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Bauingenieur

Planungsablauf
Normen, Vorschriften
Statikplanung
Statischer Nachweis
Bauteile

Planungsablauf

  1. Erstellung Vorprojekt durch den Architekten
  2. Vorprüfung durch die kantonale Amtsstelle
  3. Berechnungen des Ingenieur fliessen in die vor geprüften Pläne ein
  4. Projektausarbeitung durch den Architekten
  5. Baueingabe
  6. Baugenehmigung mit Korrekturen und Auflagen
  7. Anbringen der Korrekturen durch den Architekten 
  8. Einreichung der Statik Planung an die kantonale Amtsstelle
  9. Genehmigung der Statik (allenfalls mit Korrekturen und Auflagen)
  10. Baubeginn

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Normen, Vorschriften

Beim Bau von Schutzräumen sind die zum Planungszeitpunkt gültigen "Swisscode" Tragwerksnormen und SIA Normen einzuhalten. Die Tragwerksnormen umfassen alle im konstruktiven Ingenieurbau wesentlichen Bereiche.

Zu erstellende oder zu erneuernde Schutzbauten sind gemäss den gültigen Technischen Weisungen für die Konstruktion und Bemessung von Schutzbauten, TWK 2017 zu konstruieren und bemessen.

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Statikplanung

Die folgenden Statikplanungen sind nach Planungsschritt 7 (Anbringen der Korrekturen durch den Architekten) in doppelter Ausführung einzureichen:

  • Statischer Nachweis
  • Armierungsplan M 1:50
  • Stahlliste

Mit der Genehmigung durch unsere Amtsstelle werden die Unterlagen lediglich auf Übereinstimmung mit dem statischen Nachweis überprüft.
Die Bewehrungsabmessungen und Stückzahlen (Stahlliste) sind nicht Gegenstand unserer Kontrolle und liegen in der Verantwortung des zuständigen Sachbearbeiters.

Liegt die genehmigte Statik vor, kann mit dem Bau begonnen werden. Durch die Amtsstelle angeordnete Korrekturen sind zu berücksichtigen.
Wird nicht nach den bewilligten Plänen gebaut oder fliessen angeordnete Korrekturen nicht ein, so wird ein Baustopp verfügt und die Verzeigung eingereicht.

Treten bei bewilligten Schutzbauten aus statischen Gründen Fragen auf, die Einfluss auf die Gestaltung des Schutzraumes (Raumhöhe, Abstützung) haben, so ist mit unserer Amtsstelle Kontakt aufzunehmen. Dabei erleichtern sie unsere Arbeit, wenn Sie die Schutzraum-Objektnummer angeben, die mit dem Bewilligungsverfahren vergeben wird. Ist die Nummer nicht bekannt, ist sie beim Projektverfasser nachzufragen.

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Statischer Nachweis

Der statische Nachweis von Schutzbauten muss nach den Technischen Weisungen für die Konstruktion und Bemessung von Schutzbauten, TWK 2017 erfolgen.

Vor dem 1. Juli 2017 von den zuständigen Behörden genehmigte Schutzbauprojekte, dürfen noch nach den TWK 1994 und den Übergangsbestimmungen zu den TWK 1994 ausgeführt werden.

Die TWK 2017 ersetzen die folgenden Weisungen:

  • Technische Weisungen vom 1. Dezember 1993 für die Konstruktion und Bemessung von Schutzbauten (TWK 1994) sowie, die dazu gehörende Korrigenda vom 1. Januar 1994
  • Technische Weisungen vom 1. Januar 1997 für die Konstruktion und Bemessung von Schutzräumen mit maximal 25 Schutzplätzen (TWK 1997 Kleine Schutzräume)
  • TWS 1982 Kapitel 5.1 bis 5.6

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Bauteile

Der minimale Armierungsgehalt ist gemäss den SIA-Normen resp. TWK 2017 einzuhalten. Dabei sind die Zug- und Druckbereiche massgebend. Ob einfach oder kreuzweise tragend ist von der Plattenabmessung abhängig. Bei vorwiegend in einer Richtung tragenden Platten wird ein Seitenverhältnis von Lx/Ly < 0.4 vorausgesetzt. Ansonsten gilt die Platte als kreuzweise tragend.

