Zeltstadt für die Unterbringung von Ukraine-Flüchtlingen in Seewen geplant
Kantonaler «Sonderstab Ukraine» regelmässig im Einsatz
(VD/i) Die Bewältigung der Flüchtlingswelle, die durch den Krieg in der Ukraine ausgelöst wurde, stellt vor allem grosse Herausforderungen bei der Bereitstellung der Unterkünfte und bei der Integration von Kindern und Jugendlichen in die Volksschule. Das Amt für Migration realisiert in der ehemaligen Landi in Seewen eine befristete Zeltstadt für rund 140 Personen.
Seit Kriegsausbruch vor rund drei Monaten haben über 55'000 Personen aus der Ukraine Schutz in der Schweiz gesucht und erhalten. Davon sind rund 900 Personen im Kanton Schwyz untergebracht. Aufgrund des anhaltenden Krieges ist auch in den nächsten Monaten mit weiteren Flüchtlingen zu rechnen. Der kantonale «Sonderstab Ukraine», dem Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Departemente angehören, trifft sich regelmässig, um die Lage über die verschiedenen Bereiche zu analysieren sowie Massnahmen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise zu koordinieren und umzusetzen.
Unterbringungsmöglichkeiten stossen an Grenzen
Durch das grosszügige und konstruktive Zusammenspiel zwischen Anbietern privater Unterkünfte, kantonalen Asylzentren, Wohnungen auf Gemeindestufe und der Erschliessung zusätzlicher, kollektiver Unterkünfte konnten im Kanton Schwyz bisher genügend Wohnplätze zur Verfügung gestellt werden. Es zeichnet sich allerdings ab, dass diese Möglichkeiten in absehbarer Zeit ausgeschöpft sein werden. Der «Sonderstab Ukraine» hat deshalb mittels Notfallplanung verschiedene Möglichkeiten für weitere Unterbringungsplätze geprüft. Als rasch umsetzbare sowie kostengünstigste Lösung wird in der ehemaligen Landi in Seewen eine zeitlich befristete Zeltstadt für rund 140 Personen eingerichtet. Die Eigentümerin, die Strüby Holzbau AG, stellt die Halle dem Kanton während eines Jahres kostenlos zur Verfügung. Die Zeltstadt, deren Aufbau in enger Abstimmung mit der Gemeinde Schwyz erfolgt, wird voraussichtlich Ende Juni zur Verfügung stehen. Diese zusätzlichen Kapazitäten tragen dazu bei, die Flüchtlinge länger in den kantonalen Strukturen zu beherbergen und damit den Druck auf die Gemeinden zu verringern.
Der kantonale Verteilschlüssel wurde angepasst
Nach der Erstaufnahme der Flüchtlinge in den kantonalen Strukturen werden diese entsprechend der Bevölkerungszahl den Gemeinden zugewiesen. Bisher waren die Gemeinden verpflichtet, 2000 Unterkunftsplätze für Asylsuchende zur Verfügung zu stellen. Da diese Kapazitäten weitgehend ausgeschöpft sind und mit weiter steigenden Asylzahlen zu rechnen ist, hat der Regierungsrat den Verteilschlüssel auf neu 3000 Unterkunftsplätze angehoben. Der neue Verteilschlüssel ist auf den 1. Juni 2022 in Kraft gesetzt worden.
Grosse Herausforderung für die Schulen
Vor grossen Herausforderungen stehen auch die Volksschulen. Aktuell sind rund 160 Kinder und Jugendliche in der Volksschule integriert. Dank grossem Einsatz aller Beteiligter konnte die Integration bisher erfolgreich bewältigt werden. Eine Arbeitsgruppe hat Szenarien entwickelt, wie die Beschulung von Flüchtlingskindern aus der Ukraine erfolgen kann, wenn eine gewisse Menge erreicht wird. Das entwickelte Grobkonzept wird aktuell kantonsintern geprüft.
Sonderstab Ukraine
Auskunft: Regierungsrat Andreas Barraud, Vorsteher Volkswirtschaftsdepartement, Tel. 041 819 18 00 (erreichbar, Donnerstag, 2. Juni 2022, 09.00 – 10.00 Uhr)