PFAS: ewige Chemikalien in unserer Umwelt

Per- und polyfluorierte Chemikalien, sogenannte PFAS, sorgen derzeit in der Schweiz für Schlagzeilen. Auch im Kanton Schwyz gibt es belastete Standorte. Eine Übersicht über die Thematik.

Sie sind in den letzten Monaten aufgrund neuer Erkenntnisse und Untersuchungen stark in die öffentliche Wahrnehmung gerückt: per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, kurz PFAS. Erst Anfang Dezember gab das Bundesamt für Umwelt (BAFU) bekannt, dass an allen 550 untersuchten Standorten in der Schweiz das Grundwasser mit Trifluoressigsäure belastet ist, einer PFAS-Verbindung. Die künstliche Chemikalie wird zunehmend mit Gesundheits- und Umweltproblemen in Verbindung gebracht.

Was sind PFAS?

PFAS sind eine Gruppe von mehreren tausend verschiedenen chemischen Verbindungen. Sie zeichnen sich durch ihre wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften aus und sind seit den 40er-Jahren in vielen Produkten enthalten: antihaftbeschichtete Pfannen, Backpapier Lebensmittelverpackungen, wasserabweisende Kleidung, Imprägniersprays, Pestizide, Kosmetikprodukte und Feuerlöschschäume.

Warum sind sie ein Problem?

Das grösste Problem ist die extrem lange Haltbarkeit. PFAS bauen sich in der Natur kaum ab, werden daher auch «ewige Chemikalien» genannt. Einmal freigesetzt, gelangen sie in Nahrungsketten und reichern sich in Lebewesen an. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass PFAS gesundheitsschädlich sein können, indem sie Krankheiten wie Krebs, Leberschäden und Störungen des Immunsystems verursachen. Besonders alarmierend: Bereits sehr niedrige Konzentrationen können schädlich sein.

Wie verbreitet sind PFAS?

Die Verbreitung von PFAS erfolgt schneller und grossflächiger als bislang angenommen, das Problem ist global und weitreichend. PFAS gelangen über Luft, Wasser und Boden in die Umwelt und so in Nahrungsketten. Sie wurden weltweit in Lebewesen nachgewiesen, bis hin zu Eisbären in der Arktis und Pinguinen in der Antarktis.

Gibt es Grenzwerte?

Für Trinkwasser und Lebensmittel bestehen Grenzwerte, die regelmässig überprüft und an neuste wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst werden. Trotzdem bestehen viele Unsicherheiten, insbesondere zu langfristigen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt. Eine grosse und wachsende Zahl von Gesundheitseffekten wurde mit PFAS bereits in Verbindung gebracht und der Verdacht besteht, dass gesundheitliche Effekte bereits bei Hintergrundbelastungen auftreten.

Was unternehmen die Behörden?

Die Behörden nehmen die Risiken oder Gefahren durch PFAS sehr ernst. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU), das Amt für Umwelt und Energie des Kantons Schwyz (AfU) und das Laboratorium der Urkantone überwachen die Belastung von Wasser, Boden und Lebensmitteln und ergreifen Massnahmen zur Verringerung der Emissionen. Kontrollen und Anpassungen der Grenzwerte sollen dazu beitragen, Risiken bestmöglich zu begrenzen. Dennoch sind weitere Forschung und wissenschaftliche Erkenntnisse nötig, um wirksame Strategien zur Bekämpfung der PFAS-Verbreitung zu entwickeln.

Gibt es im Kanton Schwyz belastete Standorte?

Dem AfU sind bisher sechs PFAS-belastete Altdeponiestandorte bekannt. Derzeit laufen Untersuchungen an weiteren möglichen Belastungsstandorten wie beispielsweise Feuerwehrübungsplätze. Massnahmen zur Sanierung der Standorte wurden bisher keine getroffen, da die Konzentrationen niedrig waren oder Untersuchungen noch andauern.

Was kann ich als Konsument tun?

Konsumenten können bewusst auf PFAS-freie Produkte setzen, beispielsweise bei Pfannen, Outdoor-Bekleidung oder Kosmetikprodukten. Bei Feuerlöschschäumen sollte auf mit «PFAS-frei» gekennzeichnete Alternativen gewechselt werden. Feuerlöschmittel gelten als Sondermüll und dürfen keinesfalls über die Umwelt, die Kanalisation oder den Kehricht entsorgt werden. Deren Entsorgung sollte immer über einen Fachbetrieb erfolgen.

Informationen zu PFAS vom Bundesamt für Umwelt (BAFU)