Auf den Einbau von Betonstützen in den Plattenfeldern ist nach Möglichkeit zu verzichten. Besteht aus statischen Gründen keine anderer Möglichkeit, so muss ein Durchstanznachweis mit der 2-fachen Ersatzlast geführt werden.

Fundamentplatten

  • Mit dem statischen Nachweis ist die Beschreibung des Baugrundes wie z. B. Kies, Sand, Lehm, Silt u.a. anzugeben.

Wände

  • Die Wandarmierung muss zur Gewährleistung der Duktilität mit sämtlichen benachbarten Bauteilen nach den SIA-Normen gestossen werden.
  • Ist die Schutzraumwandlänge neben dem Eingang grösser als 50 cm, so muss eine Armierungsverstärkung (Ersatzbalken) neben der Türe eingelegt werden.
  • Bei der Wahl der Ersatzbalkenarmierung ist die Wandbelastung massgebend. 
  • Längen der Anschlussarmierung
Sind die Raumhöhen des Schutzraumes und der Normalkellerräume unterschiedlich, sind beim Auszug der Wandarmierungen die variablen Armierungslängen zu berücksichtigen.

Liegt die Bodenoberkante des danebenliegenden Raumes höher, muss dies infolge der Arbeitsetappen bei der Anschlusslänge der Wandanschlussbewehrung berücksichtigt werden.

Decken

  • Ist aus Strahlenschutzgründen eine verstärkte Decke erforderlich, so muss das ganze Deckenfeld des Schutzraumabteils mit dieser Stärke erstellt werden.
  • Stehen im Schutzraumbereich Tragwände auf der Schutzraumdecke, so ist für die Belastungsannahme die 3-fache Summe der Einzellasten, gleichmässig verteilt auf das Deckenfeld, (siehe TWP 1984 S. 107)  nach wie vor gültig.
  • Die Durchmesser von eingelegten Leitungen dürfen maximal 1/3 der Deckenstärke betragen.

Verstärkte Decke zum Trümmerschutz beim Eingang (TWK 2017)

  • Vor den Eingängen der Schutzräume müssen verstärkte Deckenbereiche ausgebildet werden. Der Bereich misst 1.30 x 2.00 m auf die Türachse bezogen. Dieser verstärkte Deckenbereich muss einer Wechsellast von 1 bar stand halten. Aus diesem Grunde werden im verstärkten Bereich grundsätzlich keine Leitungseinlagen (Elektro, Sanitär u.a.) toleriert. Die Einlagen müssen ausserhalb dieses Bereiches geführt werden. Dabei muss auch im Verankerungsbereich entsprechend Rücksicht genommen werden. Ist keine andere Leitungsführung möglich, so müssen - in Absprache mit unserer Amtsstelle - entsprechende bauliche Massnahmen vor Bauausführung angeordnet werden.
  • Je nach Vorraumgestaltung ist der verstärkte Deckenbereich zum Trümmerschutz als Kragplatte oder als Plattenstreifen auszubilden.

a) Plattenstreifen über Vorraum

Der Vorraum wird durch eine, parallel zur Schutzraumwand verlaufenden Wand im Abstand von 1.30 - 2.50 m abgetrennt. Dabei müssen folgende Bedingungen eingehalten werden:

  • minimale Wandstärke d = 12 cm
  • im Bereich von 2.00 m dürfen keine Wandöffnungen liegen
  • Deckenstärke mind. 16 cm

Kann einer der oben erwähnten Punkte nicht eingehalten werden, so muss über dem Vorraum eine Kragplatte ausgebildet werden.

b) Kragplatten über Vorraum

Der Abstand zwischen Eingangstüre und der gegenüberliegende Wand beträgt mehr als 2.50 m. Dabei können nur Tragwände mit einer Minimalstärke von 12 cm berücksichtigt werden.

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