Französischunterricht soll im Kanton Schwyz erst ab Sekundarstufe I erfolgen
Erziehungsrat bekräftigt Stossrichtung für den Fremdsprachenerwerb und setzt Projektgruppe für die Personalrekrutierung auf der Sekundarstufe I ein
Der Erziehungsrat hat im Rahmen seiner Sitzung von Ende September Kenntnis von den Resultaten der Befragung der Basis (Schulleitungen, Gemeinde- und Schulräte, Verbände) zum Französischunterricht an der Volksschule genommen. Basierend auf dem Ergebnis, dass sich rund 75% aller Befragten für einen Französischunterricht erst ab der Sekundarstufe I aussprechen, hat der Erziehungsrat seine Stossrichtung bekräftigt und das Bildungsdepartement beauftragt, in diese Richtung weiterzuarbeiten bzw. die Umsetzung anzugehen.
Basierend auf den Ergebnissen der Befragung soll auf eine Aufstockung der Anzahl Französischlektionen im Zyklus 3 (Sekundarstufe I) verzichtet werden. Wird es doch von den Befragten als nicht nachteilig beurteilt, wenn Schwyzer Schülerinnen und Schüler die Volksschule mit einer reduzierten Lektionenausstattung in Französisch durchlaufen. Dass damit das Erreichen der Lehrplanziele gemäss Lehrplan 21 in der zweitgrössten Landessprache gefährdet, wenn nicht gar verunmöglicht wird, erachtet eine Mehrheit der Befragten als unproblematisch.
Aufgrund der in den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Zürich und St. Gallen bereits gefällten Parlamentsbeschlüsse, die in eine ähnliche Richtung zielen, hat der Bundesrat seinerseits in Aussicht gestellt, das Sprachengesetz des Bundes zu überarbeiten. Damit sollen die Kantone verpflichtet werden, weiterhin eine zweite Landessprache auf Primarstufe zu unterrichten. Im Rahmen der bereits angekündigten Vernehmlassung dazu hat der Erziehungsrat entschieden, dass sich der Kanton Schwyz gegen eine solche Bundeslösung und somit für eine Verschiebung des Französischunterrichts auf die Sekundarstufe I aussprechen soll.
In den bisherigen Diskussionen rund um den Fremdsprachenerwerb hat sich der Regierungsrat jeweils dezidiert gegen eine kantonale «Insellösung» ausgesprochen. Diese Haltung deckt sich auch mit den Ergebnissen der Befragung an der Basis, welche sich mit einer deutlichen Mehrheit für eine schweizweite bzw. zumindest im Bildungsraum koordinierte Umsetzung ausspricht.
Projektgruppe adressiert spezifische Herausforderungen im Bereich Personal der Sekundarstufe I
Auf der Sekundarstufe I stellen sich aufgrund des Fachlehrpersonensystems spezielle Herausforderungen bei der Personalrekrutierung. Es gestaltet sich weiterhin äusserst schwierig, für den Zyklus 3 ausreichend qualifizierte Fachpersonen zu gewinnen. Um im Hinblick auf das Auslaufen der auf Sommer 2029 terminierten Übergangsregelung für befristete Lehrbewilligungen gewappnet zu sein, hat der Erziehungsrat eine breit abgestützte Projektgruppe eingesetzt. Diese soll kurz-, mittel- und langfristige Lösungsansätze entwickeln, um der Problematik nachhaltig zu begegnen. Dabei sollen die vorgeschlagenen Massnahmen natürlich auch hinsichtlich einer möglichen Adaptierbarkeit auf die Zyklen 1 und 2 der Primarstufe analysiert werden. Ziel der Projektgruppe ist es, bis im kommenden Sommer dem Erziehungsrat eine entsprechende Analyse und Massnahmenvorschläge unterbreiten zu können. Dabei soll an den Anforderungen für die Tätigkeit als Lehrperson festgehalten werden, um die Unterrichtsqualität weiterhin zu sichern.
Erziehungsrat
Landammann Michael Stähli
Präsident des Erziehungsrates
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