren und damit 58.1 % auf den äusseren Kantonsteil.

Die Mitarbeitenden der Kantonspolizei führten zahlreiche Präventionsanlässe durch. Dabei erhielten über 4300 Jugendliche und Erwachsene wertvolle Präventionstipps zu den Themen Gewalt, Drogen, Alkohol, Umgang mit neuen Medien, Sicherheit im Alter und im Alltag. Im Kampf gegen Einbruchdiebstähle hat die Kantonspolizei erneut grosse Anstrengungen unternommen. Dank 184 (Kampagne 2017: 151) Verdachtsmeldungen aus der Bevölkerung konnten während der Kampagne "Bei Verdacht Tel. 117“ insgesamt sieben Verhaftungen (4) von mutmasslichen Einbrechern verbucht werden.

Schwergewichte 2019

Die Verhinderung und Aufklärung von Wohnungseinbrüchen und von Gewaltdelikten sowie die Optimierung des umgesetzten Bedrohungsmanagements sind Schwerpunkte im Jahr 2019. Aber auch die Aufklärung von Raubdelikten, Strukturermittlungen im Betäubungsmittelhandel sowie die Konsolidierung besonderer Ermittlungsformen bilden weitere Schwerpunkte kriminalpolizeilichen Handelns. Zudem wird ein Fachbereich "Cybercrime" aufgebaut, der dem Dienst Wirtschaftsdelikte zugeordnet ist.