Schulenderhebung 2024 - 99.7% der Schulabgängerinnen und Schulabgänger haben eine Anschlusslösung

1469 Schülerinnen und Schüler aus dem Kanton Schwyz haben Anfang Juli die obligatorische Volksschule abgeschlossen. Am Stichtag der Datenerhebung, dem 28. Juni 2024, verfügten 99.7% der Jugendlichen über eine Anschlusslösung. 63.6% entschieden sich für eine berufliche Grundbildung, 26.0% für eine weiterführende Schule. Dies zeigt die Umfrage der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung.

Thomas Siger, Amt für Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung

Für welche Laufbahnwege und Berufe haben sich die Schulabgängerinnen und Schulabgänger nach der obligatorischen Schulzeit entschieden? Wie unterscheiden sich die männlichen von den weiblichen Jugendlichen in ihrer Berufswahl? Zu welchem Zeitpunkt erhielten die Jugendlichen die Zusagen für ihre Ausbildungsplätze? Was passiert mit den Jugendlichen, die Anfang Juli noch keine nachhaltige Lösung gefunden haben?

Die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung hat auch in diesem Jahr den gesamten Schülerjahrgang im 9. Schuljahr, inklusive Mittelschulen, befragt – Stichtag der Datenerhebung war der 28. Juni 2024. Mit 1469 Jugendlichen war die Gesamtzahl der Schulabgängerinnen und Schulabgänger etwas geringer als im Vorjahr (1536).

Abb.1: Laufbahnwege aller befragten Jugendlichen

99.7% (Vorjahr: 98.4%) der Jugendlichen im Kanton Schwyz, die im Sommer 2024 die obligatorische Schulzeit abgeschlossen haben, ist der Wechsel in die berufliche Grundbildung, in eine weiterführende Schule wie Gymnasium oder Fachmittelschule oder in eine Zwischenlösung gelungen.

63.6% (59.2%) oder 934 Jugendliche beginnen eine 2-, 3- oder 4-jährige berufliche Grundbildung (Berufslehre, Attestausbildung oder eine Praktische Ausbildung – PrA- über die IV) Das sind 24 mehr als im Vorjahr.

Gut ein Viertel, 26.0%, der Schulabgängerinnen und Schulabgänger hat sich für eine weiterführende Schule oder Mittelschule entschieden. Dies sind 71 Jugendliche weniger als im Vorjahr. Auffallend ist, dass deutlich mehr junge Frauen (32.1%) als Männer (20.1%) in eine Mittelschule übertreten – ein gesamtschweizerischer Trend, der sich auch im Kanton Schwyz abzeichnet.

Den Weg einer Zwischenlösung inkl. des Kantonalen Brückenangebots haben 148 Jugendliche gewählt, gleich viele wie im Vorjahr.

Die Anzahl der Jugendlichen, die zum Zeitpunkt der Umfrage noch keine Anschlusslösung aufzuweisen hatten, betrug 5. Dies liegt deutlich unter dem Vorjahreswert (15).

Berufliche Grundbildung

Top 10 der gewählten Berufe - Total

Rang

Berufliche Grundbildung

Anzahl

in %

1

Kaufmann/-frau EFZ

127

14.1

2

Detailhandelsfachmann/-frau EFZ

62

6.9

3

Fachmann/-frau Gesundheit EFZ

54

6.0

4

Fachmann/-frau Betreuung EFZ

44

4.9

5

Schreiner/in EFZ

34

3.8

6

Zeichner/in EFZ

33

3.7

7

Elektroinstallateur/in EFZ

32

3.6

8

Informatiker/in EFZ

27

3.0

9

Logistiker/in EFZ

23

2.6

10

Polymechaniker/in EFZ

21

2.3

 

Total

454

50.9

Tab.1: Hitliste der gewählten Berufe (männlich und weiblich)

