Maschgraden, Nüsslen und Narrentanz. Geschichte(n) zur Innerschwyzer Fasnacht

Vortrag im Bundesbriefmuseum Schwyz am Freitag und Samstag

In den letzten dreissig Jahren haben sich die Gwändli der Maschgraden kaum verändert, wie das Bild der Güdelmontag-Rott-Maschgraden 1992 zeigt.

In der Reihe «4 x Schweizergeschichte» stellt am Wochenende die Historikerin Martina Kälin-Gisler eine neue Sicht auf die Entwicklung der Innerschwyzer Fasnacht und des Nüsslerbrauchtums vor.

Seit der ersten bildlich überlieferten Fasnacht 1508 sind über 500 Jahre vergangen. Während über die Fasnacht zwischen 1508 und Ende des 18. Jahrhunderts kaum etwas bekannt ist, lassen sich die letzten knapp 200 Jahre recht gut rekonstruieren. In dieser Zeit machten die vermeintlich uralten Fasnachtstraditionen einen enormen Wandel durch.

Es ist verschiedenen kulturellen Einflüssen und gesellschaftlichen Entwicklungen zu verdanken, dass die Maschgradenrott so farbig daherkommt wie heute. Fasnachtstheater und Maskenbälle des 19. Jahrhunderts haben ihre Spuren in den Maschgradengwändli hinterlassen. Ihr heutiges Aussehen wurde wesentlich ab den 1960er- und 1970er-Jahren «festgelegt». Ortsübergreifende Teilnahmen an Preisnüsslen zwischen 1890 und 1914 zeigen, dass damals noch überall gleich oder zumindest sehr ähnlich genüsselt worden sein dürfte. Die ortstypischen Unterschiede von Fussspitz- und Absatznüsslen sind eine Entwicklung des 20. Jahrhunderts.

Die Historikerin Martina Kälin-Gisler zeigt aus einem neuen Blickwinkel die Entwicklung der Innerschwyzer Fasnacht. Sie berichtet, wie das Nüsslerbrauchtum entstanden ist und wie die frühere gesetzliche Regulierung von einer gesellschaftlichen Erwartungshaltung abgelöst wurde.

Der Vortrag über Maschgraden, Nüsslen und Narrentanz findet am Freitag, 2. Februar 2024, um 17.30 Uhr und am Samstag, 3. Februar 2024, um 10.15 Uhr im Bundesbriefmuseum statt. Der Eintritt ist frei.

Bundesbriefmuseum

Auskunft: Annina Michel, Leiterin Bundesbriefmuseum, 041 819 20 67