Sanierung eines ehemaligen Textilreinigungstandorts mit Airsparging
Pilotprojekt in Siebnen startete im September
Der Standort, der von 1960 über 35 Jahre hinweg als Textilreinigung genutzt wurde, ist aufgrund erheblicher Schadstoffbelastungen sanierungsbedürftig. Die Sanierung wird als Pilotprojekt mit der Airsparging-Methode ausgeführt. Dabei wird Luft in das Grundwasser geblasen und die Bodenluft, die oberhalb des Grundwasserspiegels abgesaugt wird, durch Aktivkohle geführt, um die Schadstoffe zu binden.
Schadstoffbelastung
Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Aktivitäten der ehemaligen chemischen Reinigung an der Wägitalerstrasse nahe dem Grosskreisel in Siebnen zu erheblichen Belastungen des Untergrunds mit chlorierten Lösungsmitteln geführt haben. Es sind schätzungsweise 1100 kg Tetrachlorethen (PER) in den Untergrund gelangt. Der Schadstoff PER wurde bis in eine Tiefe von rund 30 Metern unterhalb des Grundstücks nachgewiesen. Auch benachbarte Grundstücke sind betroffen, deren Eigentümer bereits im letzten Herbst informiert wurden. Seit Beginn der Untersuchungen wurden mehrere Massnahmen zur Überwachung der Grundwassersituation getroffen. Regelmässige Messungen und Analysen haben bisher keine Spuren von Schadstoffen in den bestehenden Grundwassermessstellen oder -fassungen gezeigt.
Geologische Herausforderungen
Der Untergrund weist eine geologische Struktur auf, welche die Schadstoffsanierung kompliziert gestaltet. Er besteht aus 45 Meter mächtigen Bachschutt- und Murgangablagerungen der Wägitaler Aa, die auf undurchlässiger Grundmoräne und Fels liegen. Das Grundwasser, das sich in etwa 25 Meter Tiefe befindet, fliesst in Richtung Nordwesten nach Wangen und Lachen.
Sanierungsmethode Airsparging
Nach eingehender Prüfung wurde die Methode des sogenannten Airspargings als die geeignetste Sanierungsvariante identifiziert. Bei dieser Methode wird Luft in das Grundwasser eingeblasen. Die Bodenluft, die oberhalb des Grundwasserspiegels abgesaugt wird, wird anschliessend durch Aktivkohle geleitet, um das PER zu binden.
Pilotprojekt und Monitoring
Das Pilotprojekt mit Airsparging startet Mitte September und wird voraussichtlich sechs Monate dauern. Anschliessend wird ein weiteres halbes Jahr lang ein Monitoring durchgeführt, um die Wirksamkeit der Methode zu evaluieren. Falls erforderlich, werden zusätzliche Massnahmen wie weitere Injektions- oder Extraktionsbohrungen geplant. Ziel des Pilotprojekts ist es, die Effizienz des Airspargings zu überprüfen und zu ermitteln, wie viel Lösungsmittel aus dem Boden entfernt werden kann.
Kosten und Finanzierung
Die Gesamtkosten für alle bisherigen Untersuchungen und das geplante Pilotprojekt bis zur abschliessenden Evaluation belaufen sich auf etwa 1 Million Franken. Diese Kosten werden vom Kanton als Grundeigentümer vorfinanziert.
Umweltdepartement
Peter Inhelder
Vorsteher Amt für Umwelt und Energie