  • Die Schulabgängerinnen und Schulabgänger im Kanton Schwyz, die eine berufliche Grundbildung EFZ absolvieren, haben 98 (100) verschiedene Berufe gewählt.
  • Insgesamt decken die 10 meist gewählten EFZ-Berufe gut die Hälfte aller EFZ-Lehrverhältnisse ab.
  • Am beliebtesten ist nach wie vor die Berufslehre Kaufmann/-frau EFZ. Der Anteil ist wieder leicht gesunken auf 14.1% (14.9%). Zudem kommt noch die Wirtschaftsmittelschule (1 Jugendliche) und die private Handelsschule (3 Jugendliche), die auch zum kaufmännischen Bereich zählen.
  • Im Beruf Fachfrau/-mann Betreuung EFZ wurden 10 Praktikumsstellen vergeben, die unter den Zwischenlösungen und nicht unter den Lehrverhältnissen aufgeführt sind. Bei direktem Einstieg in die Lehre wäre die Zahl der Lehrverhältnisse in diesem Beruf deutlich höher.

Top 10 der gewählten Berufe - männliche Jugendliche

Rang

Berufliche Grundbildung

Anzahl

in %

1

Kaufmann EFZ

61

12.0

2a

Detailhandelsfachmann EFZ

30

5.9

2b

Elektroinstallateur EFZ

30

5.9

4

Zeichner EFZ

27

5.3

5

Informatiker EFZ

26

5.1

6

Schreiner EFZ

25

4.9

7

Logistiker EFZ

22

4.3

8

Polymechaniker EFZ

21

4.1

9

Zimmermann EFZ

19

3.7

10a

Automobil-Fachmann EFZ

15

3.0

10b

Landwirt/in EFZ

15

3.0

 

Total

247

57.4

Tab.2: Hitliste der gewählten Berufe (männlich)

Bei den 10 meistgewählten EFZ-Berufen zeichnet sich bei den männlichen Jugendlichen im Vergleich zum letzten Jahr eine grosse Konstanz ab:

  • Die 10 meist gewählten Berufe sind die gleichen wie im Vorjahr. Einzig der Automobil-Fachmann EFZ schaffte es als zusätzlichen Beruf mit gleich vielen Lehrabschlüssen wie der Landwirt auch auf Platz 10.
  • Die jungen Männer haben aus 90 (97) verschiedenen beruflichen Grundbildungen (EFZ und EBA) gewählt.

EBA-Berufe wurden 18-mal gewählt. Die Hälfte davon ist 3 Berufen zuzuordnen, nämlich Detailhandelsassistent mit 4, Mechanikpraktiker mit 3 und Reifenpraktiker mit 2 Lehrverträgen. EBA-Berufe mit je einem Lehrvertrag sind: Automobil-Assistent, Assistent Gesundheit und Soziales, Heizungspraktiker, Holzbearbeiter, Logistiker, Plattenlegerpraktiker, Schreinerpraktiker EBA, Strassentransportpraktiker, und Unterhaltspraktiker EBA.
 

Top 10 der gewählten Berufe - weibliche Jugendliche

Rang

Berufliche Grundbildung

Anzahl

in %

1

Kauffrau EFZ

66

16.8

2

Fachfrau Gesundheit EFZ

50

12.8

3

Fachfrau Betreuung EFZ

41

10.5

4

Detailhandelsfachfrau EFZ

32

8.2

5

Medizinische Praxisassistentin EFZ

18

4.6

6

Fachfrau Apotheke EFZ

13

3.3

7

Dentalassistent/in EFZ

12

3.1

8

Tiermedizinische Praxisassistentin EFZ

10

2.6

9

Schreinerin EFZ

9

2.3

10a

Fachfrau Hotellerie-Hauswirtschaft EFZ

8

2.0

10b

Malerin EFZ

8

2.0

 

Total

267

68.1

Tab.3: Hitliste der gewählten Berufe (weiblich)

