Grundwasserstände im Kanton Schwyz im langjährigen Durchschnitt

Reichlich Niederschläge und schneereicher Winter

Die Grundwasserstände sind normal.

Seit Messbeginn 1864 hatten wir den sechswärmsten Sommer in unseren Breitengraden. Dank des nassen Monats Juni liegen die Grundwasserstände im Kanton Schwyz im Bereich des langjährigen Mittels. Zusätzlich hat die Schneeschmelze aufgrund des schneereichen Winters den Grundwasserständen in die Karten gespielt.

Vergleich der aktuellen Messwerte 2024 mit dem langjährigen Mittel
Sowohl im inneren als auch im äusseren Kantonsteil lagen die Grundwasserspiegel im Herbst 2024 bei allen Messstellen im Bereich des langjährigen Mittels. In Muotathal, Küssnacht, Schübelbach und Wangen knapp darüber, an anderen Orten wie Brunnen knapp darunter. Der Grundwasserspiegel in Unteriberg, welcher ein höhergelegenes Grundwasservorkommen repräsentiert, korrespondierte genau mit dem Mittelwert der letzten Jahre. Da sämtliche Werte nur marginal vom langjährigen Mittel abweichen, liegen die aktuellen Werte im Bereich der natürlichen Schwankungen.

Der Einfluss des Klimas auf die Grundwasserstände im 2024
Gemäss Meteo Schweiz registrierte die Schweiz 2024 den sechstwärmsten Sommer und den zweitwärmsten August seit Messbeginn 1864. Da der Sommer aber mit einem trüben und nassen Juni startete und auch der Juli vergleichsweise niederschlagsreich war, sanken die Grundwasserstände nie so tief wie in den Jahren 2018 und 2022. Aufgrund des schneereichen Winters in den höheren Lagen konnten im Frühjahr schweizweit sehr gute Schneeverhältnisse verzeichnet werden, trotzdem schmolzen die Schweizer Gletscher im 2024 weiter. Gemäss Meteo Schweiz wurde im August 2024 ein Schmelzrekord verbucht. Dieser Zufluss dient den Grundwasservorkommen, ist aber nicht nachhaltig.

Grundwasserspiegel im Kanton Schwyz in den nächsten Jahren
Sollte die globale Erderwärmung, wie vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) vermutet, bis 2030 um +1.5° C zunehmen, gibt es vermehrt extrem heisse und trockene Sommer. Heisse Sommer wie der diesjährige können die Qualität des Grundwassers beeinträchtigen, wirken sich jedoch nicht direkt negativ auf die Grundwasserspiegel aus, solange ausreichend Niederschlag fällt. Sind die Sommer aber nicht nur heiss, sondern auch trocken wie im Jahr 2018 oder 2022, kann der erhöhte Bedarf gekoppelt mit einem geringeren Dargebot zu einer Wasserknappheit führen und sich negativ auf die Grundwasserspiegel auswirken.

Umweltdepartement


Andrea Ego
Abteilungsleiterin Grundwasser und Altlasten
+41 41 819 20 40
(erreichbar: Montag, 9. Dezember 2024, 10.00 - 11.30 Uhr)