  • Die weiblichen Jugendlichen haben 64 (65) verschiedene Berufe gewählt (EFZ und EBA).
  • Die weiblichen Jugendlichen haben 64 (65) verschiedene Berufe gewählt (EFZ und EBA).
  • Bei den EFZ-Berufen ist die Favoritin weiterhin die Kauffrau mit 16.8% (19.0%), gefolgt von der Fachfrau Gesundheit mit 12.8% (14.9%) und der Fachfrau Betreuung mit 10.5% (7.9%).
  • Die 10 meistgewählten EFZ-Berufe machen 68.1% (71.5%) aus.
  • Die Detailhandelsassistentin ist mit 6 Zusagen wiederum die meistgewählte EBA-Ausbildung der weiblichen Jugendlichen. Gefolgt von Assistentin Gesundheit und Soziales mit 3 (Vorjahr 1). Zusammen machen diese beiden Berufe mehr als 2/3 der EBA der weiblichen Jugendlichen aus. Weitere EBA Berufe sind Restaurantangestellte und Coiffeuse mit je 2 Lehrverhältnissen.

Ausserkantonale Lehrstellen
Bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz wurden dieses Jahr insgesamt 11 (10) Kantone berücksichtigt. Im Wohnkanton Schwyz wurden 71.3% (69.6%) der Lehrstellen gefunden. 263 (271) Schulabgängerinnen und Schulabgänger treten eine Lehrstelle in einem anderen Kanton an. Die vier meist gewählten Kantone ausserhalb Schwyz sind wie letztes Jahr Zürich,
Zug, St. Gallen und Luzern. Dabei ist Zürich wieder mit Abstand an der Spitze.

Weiterführende Schulen
Gut ein Viertel der Schulabgängerinnen und Schulabgänger hat sich für eine weiterführende Schule entschieden. 382 (453) oder 26.0% (29.5%) besuchen ein Gymnasium oder eine Fachmittelschule. Der gesamtschweizerische Trend, dass mehr junge Frauen als Männer eine Mittelschule absolvieren, zeigt sich auch im Kanton Schwyz deutlich. 32.1% der jungen Frauen treten in eine weiterführende Schule ein. Bei ihren männlichen Kollegen sind es 20.1%.

Zwischenlösungen und kantonales Brückenangebot
148 Schulabgängerinnen und Schulabgänger absolvieren eine sogenannte Zwischenlösung. Das heisst, sie besuchen ein Kantonales Brückenangebot, machen einen Sprachaufenthalt, ein Sozialjahr, ein Au-Pair-Jahr, starten mit einem Vorkurs oder ähnliches. Separat unter dieser Rubrik werden die 10 Praktikant/innen Fachfrau/-mann Betreuung Kinder ausgewiesen.
Für das Kombinierte Brückenangebot haben sich 47 Jugendliche entschieden, beim Schulischen Brückenangebot sind es 40 Jugendliche. Dies entspricht einer Abnahme beim Kombinierten (58) und einer Zunahme beim Schulischen Brückenangebot (36).

Noch keine Lösung gefunden
Zum Zeitpunkt der Umfrage konnten 5 (15) Jugendliche noch keine Angaben über ihre Anschlusslösung nach der obligatorischen Schulzeit machen.
Die Gründe, weshalb diese Jugendlichen noch keine Anschlusslösung gefunden haben, sind vielfältig und individuell. Dazu zählen: schulische und persönliche Defizite, fehlende Motivation für eine Ausbildung, mangelnde Offenheit für Alternativlösungen, verzögerter Berufswahlprozess oder auch psychische Probleme.
Einige dieser jungen Leute wussten zwar, welche Berufslehre sie absolvieren möchten oder hatten alternative Pläne. Diese Pläne waren aber zum Zeitpunkt der Umfrage noch nicht umgesetzt. Einzelne befanden sich noch im Bewerbungs- und Selektionsprozess.

Direkt in den Arbeitsprozess
Dieses Jahr ist niemand direkt in den Arbeitsprozess eingestiegen.
Im Vorjahr handelte es sich bei 6 von 7 Jugendlichen um Absolventinnen und Absolventen einer Heilpädagogischen Schule, die eine Arbeitsstelle in einer geschützten Werkstatt antraten und entsprechend begleitet waren. Jugendliche aus Heilpädagogischen Schulen werden ab 2024 nicht mehr in der Schulenderhebung erfasst.